Oldtimer-Messe Techno Classica
Wachstum mit angezogener Handbremse

Nach mageren Jahren wächst der Markt mit alten Autos wieder. Viele Händler auf der weltgrößten Oldtimer-Messe Techno-Classica zeigen sich vorsichtig optimistisch. Besonders das internationale Geschäft nimmt stetig zu. Doch in Deutschland könnten Klimaschutz-Regelungen den Markt abwürgen.

ESSEN. Vorsichtig streicht der in Jeans und braunem Pullover gekleidete Mann mit zwei Fingern über den chromblitzenden Rahmen der Windschutzscheibe eines 35 Jahre alten, weinroten BMWs. Dann wandern seine Augen über die beigen Ledersitze und das abgegriffene Kunststoff-Lenkrad. Hinter ihm drängeln schon die nächsten Neugierigen, um eine Blick auf das historische Blech zu werfen.

Die Techno-Classica ist die größte Oldtimer-Ausstellung weltweit. Im vergangenen Jahr strömten rund 150 000 Fans klassischer Fahrzeuge auf das Messegelände in Essen. Laut Angaben der Messe-Organisatoren reisten Besucher aus 37 Ländern zur Ausstellung an.

Doch das Treffen dient nicht nur der Zurschaustellung hochglanzpolierter, alter Autos. Die Techno-Classica ist ein handfester Handelsplatz für Oldtimer. Bei der letzten Messe standen 2 000 Fahrzeuge zum Verkauf. Rund 40 Prozent der ausgestellten Klassiker wechselten dann auch den Besitzer. Dieses Jahr liegt die Zahl der zum Verkauf stehenden Autos nach Angaben der Messe bei 2 500.

Der Markt mit alten Automobilen wächst europaweit. In der EU beziffert sich der jährliche Handelsumsatz mit Autos, die älter als 25 Jahre sind, auf immerhin rund 16 Mrd. Euro. Das Ergab eine Umfrage des Internationalen Verbands für historische Fahrzeuge (Fédération Internationale des Véhicules Anciens, FIVA).

„Die Aussichten für den Oldtimer-Markt sind positiver, sehr viel positiver“, sagt Eckhard Lüngen, der vor allem mit Vorkriegsmodellen handelt. In Zeiten guten Konjunktur und zunehmender Konsumfreude steigen auch die Ausgaben für so teure Hobbys wie die Oldtimer-Liebe. „Im Grunde sind das ja Gegenstände, die der Mensch nicht dringend braucht“, sagt Lüngen. Aber wenn das Geld zur Verfügung stehe, seien die Liebhaber auch zu erheblichen Investitionen in das Tramauto bereit.

In Deutschland waren im Januar etwas über eine Million der zugelassenen Autos 25 Jahre oder älter. Im gleichen Monat des Vorjahres belief sich die Zahl lediglich auf 920 000, so eine Zählung des Marktbeobachters Classic-Data.

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