Nissan Qashqai als Gebrauchter

Der Hochsitz wackelt

Der Nissan Qashqai schlug 2007 ein wie eine Bombe: Viel Platz und faire Preise machten ihn nicht nur für klassische SUV-Käufer interessant. Ganz perfekt ist der Bestseller als Gebrauchtwagen aber nicht.
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Das 2007er-Modell wirkt mittlerweile ein wenig betagt Quelle: Nissan

Das 2007er-Modell wirkt mittlerweile ein wenig betagt

Den Nomadenstamm der Qashqai kennen in Deutschland wohl nur eine Handvoll Ethnologen, das gleichnamige Kompakt-SUV mindestens 150.000 Autofahrer. So viele Kunden nämlich haben sich seit 2007 für den Alltags-Crossover entschieden. Entsprechend groß ist das Angebot an Gebrauchtwagen. Der geneigte Käufer kann also sorgfältig auswählen. Und das sollte er, denn ganz fehlerlos ist der Japaner nicht.

Karosserie und Innenraum: Auch wenn er größer wirkt – der Qashqai ist mit 4,33 Metern nur wenig länger als ein VW Golf, bietet aber einen deutlich größeren Laderaum.

Im Stadtverkehr ist der Kompakte somit noch einigermaßen handlich, auf Langstrecken überzeugen Raumgefühl und Staumöglichkeiten. Großgewachsene sollten aber vor dem Kauf die Beladung des Kofferraums simulieren – denn die Heckklappe öffnet nicht besonders weit. Auch auf den Fondsitzen fehlt es Großgewachsenen etwas an Kopffreiheit.

Welche Autos auch alt noch gut sind
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Je älter die Autos, desto höher ist die Mängelquote: Häufig verweigern die Prüfer die Plakette wegen Problemen mit der Beleuchtung - obwohl diese leicht zu erkennen sind. Laut dem aktuellen TÜV Report sind 63,9 Prozent der Autos mängelfrei zur Hauptuntersuchung vorgefahren, 12,5 Prozent hatten geringe Mängel. Basis sind 8,5 Millionen Hauptuntersuchungen; im Vorjahr lag die Quote mit 24,9 Prozent etwas höher.

Welche Autos als Gebrauchte besonders positiv und negativ beim TÜV auffallen, zeigt die folgende Bilderstrecke:

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Am besten schnitten Marken deutscher und japanischer Autobauer ab. Besitzer eines jungen Mercedes SLK, Audi A6 und Mercedes GLK haben bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) am wenigsten Ärger. Die durchschnittliche Mängelquote bei den zwei bis drei Jahre alten Gebrauchten liegt laut TÜV bei 8,4 Prozent.

MarkeModellQuote erheblicher MängelDurchschnittliche Laufleistung
Platz 1MercedesSLK2,426.000 km
Platz 2AudiA62,962.000 km
Platz 3MercedesGLK3,655.000 km
Platz 4Porsche9113,931.000 km
Platz 5BMWZ44,036.000 km

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Am besten schnitten Marken deutscher und japanischer Autobauer ab. Besitzer eines jungen Mercedes SLK, Audi A6 und Mercedes GLK haben bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) am wenigsten Ärger.

Bis zu dreijährige Exemplare des SLK haben demnach mit 2,4 Prozent die wenigsten erheblichen Mängel, wenn sie zum ersten Mal dem TÜV vorgeführt werden. Damit weist der Roadster die geringste Mängelquote auf, die der Technische Überwachungsverein je bei einem Fahrzeug gemessen hat.

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Sehr geringe Mängelquoten bei den HU-Untersuchungen lassen den TÜV-Experten zufolge auf eine gute Verarbeitungsqualität schließen, was wiederum für Gebrauchtwagenkäufer interessant sein kann. Beim Audi A6 beträgt die Mängelquote 2,9 Prozent, beim Mercedes GLK 3,6 Prozent.

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Auch die weiteren Top-Ten bei den zwei bis drei Jahre alten Gebrauchten belegen deutsche Marken: Porsche 911, BMW Z4, Mercedes E-Klasse Coupé, Audi Q5, Audi A3, Ford Focus, und Mercedes C-Klasse.

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Fahrzeuge bis drei Jahre

Dass es qualitativ auch anders geht, zeigt das Ende der Tabelle: Hier fällt auch in diesem Jahr der Dacia Logan negativ auf, mit einer Mängelquote von 15,7 Prozent. Das heißt: Jeder sechste muss in die Werkstatt, nachdem er das erste Mal bei der HU war.

Weitere Schlusslichter sind ...

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Die Verlierer in der Gruppe zwei- bis dreijährige Gebrauchte

Bei den Verlierern kommt kein Modell über eine Laufleistung von 50.000 Kilometern. Dennoch liegt die Mängelquote bei rund 15 Prozent. Darunter sind zwei Modelle aus dem Fiat-Konzern. Ford konnte auch bei der zweiten Generation des Ka dessen Fehleranfälligkeit nicht abstellen.

