Opel Astra 1.7 CDTI Edition im Test
Beginn einer langen Freundschaft?

Eine Stufenhecklimousine der Kompaktklasse gilt gemeinhin nicht als Ausdruck automobiler Extravaganz. Ein Auto wie der Opel Astra muss vor allem im Alltag überzeugen. Eindrücke aus 2.000 Testkilometern.
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DüsseldorfBeginnen wir mit einem kleinen Lob für Opel. Entgegen den Gepflogenheiten der Branche, Testwagen nach dem Rezept für eine gute Bulette auszustatten ("Alles Drin!"), stellten die Rüsselsheimer ihren Astra Stufenheck in der Ausstattung "Edition" zur Verfügung. Diese Ausstattung rangiert über der Basisausstattung "Selection" und konzentriert sich bei ihren Details auf das, was für den automobilen Alltag wirklich wichtig ist: Einparkhilfe hinten, Klimaanlage, Tempomat, ordentlich klingendes Radio mit CD-Player und elektrische Fensterheber.

Zum Kennenlernen eines Autos reichen tatsächlich Stahlräder, in diesem Fall mit 16 Zoll Durchmesser. Und auch der Lack muss nicht in metallischen Farbtönen glänzen.

Lange genossen Stufenheck-Versionen von Klein- und Kompaktwagen in unseren Breiten keinen guten Ruf. Nicht weil es an praktischen Eigenschaften fehlte, die entsprechenden Steilheck-Versionen verkauften sich teilweise millionenfach. Formal waren die Limousinen in den meisten Fällen gewöhnungsbedürftig.

Um es vorsichtig auszudrücken: Ob VW Jetta als Golf-Limo, Ford Orion als Escort-Viertürer - die Viertürer kamen meist als Kompakte mit einem lieblos angehängten Rucksack daher. Doch da Kunden im Süden und Osten Europas auf diese Fahrzeugform stehen, gehören die kompakten Limousinen zum gesetzten Produktportfolio der Massenhersteller.

Eine wie auch immer geartete Vernachlässigung durch die markenverantwortlichen Formschöpfer lässt sich der Astra Limousine auf keinen Fall vorwerfen. Der Viertürer tritt unverwechselbar mit harmonischen Proportionen und eigenständig auf.

Dass ein Astra als Limousine durchaus etwas hermacht, liegt an den Dimensionen. 4,66 Meter Länge übertreffen sogar den letzten Opel Rekord (1977 - 1986) um vier Zentimeter und der war zu seiner Zeit der ungekrönte König der Mittelklasse. Sogar beim Radstand übertrifft der Astra mit 2.685 Millimeter den Rekord E, der es in dieser Disziplin auf 2.668 Millimeter brachte.

Somit ist auch das Platzangebot im Astra ohne Fehl und Tadel. Die Sitze für Fahrer und Beifahrer sind vielfach verstellbar und im Fond bringen auch Großgewachsene ihre Knie ohne Kontaktaufnahme mit den vorderen Sitzlehnen unter. 460 Liter Gepäckraumvolumen gehen auch nicht vor dem Urlaubsgepäck einer vierköpfigen Familie in die Knie und dank der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzbank lässt sich das Transportvolumen auf 1.010 Liter erweitern. Somit besteht auch kein Grund, im Frühjahr das Gartencenter ohne Mulch und Maiglöckchen links liegen zu lassen.

Das Cockpit zieht sich in einem leichten Rund über den Armaturenträger, der Bogen führt weiter in die Türinnenverkleidungen, was einen stimmigen Eindruck hinterlässt. Die Bedienung konzentriert sich auf die Mittelkonsole, fällt aber arg kleinteilig mit winzigen Knöpfchen aus.

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Beginn einer langen Freundschaft?

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Eine gewisse Anfahrschwäche

Kommentare zu " Opel Astra 1.7 CDTI Edition im Test: Beginn einer langen Freundschaft?"

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  • Eine wie auch immer geartete Vernachlässigung durch die markenverantwortlichen Formschöpfer lässt sich der Astra Limousine auf keinen Fall vorwerfen.

    Welch ein stumpfsinniger geschriebener Kauderwelch.

    Sagen sie einfach dass dieses Auto Chic ist ...Ende.

  • @ cucco: Zur Preisentwicklung:
    Rekord E 1977 1.7N 60PS ab 13640DM
    Astra Limo 2013 1.4 100PS ab 18270€
    Das ergibt ne durchschnittliche Inflation von 2,8% wobei die zusätzlich Serienausstattung nicht berücksichtigt wurde.
    Also ich kann hier keine überdurchschnittliche Preissteigerung erkennen. Hört sich zwr erst mal viel an, aber auf 35 Jahre gesehen ist es nicht so arg viel, zumal die meisten Löhne in der Zeit stärker gestiegen sein sollten (da waren eher die letzten 10-15 Jahre mau)

  • Ein Test von 2000km kann nicht viel mehr sein als der Kunden Check im Schaufenster des Verkäufers. Aber es ist eben schon eine Hilfe für die Vorentscheidung, überhaupt zum Opel Händler zu gehen. Ich hatte den erwähnten Rekord aus den 70er Jahren gefahren, gebraucht vom Onkel bekommen in sehr gutem Zusatnd. Der war in der Tat ein enorm bequemes Auto für den ruhigen Fahrer, mit 60 PS 1.7l Motor und um die 6 L/100 km ein technisch fortschrittliches Auto, doch für 1/4 des heutigen Preises. Die Tendenz geht dahin, die Autopreise überdurchschnittlich steigen zu lassen, um Aktionäre zu befriedigen und Reserven für das Mismanagement der outsourcing Produktion zu schaffen. Ein nachteilige Entwicklung für den Normalverbraucher! Zum Teil Schuld sind die Studiengänge in Management und -ähnlichen Kursen, die fern jeder praktischen und beschäftigungd-verrtäglichen Vernunft stehen, so dass Kaufleute mit Bankster Mentalität die Produktion der Autofirmen bestimmen.

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