Neues Topmodell
Seat Exeo: Ein Audi im zweiten Aufguss

Deutschland, Amerika, Japan - alle Welt wrackt derzeit ab. Nur Seat dreht den Spieß um: Wo alte Autos sonst beim alten Eisen landen, haben sich die Spanier den abgelegten A4 der Konzernmutter Audi geschnappt und daraus flugs ein neues Modell gemacht: den Exeo.
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dpa HAMBURG. Zwar ist Seats frisches Flaggschiff nicht ganz so eigenständig wie der Rest der Modellpalette, doch dürfte der Exeo trotzdem um den Titel "Bester Seat aller Zeiten" konkurrieren können . Billiger als die Konkurrenz in der eigenen Konzernfamilie ist er ohnehin. Mit dem zweiten Aufguss hat Seat den Audi kaum verwässert. Obwohl die 4,66 Meter lange Limousine einen neuen Kühlergrill trägt sowie um Scheinwerfer und Rückleuchten frisch geschminkt wurde, ist die alte Form noch auf Anhieb zu erkennen.

Außen mag das von einer gewissen Einfalt zeugen. Doch innen hätte den Spaniern mit Blick auf die feinen Leder, das schmucke Cockpit und die hauchdünnen Spaltmaße kaum etwas Besseres passieren können. Denn mit der Übernahme von bayerischen Tugenden bei Verarbeitung und Materialauswahl schießt der Exeo weit über das Niveau der meisten Importmodelle hinaus. So vornehm, fein und liebevoll ausgeschlagen, kann er es nicht nur mit Mazda6 oder Peugeot 407, sondern auch mit Lexus IS und erst recht dem Jaguar X-Type aufnehmen. Wo man auch hinfasst, der große Spanier fühlt sich solide und wertvoll an.

Dazu gibt es ein rundherum schlüssiges Bediensystem, ein paar nette Details wie das gekühlte Handschuhfach oder die Solarzellen für die Standlüftung und zumindest in der ersten Reihe jede Menge Platz. Nur im Fond wird es bei 2,64 Metern Radstand etwas knapp. Wer einen großen Vordermann hat, muss dort gehörig die Knie einziehen. Frei von Kritik bleibt dagegen der Kofferraum, der immerhin 460 Liter fasst. Und wem das nicht reicht, der kann den Exeo für 1 300 Euro Aufschlag auch als Kombi kaufen. Dann sieht er fast genau so aus wie ein alter A4 Avant und trägt den Beinamen ST.

Während Seat bei Design und Innenleben fast völlig ohne Abstriche bei Audi kopiert hat, wurde die Antriebspalette für den Einsatz im Süden etwas ausgedünnt. Den Exeo wird es deshalb weder als Quattro mit Allradantrieb noch als Sechszylinder geben. Aber das kann man klaglos verschmerzen - zum Beispiel mit dem stärksten Diesel: Der Zweiliter-Motor leistet immerhin 125 kW/170 PS und bringt bis zu 350 Nm auf die Straße.

Vom manuellen Sechsganggetriebe ordentlich im Zaum gehalten, beschleunigt er die Limousine in 8,4 Sekunden auf Tempo 100 und verteidigt mit maximal 229 km/h seinen Stammplatz auf der Überholspur. Oft verlassen muss der Exeo sie nicht: Bei einem Normverbrauch von 5,8 Litern (CO2-Ausstoß: 153 g/km) und einem Tankvolumen von 70 Litern ist erst nach 1 200 Kilometern ein Tankstopp fällig. Natürlich sind solche Werte nur graue Theorie, doch selbst mit schwerem Gasfuß hält ein Tank länger als die Blase des Fahrers

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