MarkeModellQuote der erheblichen MängelDurchschnittliche Laufleistung
Platz 125FordKa14,133.000 km
Platz 126CitroënBerlingo14,349.000 km
Platz 127FiatPanda14,834.000 km
Platz 128Alfa RomeoMito15,640.000 km
Platz 129DaciaLogan15,750.000 km

Wer richtig viel Platz benötigt, wählt daher die um 20 Zentimeter gestreckte Langversion Qashqai +2, die über eine versenkbare dritte Sitzreihe mit zwei Plätzen verfügt. Im Innenraum überzeugen gute Verarbeitung und ordentliche Materialauswahl, die beim Facelift 2010 noch einmal verbessert wurde. Bei der Bedienung gibt es leichte Schwächen wie etwa die unübersichtlichen Armaturen oder das umständliche schlüssellose Startsystem.

Hinter der Klappe ist viel Platz Quelle: Nissan

Hinter der Klappe ist viel Platz

Antrieb: Auf dem Gebrauchtwagenmarkt dominiert der Diesel. Der kleinere mit 1,5 Litern Hubraum und 78 kW/106 PS (später auch mit 76 kW/103 PS und 81 kW/110 PS) reicht im Normalfall aus, wurde aber anfangs nur gegen Aufpreis mit einem Rußpartikelfilter ausgeliefert. Der alternativ über die gesamte Laufzeit angebotene 2,0-Liter-Diesel mit 110 kW/150 PS ist zwar spürbar durchzugsstärker, verbraucht aber fast anderthalb Liter mehr. Den besten Kompromiss aus Leistung und Kosten bietet der, allerdings nur zwischen 2011 und 2013 angebotene 1,6-Liter-Diesel mit 96 kW/130 PS.

Bei den Benzinern besteht die Wahl zwischen einem 1,6-Liter-Triebwerk mit 84 kW/114 PS (später 86 kW/117 PS) und einem 2,0-Liter-Motor mit 104 kW/141 PS; beide sind im Vergleich zu den Dieseln allerdings sehr durstig und daher nur für Wenigfahrer zu empfehlen. Verzichtbar ist für die meisten Käufer auch der Allradantrieb, der sowieso nur für den jeweils stärksten Benziner und Diesel zu haben war.

Wer nicht gerade in schneereichen Gegenden wohnt, kann auf die Traktionshilfe getrost verzichten. Ein Geländewagen ist der Nissan sowieso nicht. Übrigens auch keine klassische Zugmaschine: maximal 1.400 Kilogramm dürfen an den Haken.

Die Verarbeitung ist gut, das Design mäßig Quelle: Nissan

Die Verarbeitung ist gut, das Design mäßig

Ausstattung und Sicherheit: Bereits in der Basisvariante „Visia“ hat der kompakte Nissan das wichtigste an Bord. Serie waren von Anfang an CD-Radio, Klimaanlage, geteilt umlegbare Rücksitze und Bordcomputer. Der Qashqai+2 verfügt zusätzlich über ein Panoramaglasdach (das sich allerdings nicht öffnen lässt) und eine längs verschiebbare Rückbank.

Aufgrund einer fairen Aufpreispolitik sind auch zahlreiche Fahrzeuge der besser ausgestatteten Variante „Acenta“ auf dem Markt, die zusätzlich mit Klimaautomatik, 17-Zoll-Felgen und Lederlenkrad aufwartet. Eher selten zu finden sind Modelle mit Automatik; für den großen Benziner gibt es ein hierzulande generell wenig gefragtes stufenloses Getriebe, der große Diesel kann mit einer Sechsgangautomatik kombiniert werden.

Die Sicherheitsausstattung ist mit sechs Airbags und ESP klassentypisch. Im EuroNCAP-Crashtest gab es die Höchstwertung von fünf Sternen.

Qualität: In Sachen Qualität bemängelte der TÜV in den ersten Jahren überdurchschnittlich häufig Mängel an den Achsen, führt das aber zunächst auf Verarbeitungsprobleme zurück, die durch eine Rückrufaktion kurz nach Markteinführung behoben wurden. Doch auch bei den jüngeren Modellen zählen Federn, Dämpfer und Antriebswellen weiterhin zu den wunden Punkten.

Bei der Testfahrt sollte daher ganz genau auf ungewöhnliche Fahrwerksgeräusche geachtet werden. Besonders bei Fahrzeugen mit Allradantrieb, die auch abseits befestigter Straßen bewegt wurden.

Darüber hinaus liegt der Verschleiß an den Bremsscheiben leicht über dem Durchschnitt, vor dem Kauf lohnt also eine Kontrolle, besonders bei viel gefahrenen Autos. Weitgehend problemlos zeigt sich hingegen laut HU-Statistik die Lenkung. Und auch Rost ist kein Thema.

Die +2-Version bietet Platz für sieben Quelle: Nissan

Die +2-Version bietet Platz für sieben

Fazit: Der Qashqai ist nicht zufällig Nissans Bestseller in Deutschland, bedient er sich doch aus den beiden beliebtesten Fahrzeugsegmenten. Aus der Offroad-Ecke stammen die die bullige Optik, das gute Platzangebot und die hohe Sitzposition, bei Verbrauch und Kosten hingegen ist er einem normalen Kompaktklässler deutlich näher.

Da zudem die Neuwagenpreise eher moderat waren, ist auch ein Gebrauchter zu einem ordentlichen Kurs zu haben – vor allem seit der Einführung des Nachfolgemodells im Februar 2014. Gut 8.000 Euro sollten aber trotzdem angelegt werden.

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