Neuer VW Passat Der König der Dienstwagen

Ein neuer VW Passat ist aus deutscher Sicht fast so wichtig wie ein neuer Golf. Die achte Generation geht im November an den Start und kann, wie üblich, alles besser als der Vorgänger. Verzicht übt er bei den Zylindern.
  • Michael Kirchberger
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Straffer und eleganter gezeichnet geht nun die achte Generation ins Rennen.  Quelle: vw

Straffer und eleganter gezeichnet geht nun die achte Generation ins Rennen.

(Foto: vw)

Der 1973 eingeführte VW Passat hat als Limousine und in Deutschland vor allem als Variant, wie die Kombiversion seit je her genannt wird, Generationen der Postwirtschaftswunder-Gesellschaft bewegt. Mit all seinen Derivaten, von chinesischen Ableger Santana bis zum größeren Amerika-Passat kann er fast dem Kompakt-Klassiker Golf den Rang ablaufen. 22 Millionen Exemplare hat VW seit der Einführung 1974 ausgeliefert, im letzten Jahr avancierte der Mittelklassewagen mit 1,1 Millionen verkauften Einheiten sogar zur Baureihe Nummer 1 des Konzerns.

Ende November geht nun die achte Generation des Klassikers ins Rennen. Straffer und eleganter gezeichnet, aber mit den nahezu identischen Maßen des Vorgängers. Sie ist sogar um 0,4 Zentimeter kürzer (4,77 Meter) und 1,4 Zentimeter (1,46 Meter) flacher geworden, die Breite dagegen hat um 1,2 Zentimeter zugelegt.

Was der neue VW Passat zu bieten hat
Weltpremiere neuer VW Passat
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Der Passat sei Oberklasse im Mittelklasseformat, sagte VW-Chef Martin Winterkorn bei der Passat-Premiere Anfang Juni 2014 in Potsdam. "Weil er ein Auto mit Premium-Anspruch, aber ohne Premium-Kosten ist."

Das inzwischen schon in achter Generation gebaute Auto ist hierzulande vor allem ein Firmenwagen. Mit zuletzt weltweit rund 1,1 Millionen Verkäufen pro Jahr ist der Passat wichtigste Baureihe des Zwölf-Marken-Konzerns.

Woman films new Volkswagen Passat during its launch ceremony at Volkswagen Design Center in Potsdam
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Die Erwartungen an den Passat sind gewaltig, auch wegen der Erfolge der Vergangenheit: Von den sieben Vorgänger-Generationen wurden seit 1973 über 22 Millionen Einheiten gebaut. Damit hat der Passat den Käfer überholt und ist auf den Fersen des Golf.

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Natürlich folgt Volkswagen dem Leichtbau und wird den nächsten Passat auch dank neuer Fügetechniken um bis zu 85 Kilogramm leichter machen. Gleichwohl stemmen sich die Wolfsburger gegen den Trend, die nächste Modellgeneration deutlich größer zu machen als den Vorgänger.

Der neue Passat, der im Oktober auf dem Pariser Autosalon Premiere haben und noch vor Jahresende auf den Markt kommen wird, ist sogar den Hauch von zwei Millimetern kürzer.

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Da der Vorderbau aber gleich vier Zentimeter kürzer wird und der Radstand sich vergrößert, wächst der Innenraum spürbar. Aber nicht nur deswegen spricht VW-Vorstand Dr. Heinz-Jacob Neußer von einem „Klassensprung“. Der Passat der achten Generation (intern B8 genannt) wird künftig eine halbe Liga höher spielen.

Mit neuen Technologien sollen nicht nur Kunden aus der nächst höheren Fahrzeugklasse, sondern vor allem auch von den etablierten Premiumwettbewerbern aus München und Stuttgart abgeworben werden ...

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Ein Beispiel ist die komplett digitale Instrumenteneinheit wie sie zunächst im Audi TT ihre Premiere feiern wird. Außerdem gibt es ein neues Head-Up-Display auf einer ausfahrbaren Glasscheibe im Sichtfeld des Fahrers. Die soll laut VW sogar verschmutzungsresistent sein. 

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Ein weiteres Beispiel ist der neu entwickelte 2,0-Liter-Biturbo, der mit seinen 176 kW / 240 PS bis zu 500 Newtonmeter Drehmoment stemmt und sich unter anderem durch hervorragende Laufruhe auch im niedrigtourigen Bereich auszeichnen soll.

Dazu trägt ein mit dem Zwei-Massen-Schwungrad gekoppeltes Pendel mit gegensätzlicher Schwingung bei. Der Normverbrauch wird mit 5,3 Litern angegeben. Die Motoren werden – auch dank Zylinderabschaltung – bis zu einem Fünftel sparsamer sein, und erstmals wird es den Passat auch als 211 PS starken Plug-in-Hybrid mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 50 Kilometern geben. 

The new Volkswagen Passat is introduced during the launching ceremony in Potsdam
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Alle Motoren werden – auch dank Zylinderabschaltung – bis zu einem Fünftel sparsamer sein.

Das führt zu einer coupéartigeren Silhouette und, dank des um fast acht Zentimeter längeren Radstands, mehr innerer Größe. Die Passagiere genießen um bis zu 2,7 Zentimeter mehr Kopffreiheit. Möglich macht den Raumgewinn der Modulare Querbaukasten (MQB), der die Räder an die Ecken der Karosserie rücken lässt und so geringere Überhänge erlaubt.

