Opel Ampera im ADAC-Test
Teuer, aber technisch gut

Das zum Ampera baugleiche Schwestermodell Chevrolet Volt ging drei Wochen nach einem US-Crashversuch in Flammen auf. Jetzt hat der ADAC dem Ampera auf den Zahn gefühlt, dessen Auslieferung Opel gestoppt hat.
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München/DüsseldorfDer ADAC hat als erster Autoclub den Opel Ampera einem technischen Test unterzogen. Das Ergebnis: Opel hat ein alltagstaugliches Elektroauto mit hoher Reichweite und günstigem Verbrauch entwickelt. Im ADAC Autotest, der über 300 Kriterien prüft, holte der Ampera die Gesamtnote 2,1. Top-Bewertungen gab es bei Umwelt (1,3) und Motor (1,6). Aber: Der Ampera ist mit einem Preis von mehr als 48.000 Euro vergleichsweise teuer.

Der Opel Ampera ist ein Elektroauto mit sogenanntem Reichweitenverlängerer (Range Extender). Den Antriebsstrom holt sich das Hochvoltgefährt entweder aus der Batterie oder es lässt sich den Strom vom Verbrennungsmotor produzieren. Der Elektropionier braucht keine spezielle Ladestation für E-Autos, man kann ihn an einer einfachen Haushaltssteckdose aufladen. Mit voller Batterie kommt er 40 bis 80 Kilometer weit. Dabei bleibt der Verbrennungsmotor inaktiv. Mit Benzinmotor kommt der Ampera noch einmal 500 Kilometer weiter.

Opel Ampera: Die Testergebnisse des ADAC im Detail

Fährt man rein elektrisch und bekommt die Batterie nach 50 Kilometern – zum Beispiel beim Stopp am Arbeitsplatz – Strom, konsumiert der Ampera durch-schnittlich 17,4 kWh/100 km und kommt auf einen Kohlendioxidanteil von 98 g/km. Damit ist der Opel zwar nicht so gut im Verbrauch wie der rein elektrisch fahrende Mitsubishi i-MiEV (93 g/km), allerdings ist der Ampera größer und schwerer.

Auch in puncto Sicherheit überzeugt der Opel, alle wichtigen Ausstattungen sind an Bord. Wegen seines hohen Gewichts (1.720 kg) liegt der Stromer ruhig und komfortabel auf der Straße.

Das zum Ampera nahezu baugleiche Schwestermodell Chevrolet Volt ging im Frühjahr 2011, drei Wochen nach einem Crashversuch in den USA, in Flammen auf. Rückschlüsse auf die generelle Crash-Sicherheit von E-Autos lassen sich daraus laut ADAC allerdings nicht schließen.

Der Automobilclub hatte 2011 ebenfalls als erste Verbraucherschutzorganisation den Mitsubishi i-MiEV einem Crashtest unterzogen. Das Ergebnis damals: Dieses E-Auto ist sicher, die Batterien blieben unversehrt. Befürchtungen, dass sich das Elektroauto als „Strombombe“ erweisen könnte, konnten eindeutig widerlegt werden.

Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt Online / Redakteur

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  • ... das Auto beim Crash-Test stand mehrere Wochen beschädigt in der Ecke. Erst nach einer so langen Zeit kann sich Hitze durch chemische Reaktionen in der kaputten Batterie soweit aufbauen. Nach Unfällen müssen bei allen E-Autos die Batterien abgeklemmt werden.

  • http://www.im-auto.de/autonews/5329.html

    Die Auslieferung wurde nicht gestoppt. Bitte korrigieren Sie das.

  • Na dann kann man nur hoffen, dass nach einem Unfall im Strassenverkehr auch jemand von GM vorbeikommt, der die Batterien abklemmt.

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