Test + Technik
Opel Astra Caravan: Clever gepackt

Mit dem neuen Caravan erweitert Opel die Astra-Baureihe. Der Neue ist ein richtig schicker Kombi. Eine Dachreling verleiht dem 4,51 Meter langen Transport-Talent zusätzliche Dynamik.

dpa HAAR. Die wie beim Fünftürer ausgestellten Radhäuser und in Wagenfarbe lackierten Stoßfänger sowie Zierleisten sorgen für einen sportlichen Auftritt. Dabei unterscheidet sich der Caravan nur wenig vom Fünftürer und ist an dessen dynamische Linienführung angelehnt.

Auch im Cockpit wiederholt sich die moderne Opel-Formensprache. Die Instrumente sind übersichtlich angeordnet, alle Schalter und Knöpfe bequem zu erreichen. Überraschend gut sind die Ausstattungsmöglichkeiten: Bereits serienmäßig sind beispielsweise ein Tempomat an Bord, ein in Höhe und Länge verstellbares Lenkrad und die Wärmeschutzverglasung.

Gegen Aufpreis gibt es Features wie eine Lenkradfernbedienung fürs Radio, einen Parkpilot oder eine komplette Lederausstattung. Optional ist auch das mitlenkende Kurvenlicht lieferbar. Unser Testwagen war mit dem Navigationssystem CD 70 Navi ausgerüstet. Es ist nicht nur bedienerfreundlich, es hat auch ein übersichtliches, gut ablesbares Farbdisplay. Beides zusammen kostet 2 130 Euro. Schade: Sowohl für eine Klimaanlage als auch für die Klimaautomatik ist Extra-Geld fällig.

Zunächst zum Wesentlichen eines Kombis: dem Stauvolumen. Im Vergleich zum Fünftürer hat der Caravan mit 2,70 Metern einen neun Zentimeter längeren Radstand. Bis zu 1 590 Liter Gepäck passen hinein, das sind 90 Liter mehr als beim Vorgänger. Schön: Der Raum lässt sich variabel nutzen. Beispielsweise ist die Rücksitzbank um vier Zentimeter nach hinten und um 6,5 Zentimeter nach vorn verschiebbar - so haben entweder die Passagiere mehr Beinfreiheit oder fürs Ladegut ist mehr Volumen vorhanden.

Die Sitze lassen sich im Verhältnis 60:40 geteilt umlegen. Das funktioniert mit nur wenigen Handgriffen. Auf Wunsch - bei der Ausstattung Enjoy in Serie - kann der Mittelteil der Rücklehne separat geklappt werden. Gegen Aufpreis ist sogar der Beifahrersitz umlegbar - auf einen teueren Miet-Transporter für bis zu 2,70 Meter lange Baumarkt-Waren kann man so vielleicht verzichten.

Clever ist auch der so genannte Flexorganizer für das Ladeabteil. Er ist bereits aus dem Vectra Caravan bekannt. In zwei Aluminium- Schienen, rechts und links an den Seitenwänden im Kofferraum angebracht, lassen sich Netze und Trennwände fixieren. Das verhindert nicht nur ein unkontrolliertes Umherkullern des Wochenendeinkaufs, sondern schafft auch eine gewisse Ordnung der Dinge. Zusätzlich hat der Kofferraum des Astra-Kombi verschiedene Staufächer in den Seiten für diverse Utensilien wie Sanikasten und Warndreieck.

Eine interessante Lösung bietet das Gepäckraum-Rollo: Zum automatischen Öffnen der Abdeckung muss lediglich der Griff angetippt werden - schon gleitet sie nach hinten in ihre Kassette.

Derzeit kann der Caravan mit fünf verschiedenen Otto-Motoren geordert werden - vom 1,4-Liter-Twinport mit 90 PS bis zur Zweiliter-Maschine, die turbobeatmet satte 200 PS liefert. Das muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen - vor ein paar Jahren hatte ein GSI noch 115 PS und galt damit als stark motorisiert. Die vier Aggregate umfassende Selbstzünder-Reihe geht bei einem 80 PS starken 1,7-Liter- Common-Rail-Turbodiesel (Cdti) los. Die Top-Motorisierung bildet ein 1,9-Liter-Cdti mit satten 150 PS.

Der 1.9 Cdti-Diesel ist ein richtig starkes Aggregat. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern liegt bei 2000 Touren nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Rücken spürbar an. Wer fleißig schaltet, was dank des exakten Sechsgang-Getriebes richtig Spaß macht, kann den 150-PS-Kombi wie einen Sportwagen fahren. Doch die Kraft macht nicht nur Freude, sondern wird vor allem dann nutzbringend, wenn das Auto im Urlaub ohnehin besonders beladen ist oder noch ein Wohnwagen zu ziehen ist.

Das Fahrwerk des Familien-Autos ist komfortabel und gibt auch bei ambitionierter Fahrweise in Kurven keinen Anlass zur Kritik. Das liegt unter anderem am serienmäßigen Idsplus-System, das über eine elektronische Dämpferkontrolle, ESP und ABS mit Bremsassistent verfügt. Alle Systeme sind per Computer vernetzt und optimieren das Fahrverhalten. Ein Berg-Anfahr-Assistent hilft zudem beim Wegkommen an Steigungen: Der Bremsdruck wird anderthalb Sekunden nach Lösen der Fußbremse gehalten. Der Fahrer hat also genügend Zeit, den Gang einzulegen und Gas zu geben.

Der Astra Caravan kostet ab 15 995 Euro. Dafür bekommt man das Grundmodell 1.4 Twinport mit 90-PS-Ottomotor. Vier weitere Ausstattungsumfänge sind orderbar. Unser Testwagen, der Caravan 1.9 Cdti mit 150 PS hatte mit der Ausstattung „Sport“ einen Basispreis von 21 955 Euro.

Fazit: Stauprobleme intelligent gelöst

Der neue Astra Caravan ist ein moderner Kombi, der eigentlich den Beinamen „Sport“ verdienen würde. Zu seinen besonderen Merkmalen zählt die Flexibilität des Innenraumes, der sich leicht für verschiedene Transportaufgaben nutzen lässt.

Auch der clevere Flexorganizer, der im Kofferraum Ordnung schafft, zählt zu den Dingen, die besonders Familien mit Kindern lieben werden. Stauprobleme können so locker gelöst werden.

Zu den weiteren Vorteilen gehören die verschiedenen Motorisierungsmöglichkeiten, die richtig starke Varianten beinhalten. Immerhin: Satte 200 PS sind für einen Kompakt-Kombi derzeit noch selten. Und nicht zuletzt das innovative Idsplus-Fahrwerk und die Ausstattungsmöglichkeiten mit beispielsweise dem automatischen Kurvenlicht machen den Astra Caravan zu einem guten Angebot in seiner Klasse.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%