Test + Technik
Nissan Murano: Vornehmer Allrad-Gigant

Haar (dpa-infocom) - Das Murano-Design ist eigen. Mit seinen ausgeprägten Rundungen erinnert er an ein großes Stück Seife. Das kurvenreiche und muskulöse Heck mit zwei Auspuffendrohren setzt sich elegant von der Masse ab.

Haar (dpa-infocom) - Das Murano-Design ist eigen. Mit seinen ausgeprägten Rundungen erinnert er an ein großes Stück Seife. Das kurvenreiche und muskulöse Heck mit zwei Auspuffendrohren setzt sich elegant von der Masse ab. Nicht ganz gelungen erscheint die Front mit dem breiten Chrom-Kühlergrill und den leicht zugekniffen wirkenden Leuchten, die zu einem breiten Grinsen verschmelzen.

Grüße vom Z

Auffällig ist die bereits vom 350z bekannte Lackierung in Metallic-Orange. Der sportliche Zweisitzer hat dem Murano auch die Cockpiteinheit mit drei gelb unterlegten Rundinstrumenten gespendet. Wie auch im Z ist der Murano-Arbeitsplatz aufgeräumt, weitgehend hochwertig und überdies auch noch extrem groß. Die richtige Position findet der Fahrer dank der Verstellmöglichkeiten für Pedalerie und Lenkrad problemlos.

Die elektrisch einstellbaren Ledersitze könnten jedoch straffer sein und mehr Seitenhalt bieten. Beeindruckend ist auch der Platz im Fond. Der Murano bietet bis zu 66 Zentimeter Knieraum ein Spitzenwert selbst in seiner Klasse. Die Rückenlehne ist zudem in der Neigung verstellbar. Armlehnen vorne und hinten, diverse Staufächer sowie Getränkehalter sind weitere Komfortdetails.

Gepäckabteil: Leicht erweiterbar

Fensterhoch gehen 476 Liter in das Gepäckabteil des Murano. Gut gelöst ist die Erweiterung: Zieht man zwei große Hebel im Kofferraum, klappt die Lehne des Rücksitzes von selbst nach vorne. Gleichzeitig senkt sich dabei die Beinauflage ab und ein dachhoch etwa 1 300 Liter großer Stauraum entsteht. Angesichts der Größe des Murano sicherlich kein Spitzenwert.

Serienmäßig voll ausgestattet

Ansonsten ist der Murano randvoll mit Luxus und Elektronik. Es gibt nur wenige Extras, die sich nicht bereits serienmäßig an Bord befinden. Der europäischen Version fehlen jedoch Nebelscheinwerfer. Sie wurden durch zusätzliche Ölkühler ersetzt, damit es dem V6-Antrieb auch bei schnellen Autobahnfahrten nicht zu warm wird.

Geschmeidiger Kraftprotz

Apropos Motor: Das V6-Triebwerk mit 3,5-Litern Hubraum begeistert vor allem mit seidigem Klang und Drehfreudigkeit. Im Murano leistet der Sechszylinder 234 PS und 318 Newtonmeter Drehmoment. Die Homologation ist noch nicht abgeschlossen, doch soll die Höchstgeschwindigkeit knapp über 200 km/h liegen. Die 100 km/h erreicht der Murano bereits nach 9,3 Sekunden. Den guten Fahrleistungen steht ein Verbrauch von 12,3 Litern Benzin gegenüber. Einen Diesel wird es übrigens nicht geben.

Wundersames CVT-Getriebe

Einen zwiespältigen Eindruck hat das stufenlose CVT-Getriebe hinterlassen. Toll ist die sehr lineare Beschleunigung ohne Schaltvorgänge. Eigenartig wirkt hingegen der Gummiband-Effekt: Wenn es bergauf geht und man die Geschwindigkeit per Gasbefehl halten will, eilt zwar die Drehzahl nach oben, von Beschleunigung spürt man hingegen wenig. Ein simuliertes Schaltgetriebe mit sechs fest programmierten Gängen kann alternativ über den Wahlhebel in der Mittelkonsole betätigt werden. In diesem Schaltmodus vermittelt das CVT-Getriebe ein direktes und sportliches Gefühl.

Schön wären noch Gangwahlschalter am Lenkrad. Denn wer auf engen Kurvenstrecken ambitioniert unterwegs ist, bekommt viel zu tun und braucht meist beide Hände am Lenkrad. Der Murano geht dann mit deutlicher Seitenneigung ums Eck und schiebt gerne über die Vorderräder. Nun, der große Nissan ist eher ein Cruiser denn ein Sportler, wobei er ein weitgehend PKW-ähnliches und handliches Fahrverhalten mit gutem Federungskomfort verbindet.

Allradantrieb

Einfach gestrickt ist das Allradsystem des Murano. Eine zentrale Lamellenkupplung sorgt normal für eine Kraftverteilung von 91 Prozent an die Vorder- und neun Prozent an die Hinterräder. Werden Traktionsverluste an den Vorderrädern registriert, gehen bis zu 50 Prozent automatisch nach hinten. Für schwierigen Untergrund kann man per Knopfdruck das Lock-Programm aktivieren. Dann werden permanent je 50 Prozent an beide Achsen verteilt. Obwohl das Allradsystem besseres Vorankommen abseits asphaltierter Wege ermöglicht, ist der Murano kein Offroader.

Hohes Sicherheitsniveau

Dafür sorgen ESP Plus, ABS, eine Traktionskontrolle und vier Bremsscheiben für ein sicheres Vorankommen auf asphaltierten Straßen. Unter anderem Front-, Seiten- und vorhangartige Kopfairbags vermindern zusätzlich die Unfallrisiken für die Insassen.

Fazit: Viel Platz und Ausstattung, tolle Technik und Eleganz

Der Nissan Murano ist ein Auto für Leute mit gut gefülltem Konto. 42 500 Euro sind eben doch eine Menge Geld. Dafür bekommt man viel Auto und eine besonders üppige Ausstattung. Bei den Platzhirschen aus Deutschland wie M-Klasse, Touareg und X5 muss man für die zahlreichen hochwertigen Extras viele tausend Euro mehr berappen. Vor allem im Fond begeistert der Murano zudem mit viel Platz. Angesichts der Größe ist der Kofferraum hingegen etwas klein ausgefallen. Dafür lässt sich das Gepäckabteil besonders leicht und elegant erweitern.

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