Oldtimer
Der lange Weg zum alten Auto

Alte Autos werden verschrottet - ganz alte Autos dagegen werden gehegt und gepflegt. Gerade in Zeiten der Abwrackprämie sind Klassiker und Oldtimer noch einmal stärker ins Bewusstsein gerückt. Doch in Deutschland ist die Zahl der Angebote begrenzt.

dpa/tmn HAMBURG. Während auf der einen Seite eine ganze Generation ausgemusterter Gebrauchsautos in die Presse wandert, entdecken viele Autofahrer die Schönheit wirklich alter Autos für sich. In diesem Zusammenhang kommt das Gespräch oft auf den Import. Denn in Deutschland ist die Zahl der Angebote begrenzt.

Die USA gelten als beliebtestes Ziel auf der Suche nach einem Klassiker - doch auch in anderen Ländern und Regionen gibt es schöne alte Autos. Das Problem dabei: Nicht von überall her gestaltet sich der Import gleich. Am einfachsten ist die Sache, wenn der Wagen aus einem EU-Land importiert werden soll. Dann ist im Grunde gar nichts zu beachten. "Es ist kein Zoll zu zahlen und auch keine Einfuhr-Steuer", sagt Karina Stephani, Expertin für Grenzverkehr beim ADAC in München. Zu achten sei aber darauf, dass die originalen Fahrzeugpapiere und ein Kaufvertrag vorhanden sind.

Anders sieht die Sache bei den sogenannten Efta-Staaten aus - dazu zählen die Schweiz, Island, Norwegen oder Liechtenstein. Hier gibt es Abkommen zwischen den Staaten. So ist eine Erleichterung bei den Zollgebühren gegeben, wenn der zu importierende Klassiker in einem der heutigen EU-Länder gebaut wurde. Vorgelegt werden muss dann ein Ursprungsnachweis, wodurch der Einfuhrzoll von zehn Prozent für PKW entfällt. Gezahlt werden müssen aber 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer.

Kommt der Wagen aus einem Land, das zu keiner der Gruppen zählt - wie den USA -, gelten noch andere Regeln: Hier fallen zehn Prozent Zoll und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer an. "Solche zusätzlichen Kosten müssen auf jeden Fall vor dem Kauf eines Oldtimer mit eingeplant werden", sagt Dieter Ritter, Oldtimer-Experte des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main. Durch diese Gebühren und weitere Kosten wie den Transport steigt der eigentlich Kaufpreis gut und gern um ein Drittel.

Zu den nicht immer schönen Alltäglichkeiten des Oldtimergeschäfts zählt laut Dieter Ritter, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Speziell bei der beliebten Fahrzeugsuche in den USA warnt der Experte vor Blendern: "Oft führt man dort nur eine optische Aufbereitung durch." Der Lack kann also glänzen, der Motor fabrikneu aussehen - trotzdem kann die Technik marode und das Blech des Unterbodens dem Rostfraß erlegen sein.

Auch in anderer Hinsicht sollte laut Ritter nicht alles geglaubt werden: Denn wer Verkaufsangebote von Klassikern aus den USA durchforstet, könnte zu dem Schluss kommen, dass jedes Fahrzeug im sonnigen Kalifornien unterwegs war - was mitnichten der Fall ist.

Abgesehen davon ist die Chance auf Schnäppchen vor allem bei gesuchten Oldtimermodellen auch im Ausland nicht mehr sehr hoch. Der eigentliche Vorteil besteht zum Beispiel in den USA in der Größe des Landes und damit der großen Auswahl: "Auf der finanziellen Seite bringt so ein US-Import in Kombinationen mit den anfallenden Kosten speziell bei europäischen Klassikern heute kaum noch einen Vorteil", sagt Jochen Strauch, Chef des Marktbeobachters Classic Data aus Castrop-Rauxel.

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