Oldtimer im Gebraucht-Check

914 – Der Porsche für VW-Fahrer

Es muss nicht immer ein Elfer sein. Auch der Porsche-Oldie 914 macht seine Fahrer glücklich. Vorausgesetzt, diese haben beim Kauf genau hingesehen – denn sonst wird der Klassiker zum teuren Spaß.
  • Adele Moser
Kommentieren
  • Spotpress
Vor über 45 Jahren gab es eine Kooperation zwischen Porsche und VW - daraus entstanden ist der Porsche 914, der von Herbst 1969 bis Anfang 1976 gebaut wurde.  Quelle: Oldtimer Markt
Vor über 45 Jahren gab es eine Kooperation zwischen Porsche und VW.

Daraus entstand der Porsche 914, der von Herbst 1969 bis Anfang 1976 gebaut wurde.

Porsche ist seit 2009 Teil des Volkwagen-Konzerns, doch schon vor über 45 Jahren gab es eine Kooperation zwischen den beiden Autobauern. Daraus entstanden ist der Porsche 914, der von Herbst 1969 bis Anfang 1976 gebaut wurde. Knapp 120.000 Einheiten wurden vom sogenannten Volksporsche produziert. Mittlerweile ist der Mittelmotor-Sportler ein Klassiker, doch Gebrauchtwagenkäufer sollten nach Einschätzung der Experten von „Oldtimer Markt“ nicht nur die Technik genau checken.

Karosserie und Innenraum: Fans können sich zwischen dem 914-4 und dem 914-6 entscheiden. Ersterer lief bei Karman in Osnabrück vom Band, der 914-6 kam aus Zuffenhausen. Da die Blechschneiderei Karman damals nicht berühmt war für ihre Rostvorsorge, kommt eigentlich jeder 914 mit der braunen Pest in Berührung. Bei der Qualität der Restaurierungsarbeiten an der Karosse trennt sich die Spreu vom Weizen. Besonders bei US-Importen wurde mit zentimeterdickem Spachtel getrickst.

Die Rostherde sind bei einer Besichtigung schwer auszumachen, da sie meist verdeckt sind. Als Schwachstellen nennt der Oldtimer Markt auch die hinteren Wagenheberaufnahmen, die Unterkanten der Türen, Stoßstangenaufnahmen sowie den Targabügel. Im Innenraum sind die Schweller und der Boden, vor allem im Bereich der Sitzschienen, einen Blick wert. Im hinteren Gepäckabteil rostet das Kofferraumblech oft in den Ecken und kann sich im fortgeschrittenen Alter über die gesamte Breite ziehen.

Jubiläum: Der „Volksporsche“ wird 40
HB_Porsche914
1 von 14

In aller Stille gründete die heutige Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG im April 1969 zusammen mit der damaligen Volkswagenwerk AG die VW-Porsche-Vertriebsgesellschaft mbh. Ausgestattet mit einem Grundkapital von fünf Millionen DM bereitete die neue Gesellschaft die Erfolgsstrategie für zwei Sportwagen vor, die zu diesem Zeitpunkt vor der Öffentlichkeit noch sorgsam verborgen wurden: Die VW-Porsche 914 und 914/6 ... Foto: VW-Porsche 614/6 von 1969 (PR)

HB_Porsche914
2 von 14

... Die Gründung der VW-Porsche-Vertriebsgesellschaft war der Anfang einer Erfolgsgeschichte. Und das glückliche Ende einer dramatischen Entwicklungsgeschichte ... Foto: Frühe Anzeigenwerbung (PR)

HB_Porsche914
3 von 14

... Denn Mitte der Sechziger Jahre war VW auf der Suche nach einem Nachfolger für sein in die Jahre gekommenes Sportcoupé Typ 34, besser bekannt als Karmann Ghia ... Foto: VW-Porsche 914 1,7 (PR)

HB_Porsche914
4 von 14

... und Porsche zielte währenddessen darauf ab, seine Marktposition mit einem Sportwagen im vielversprechenden Segment unterhalb des 911 zu erweitern. Vor diesem Hintergrund vereinbarten Ferry Porsche und VW-Chef Heinrich Nordhoff im Frühjahr 1966 eine Kooperation, die beiden Seiten Nutzen bringen sollte: Porsche erhielt von Volkswagen den Entwicklungsauftrag für einen preiswerten Mittelmotorsportwagen, der mit Vierzylindermotor als Volkswagen und mit Sechszylinder-Boxer als Porsche angeboten werden sollte ... Foto: PR

HB_Porsche914
5 von 14

Während die Entwicklungsarbeiten zügig voran kamen, gab es im VW-Vorstand einen unerwarteten Wechsel. Heinrich Nordhoff verstarb 1968 überraschend und Kurt Lotz übernahm den Vorsitz. Er erklärte den mündlich geschlossenen Vertrag für nichtig und bestand darauf, dass Volkswagen die alleinigen Vertriebsrechte für die Porsche-Auftragsentwicklung erhielt ... Phantombild: Porsche

HB_Porsche914
6 von 14

... Doch nach langem und zähem Ringen, bei dem die Zukunft des 914 mehr als einmal auf der Kippe stand, einigten sich beide Firmen in einem Kompromiss darauf, den Wagen VW-Porsche zu taufen und durch ein gemeinsames Vertriebsnetz auf den Markt zu bringen ...Foto: VW-Porsche 914/6 von 1969 (PR)

HB_Porsche914
7 von 14

Auf der Frankfurter IAA wurde der VW-Porsche 914 am 11. September 1969 als erster serienmäßiger Mittelmotorsportwagen Deutschlands vorgestellt. Foto: VW-Porsche 914/6 von 1969 (PR)

Für den Innenraum gibt es fast nichts mehr neu. Bei Baujahren bis 1972 machen die Fensterscheiben Probleme. Klappernde oder abstürzende Scheiben sind bekannt. Wie auch andere Fahrzeuge in diesem Alter leidet das Instrumentenbrett je nach Dosis der Sonneneinstrahlung und reißt. Nicht übelnehmen sollt man auch die Risse in der Sitzflanke der gealterten Kunsthaut.

Motor und Fahrwerk: Angetrieben wird der 914-4 von einem 59 kW/80 PS starken Vierzylindermotor, beim 914-6 steckt der Sechszylinder-Boxer des 911 T mit 81 kW/110 PS unterm Blech. Mit 19.000 Mark kostete der 914-6 stolze 7.000 Mark mehr als der Vierzylinder.

Für den Innenraum des Porsche 914 gibt es fast nichts mehr neu.  Quelle: Oldtimer Markt
Blick auf den Fahrer-Arbeitsplatz.

Für den Innenraum des Porsche 914 gibt es fast nichts mehr neu.

Dementsprechend liefen mit 3.332 Exemplaren recht wenige dieser teuren Exemplare vom Band und machen das Topmodell heutzutage zu einer gesuchten und teuren Rarität. Vom schwächeren 914 wurden rund 115.000 hergestellt. In der Regel ist ein gut gewarteter 914 ein zuverlässig fahrender Sportwagen.

Achillesferse Karosserie
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Oldtimer im Gebraucht-Check - 914 – Der Porsche für VW-Fahrer

0 Kommentare zu "Oldtimer im Gebraucht-Check: 914 – Der Porsche für VW-Fahrer"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%