Neues rund um den Scheibenwischer
Unangenehme Geräusche kündigen das Ende an

HB STUTTGART/MüNCHEN. „Innovation“ ist einer der Lieblingsbegriffe der Autobauer. Ständig werden neue Techniken entwickelt. An einer Stelle allerdings schien die Innovationslust der Konstrukteure bisher eher verhalten zu sein: direkt vor der Frontscheibe.

Dort warten die seit Jahrzehnten gleich aussehenden Scheibenwischer auf ihren Einsatz bei Regen. „Der Scheibenwischer ist tatsächlich sehr lange nicht stark modifiziert worden“, bestätigt Hubert Paulus vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg in Bayern. Verbesserungen hat es demnach vor allem im Hinblick auf den Fußgängerschutz gegeben: Die Arme der Wischer wurden besser hinter der Oberkante der Motorhaube verborgen, um bei einem Unfall kein zusätzliches Verletzungsrisiko zu bieten.

Die Technik blieb nahezu unverändert: Im Verborgenen werkelt bei den meisten Autos bis heute ein Elektromotor, der mittels Gelenken und Streben die Wischerarme in die gleichmäßige Bewegung versetzt. So wird dafür gesorgt, dass die schmalen Gummilippen der Wischerblätter das Wasser von der Scheibe abstreifen.

„Eine der wenigen wirklichen Innovation sind Wischerblätter, die ohne Metall auskommen und nur aus Kunststoff bestehen“, meint Paulus. Diese „Aerotwin-Wischer“ wurden vom Hersteller Bosch aus Stuttgart 1999 vorgestellt.

Während die bekannten Wischer aus einem Bügelsystem mit Gelenken und daran befestigtem Wischgummi bestehen, handelt es sich bei den neuen Modellen um ein einteiliges Gummiprofil. Die Wischwirkung soll unter anderem dadurch verbessert werden, dass die Wischer gleichmäßig über ihre gesamte Länge aufliegen.

Mittlerweile kommt auch beim Wischer Elektronik zum Einsatz, um dem Gummi möglichst lange eine ordentliche Funktionsfähigkeit zu erhalten. Als besondere Feinde der weichen Wischlippe gelten nämlich vereiste Scheiben und zu langes Verharren in einer Position. Audi in Ingolstadt hat daher dem neuen SUV Q7 gleich eine ganze Reihe an Wischerextras mit auf den Weg gegeben.

So bemerkt die Elektronik bei Minusgraden die Gefahr des Festfrierens. Um das zu umgehen, werden die Wischerblätter ein Stück nach oben bewegt, so dass sie sich im beheizten Bereich der Frontscheibe befinden. Auch im Sommer ist die Elektronik wachsam: Wenn die Wischergummis länger nicht zum Einsatz kommen, könnten sie sich in der Ruhestellung unter Umständen verformen. Die Blätter werden daher laut Audi regelmäßig etwas hin und her bewegt.

Selbst das Prinzip des einzelnen Antriebsmotors hat Konkurrenz bekommen. Laut Bosch erschien mit dem Phaeton von VW der erste PKW, bei dem sich zwei Motoren um die Bewegung der Wischerarme kümmern.

Doch das Wischergummi bleibt ein empfindliches Teil. Als größtes Problem gilt Festfrieren an der Frontscheibe. Aber es gibt noch andere Dingen, die leicht unterschätzt werden. So empfiehlt Hubert Paulus, die Scheibe regelmäßig von Rückständen zu reinigen.

Wenn der Wischer unangenehme Geräusche macht, ist er in der Regel an seinem Lebensende angelangt. Laut Bosch ist das Material dann verhärtet und neigt sich nicht mehr in die gewünschte Richtung.

Sparsamkeit ist übrigens kein geeigneter Weg, den Wischer zu erhalten. Sven Janssen, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main warnt davor, das Wasser der Waschanlage mit Spiritus anzureichern. „Dadurch wird das Gummi angegriffen.“

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