Nutzfahrzeuge
Was Gigaliner bringen

Überlange Lkw sind in Deutschland bisher nur im Rahmen von offiziellen Tests eingesetzt worden. Ende Juli wurden in Erfurt die Ergebnisse eines Thüringer Feldversuchs vorgestellt, bei dem 25 Meter lange Fahrzeuge über die Straßen rollten. Die Ergebnisse seien ermutigend, findet das Institut der deutschen Wirtschaft Köln - es sei zum Beispiel eine Menge Sprit gespart worden.
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Die Öffentlichkeit kennt sie vom Hörensagen als Gigaliner, EuroCombi oder Monster-Lkw. Gemeint sind überlange Lkw mit einer Länge von 25,25 Metern, was deutlich über dem heutigen Limit von 18,75 Metern liegt. Die Befürworter solcher Megalaster sehen die Chance, den Güterverkehr effizienter zu machen. Ein EuroCombi verspricht weniger Kraftstoffverbrauch und benötigt weniger Straßenraum, als wenn das gleiche Gütervolumen in herkömmlichen Brummis transportiert wird. Tatsächlich hat nach der Studie aus Thüringen ein einziger Gigaliner zwischen März 2008 und Ende September 2009 im Vergleich zu früher - als mehrere Lkw für die gleiche Transportmenge unterwegs waren - etwa 83.000 Fahrzeugkilometer und 12.000 Liter Diesel eingespart.

Sicherheitsbedenken unnötig?

Die Gegner der Riesenbrummis befürchten vor allem negative Effekte für den Bahngüterverkehr, aber auch Sicherheitsbedenken und die Belastung der Infrastruktur werden ins Feld geführt. In zahlreichen europäischen Feldtests, die in ihrem Umfang den Thüringer Test weit übertrafen, konnten aber viele dieser Bedenken ausgeräumt werden. So belastet ein überlanger Lkw die Straßenoberfläche deutlich weniger als die heutigen Brummis, und die Sicherheitsbedenken konnten nicht bestätigt werden. Auch in dem Thüringer Versuch gab es nicht einen Unfall durch die überlangen Lkw.

"Trotz der messbaren Vorteile wird der überlange Lkw nicht zum Standardbrummi der Zukunft", relativiert IW-Forscher Thomas Puls: Er könne längst nicht auf allen - engen - Straßen eingesetzt werden, und sein Einsatz mache auch nur dann wirtschaftlich Sinn, wenn heute auf einer Strecke mehrere Lkw pro Tag fahren, um das Frachtvolumen zu bewältigen. "Es spricht jedoch nichts dagegen, den Superlaster auf genehmigten Routen fahren zu lassen", heißt es in der Domstadt.

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