Gewonnen hat überdies das Ladevolumen. Bei der Limousine ist es von 565 auf 586 Liter gewachsen, der Variant gewinnt sogar um 47 auf wenigstens 650 Liter. Wer die Rücksitzlehnen umklappt, kommt auf 1.152 Liter beim Stufenheckmodell, der Kombi packt dann 1.780 Liter. Dass der Passat dank Leichtbaumaßnahmen (allein im Antriebsstrang wurden 40 Kilogramm eingespart), bis zu 85 Kilogramm leichter geworden ist, kommt der Zuladung aber auch den angestrebten Minderverbrauchszielen entgegen.

22 Millionen Exemplare hat VW seit der Einführung 1974 vom Passat ausgeliefert. Quelle: vw

22 Millionen Exemplare hat VW seit der Einführung 1974 vom Passat ausgeliefert.

(Foto: vw)

Vier Diesel und fünf Benzinmotoren bietet die Antriebspalette, wenn sie denn in kommenden Jahr komplettiert werden wird. Zunächst startet der Passat zu Preisen ab 25.875 Euro mit einer auf drei Motoren verringerten Auswahl. Dazu zählt der Zweiliterdiesel mit 110 kW/150 PS, der dank der angebotenen Kombination mit der Basisausstattung Trendline für 30.250 Euro zu haben ist. Der gleichstarke Benziner mit Zylinderabschaltung wird vorerst nur in der gehobenen Version Comfortline offeriert und kostet dann 30.375 Euro.

Beide haben ein manuelles Sechsganggetriebe und Frontantrieb, die für den Diesel angebotene DSG-Automatik mit ebenfalls sechs Gängen kostet wie üblich 1800 Euro Aufpreis. Spitzenmotorisierung ist der Zweiliterdiesel mit doppelter Turboaufladung, der es auf stolze 176 kW/240 PS bringt. Den gibt es ausschließlich mit dem Siebengang-DSG und dem Allradantrieb 4motion, was seinen Preis gleich auf 43.625 Euro springen lässt. Für den Kombi sind je nach Ausstattung rund 1100 Euro mehr zu bezahlen.

Die neue Generation ist um 0,4 Zentimeter kürzer (4,77 Meter) und 1,4 Zentimeter (1,46 Meter) flacher geworden, die Breite dagegen hat um 1,2 Zentimeter zugelegt.  Quelle: vw

Die neue Generation ist um 0,4 Zentimeter kürzer (4,77 Meter) und 1,4 Zentimeter (1,46 Meter) flacher geworden, die Breite dagegen hat um 1,2 Zentimeter zugelegt.

(Foto: vw)

Überraschend ist die Munterkeit der beiden 150-PS-Maschinen. Sie helfen dem Passat mit lebhaftem Antritt aus den Startlöchern, zeigen sich durchzugsfreudig und laufruhig. Die Fahrwerksabstimmung passt, die adaptive Dämpferregelung des Topmodells wird kaum vermisst, der Federungskomfort beweist höchsten Klassenstandard.

Die Lenkung reagiert feinfühlig und direkt, Kurvenspaß ist garantiert. Die Spitzenmotorisierung wirkt zwar nicht kraftlos, Allradantrieb und DSG-Getriebe führend jedoch in Verbindung mit naturgemäß erhöhtem Gewicht zu weniger Agilität als erwartet. Sie spielt ihre Vorzüge erst bei höherem Tempo aus.

Erst Anfang 2015 folgt die 92 kW/125 PS starke Version des 1,4-Liter-Benziners (5,3 l/100 km; 200 Nm) für 25.875 Euro und ein 1,6-Liter-Diesel mit 88 kW/120 PS (250 Nm). Außerdem steht ein Zweiliter-Selbstzünder mit 140 kW/150 PS (400 Nm) bereit.

Für diese Triebwerke nennt VW jedoch weder Preise noch genauere technische Daten, gleiches gilt für die im kommenden Jahr folgenden Ottomotoren mit 1,8 Liter Hubraum und 132 kW/180 PS sowie die beiden Zweiliter-TSI mit 162 kW/220 PS und 206 kW/280 PS. Alle Maschinen sind mit einer Start-Stopp-Automatik ausgerüstet und können kinetische Energie rekuperieren. Sechszylindermotoren werden im neuen Passat nicht mehr angeboten.

Dafür jede Menge richtungsweisende Technik. Das Active-Info-Display stellt Tacho und Drehzahlmesser quasi analog auf einem Bildschirm dar, auf Tastendruck rücken sie an den Rand des Monitors und räumen den Platz für eine übergroße Anzeige der Navigationskarte. Ein Head-Up-Display ist auf Wunsch zu haben.

Gewonnen hat das Ladevolumen. Bei der Limousine ist es von 565 auf 586 Liter gewachsen, der Variant gewinnt sogar um 47 auf wenigstens 650 Liter.  Quelle: vw

Gewonnen hat das Ladevolumen. Bei der Limousine ist es von 565 auf 586 Liter gewachsen, der Variant gewinnt sogar um 47 auf wenigstens 650 Liter.

(Foto: vw)

Das Mirrorlinksystem, mit dem sich die Bedieneroberfläche verbundener Smartphones auf dem zentralen Monitor spiegeln lässt, gehört ebenfalls zu den Neuerungen der achten Passat-Generation. Premiere feiern außerdem der Trailer-Assistent, der das Rangieren mit einem Anhänger automatisiert, für die Verhinderung oder Milderung von Unfällen im Stadtverkehr ist die City-Notbremse an Bord, der Emergency Assistent erkennt den gesundheitlichen Notfall des Fahrers, bremst das Fahrzeug dann ab und lenkt es mit eingeschalteter Warnblinkanlage an den rechten Fahrbahnrand.

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