Offenporiger Fahrbahnbelag
Neuer Asphalt macht Straßen leiser

Der Straßenverkehr ist die bedeutendste Lärmquelle im Land. Ein neuer, offenporiger Fahrbahnbelag kann den Geräuschpegel um mehr als sieben Dezibel mindern.

hsn DÜSSELDORF. Mit einem neuartigen – so genannten offenporigen – Asphalt könnten Fahrgeräusche auf stark befahrenen Straßen deutlich reduziert werden. Das zeigt ein vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz gefördertes Projekt bei dem der neue Fahrbahnbelag auf drei verschiedenen Strecken über mehrere Jahre getestet wurde. Der neue Straßenbelag minderte den Geräuschpegel um mehr als sieben Dezibel. „Dies ist so viel, dass in vielen Fällen auf zusätzliche Schallschutzmaßnahmen verzichtet werden könnte“, sagt Rainer Kühne, Experte für Verkehrslärmschutz in der bayrischen Umweltbehörde.

Der Straßenverkehr ist die bedeutendste Lärmquelle im Land. Der Lärm von Autos und Motorrädern ist nicht nur lästig, er kann auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Daher suchen Umweltexperten beim Bund und in den Ländern seit Jahren nach wirksamen Lösungen um die störenden Fahrgeräusche weitgehend zu reduzieren. „Es hat sich gezeigt, dass dies am wirksamsten dort möglich ist, wo der Lärm entsteht“, sagt Kühne.

Normale Straßen haben heute eine feste geschlossene Fahrbahndecke. Die obere Deckschicht sorgt dafür, dass kein Wasser in die untere Schicht dringen kann und die Straßendecke im Winter nicht durch Eisbildung in dieser Schicht beschädigt wird. Die harte Decke hat jedoch den Nachteil, dass die Abrollgeräusche der Autoreifen recht laut sind.

Bei der offenporigen Deckschicht werden diese Geräusche geschluckt. Der Straßenbelag besteht aus Splitkörnern, die mit Bitumen umhüllt sind. Die Zwischenräume nehmen nicht nur den Schall auf, sie sorgen auch dafür, dass das Wasser durch die Lücken in die untere Schicht fließt und zur Seite in die Kanalisation abgeleitet werden kann.

Zwar hatte man bereits in den 80er Jahre mit offenporigen Belägen experimentiert, doch diese erste Generation des High-Tech-Asphalts hat sich in wenigen Jahren mit Staub und Dreck so zugesetzt, so dass der Lärmminderungseffekt wieder verloren ging. „Bei der neuen Generation der offenporigen Straßendecken arbeitet man nun mit einem Trick“, sagt der Lärmschutzexperte. Es werden zwei offenporige Schichten übereinander gelegt, eine feinporige oben und grobporige unten, so dass sich die Zwischenräume nicht so schnell zusetzen. Außerdem habe man bei der Verlegung der Straßendecke hinzugelernt.

Der offenporige Straßenbelag, der auch bei einer Sanierung von Straßen eingesetzt werden kann, ist zwar etwa doppelt so teurer. „Er rechnet sich aber immer dann, wenn auf zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen verzichtet werden kann“, sagt Kühne.

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