Opel Ampera
Opels lautloses Elektroauto im Test

Opel setzt große Hoffnungen in das E-Auto Ampera. Das Auto hat nicht nur eine grüne Technologie, sondern auch ein grünes Gewissen. Es ermahnt den Fahrer zu ökologischer Fahrweise. Opels geräuschlose Innovation im Test.

MainzEs ist der Sound der automobilen Zukunft, und er klingt - nach nichts. Nur ein grüner Schriftzug "ready" im Armaturenbrett weist darauf hin, dass der Opel-Elektrowagen Ampera startbereit ist, nachdem ich den im sanften Blau leuchtenden Startknopf gedrückt habe. Sonst ist nichts zu hören. Das Auto bleibt still. Kann es losgehen?

Es kann. Ich drücke leicht auf das Gaspedal - und der Wagen setzt sich leise summend in Bewegung. Erst ab einem Tempo von 60 Stundenkilometern sind deutlich Wind- und Abrollgeräusche vernehmbar.
Der Start in die elektrische Zukunft der Autoindustrie beginnt lautlos. Da auch die Passanten nichts hören, habe ich vorsichtshalber am Ende des Blinkers einen Knopf für einen dezenten Fußgänger-Warnton. Wer das tiefe Brummen eines Motors gewöhnt ist, muss sich nämlich umstellen: Nun herrscht der Klang der Stille.

Opels PR-Kampagne für den Wagen steht dazu in krassem Gegensatz. Kaum ein Detail, das der Hersteller nicht schon lautstark vermarktet hätte. Doch Zurückhaltung kann der Hersteller sich nicht leisten. Für die deutsche Tochter von GM geht es um viel. Der vor zwei Jahren noch ums Überleben kämpfende Autobauer legt mit dem Auto einen Blitzstart ins Elektrozeitalter hin - am 28. November rollt der wichtige Imageträger bereits zu den Händlern. 7000 Bestellungen liegen bereits vor, bis zu 12 000 Fahrzeuge sollen 2012 verkauft werden. Das sind überschaubare Größenordnungen. Der satte Preis von 42 900 Euro für den praxistauglichen Elektrowagen schreckt viele ab. Doch die Technik des Wagens ist so konzipiert, dass er eines der größten Probleme der batteriebetriebenen Wagen umschifft: deren geringe Reichweite.

Denn die große Stunde des Ampera schlägt, wenn der Akku nach gut 60 rein elektrisch gefahrenen Kilometern langsam den Saft verliert. Der Bordcomputer startet jetzt den Countdown und zählt die verbliebenen Kilometer auf dem Bildschirm vor meinen Augen ab. In anderen E-Autos muss man sich als Fahrer nun hektisch nach einer Stromquelle umschauen.

Und im Ampera? Ich halte kurz den Atem an. Doch dann höre ich plötzlich das erlösende leise Brummen eines kleinen Benzinmotors, der als sogenannter Range-Extender - zu deutsch: Reichweitenverlängerer - automatisch anspringt und den Elektromotor auf Trab hält. Kein Ruckeln, kein Schütteln, nichts deutet darauf hin, dass jetzt der Generator läuft und der Strom an Bord mit Benzin erzeugt wird. Nur die Anzeige auf dem großen Monitor ändert sich - und ein Symbol für den Verbrennungsmotor erscheint auf dem Display. Mit vollem Tank und voller Batterie sind so 500 Kilometer Reichweite möglich, versichert mir das Display. Eine beruhigende Nachricht.
"Wir wollten ein vollwertiges Alltagsauto", sagt Thomas Berger, Leiter Elektromobilität bei Opel. Wer in dem 4,5 Meter langen Ampera Platz nimmt, findet sich in einer ganz normalen Limousine der unteren Mittelklasse wieder. Ein wenig stört der große Mitteltunnel, der den Wagen der Länge nach trennt - dort ist die Batterie untergebracht.

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Ist der Wagen tatsächlich aus?

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