Test + Technik
Neuer Mitsubishi Colt soll an alte Verkaufserfolge anknüpfen

Haar (dpa-infocom) - Seit 1979 schickt Mitsubishi den Colt auf Deutschlands Straßen. In sechster Generation wurde der Kleinwagen völlig neu aufgelegt. Kürzer und höher - das sind die hervorstechendsten Merkmale des neuen „Fohlens“.

Haar (dpa-infocom) - Seit 1979 schickt Mitsubishi den Colt auf Deutschlands Straßen. In sechster Generation wurde der Kleinwagen völlig neu aufgelegt. Kürzer und höher - das sind die hervorstechendsten Merkmale des neuen „Fohlens“.

So lautet die deutsche Übersetzung des englischen Worts „Colt“. Das Fohlen entspringt der Zusammenarbeit mit Daimler-Chrysler und basiert auf der gleichen Plattform wie der Smart Forfour.

Zuwachs in der Polo-Kategorie

Wie die neue Form von den Kunden bewertet wird, bleibt abzuwarten: Früher war der Colt als kompaktes, schnittiges Automobil in der Klasse zwischen Polo und Golf angesiedelt, heute verweist ihn seine Länge von 3,87 Metern eindeutig in die Polo-Klasse. In der Höhe ist er mit seinen 1,55 Metern soweit gewachsen, dass er durchaus als Minivan durchgehen könnte. Van-typische Dreiecksfenster in der A- Säule unterstreichen diesen Eindruck noch.

Schick, aber nicht gewagt

Von seiner Form her ist er recht gelungen und passt gut ins Straßenbild. Zwar sind Gestaltungsmerkmale wie die markanten Klarglasscheinwerfer und die Band-Heckleuchten nicht der allerletzte Schrei, aber ihre Umsetzung am Colt erscheint frisch und dynamisch. Verglichen mit dem flippigen Smart ist er eher konventionell gestaltet.

Eine runde und kühle Sache

Das Cockpit ist eine runde Sache: Instrumente, Schalter und Luftdüsen sind rund. Zum Verstecken kleinerer Dinge gibt es in der Mittelkonsole ein Staufach. Im Handschuhfach lässt sich immerhin eine 1,5-Liter-Getränkeflasche unterbringen - und die wird dort auch noch gekühlt. Eine Klimaanlage ist im Preis enthalten (außer bei der Ausstattung Inform).

Drei Ausstattungslinien

Alle Modelle verfügen über Airbags für Fahrer und Beifahrer, Seitenairbags, ABS mit Bremskraftverteilung und die Servolenkung. Mit insgesamt drei Ausstattungslinien und verschiedenen Sonderausstattungen lässt sich mehr Komfort in den Colt bringen. So kann man den Kurzen auch mit Ledersitzen und Sitzheizung bestücken.

Variabler Fond

Fahrer- und Beifahrersitz haben je nach Ausstattung eine Höhenverstellung. Der Fondbereich ist variabel: Die Rücksitze sind im Verhältnis 60:40 geteilt und lassen sich einzeln in Längsrichtung verschieben und ihre Lehnen in der Neigung verstellen. Die Sitze können zur Vergrößerung des Stauraumes entweder nach vorn gewickelt oder ganz ausgebaut werden. Bis zu 645 Liter sind drin. Selbst die Lehne vom Beifahrersitz ist klappbar, um Sperriges verstauen zu können.

Drei Benziner, zwei Diesel

Die Antriebs-Palette für den neuen Colt umfasst drei Benzin- und zwei Dieselmotoren. Die von uns gefahrene stärkste Otto-Maschine ist ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit 109 PS. Das ist ein durchzugsstarker Motor, der bereits bei niedrigen Drehzahlen Kraft entwickelt, relativ leise arbeitet und sich gut für Zwischenspurts eignet. Das Aggregat beflügelt den Colt zu einer Spurtzeit von zehn Sekunden auf Tempo hundert und einer Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Der Verbrauch soll bei 6,2 Litern liegen.

Einsteiger-Motor im Oktober 2004

Zur Wahl stehen außerdem ab Oktober 2004 ein 1,1-Liter-Dreizylinder mit 75 PS (13,4 Sekunden, 165 km/h) und ein 1,3-Liter-Vierzylinder mit 95 PS (11,1 Sekunden, 180 km/h). Bei den Dieseln gibt es einen 95 PS starken Common-Rail-Direkteinspritzer (11 Sekunden, 178 km/h). Dieses 1,5-Liter-Dreizylinderaggregat wird zu Beginn des Jahres 2005 um eine 1,5-Liter-68-PS-Variante ergänzt.

Komfortables Fahrwerk

Das Fahrwerk des Colt ist deutlich auf Komfort ausgelegt, was in scharf gefahrenen Kurven spürbar, aber nicht lästig ist. Die Wankbewegungen der Karosserie sind wesentlich geringer als der hohe Aufbau vermuten ließe. Wer die Grenzen des Gefährts ausloten will, kann das elektronische Stabilitätsprogramm Masc für 800 Euro Aufpreis haben - allerdings nicht für die 1,1-Liter-Motorisierung und den 1,3- Liter-Otto mit der Ausstattung Inform.

Gutes Handling

In puncto Handling ist der Colt vorbildlich: Er lässt sich leichtgängig und präzise lenken, die Gänge flutschen passgenau in die richtige Position und Kupplung sowie Bremse sind mit wenig Kraftaufwand zu bedienen. Gegen 800 Euro Aufpreis ist ein automatisiertes Sechsgang-Schaltgetriebe zu haben. Ein Auto, das auch von der Bedienung her gefällt.

Dreitürer folgt 2005

Derzeit ist der fünftürige Colt mit 1,3-Liter- oder 1,5-Liter- Benziner zum Preis ab 12 990 Euro zu haben. Der günstige 1,1-Liter- Einsteiger kommt erst ab Oktober 2004 für 11 990 Euro. Ein Dreitürer soll Anfang 2005 folgen. Der Preis des Smart Forfour beginnt übrigens erst bei 12 990 Euro für den 1.1, der 1.3 kostet ab 14 150 Euro.

Fazit: Wendiges Stadtauto

Obwohl die anvisierte Zielgruppe von Mitsubishi eindeutig die Damenwelt ist, würden sich auch die Herren durchaus wohlfühlen im Mitsubishi-Fohlen. Denn als Stadtauto, wofür er hauptsächlich gedacht ist, ist das 3,87-Meter-Mobil gut geeignet.

Der wendige Colt hat nicht nur ein spielerisches Handling, sondern verfügt auch über einen variablen Innenraum, um den verschiedensten Aufgaben gewachsen zu sein. Er ist im Grundpreis eintausend Euro billiger als der Smart Forfour, bietet dafür weniger Lifestyle-Optik, aber mindestens genauso viel Fahrspaß.

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