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Opel Insignia im Gebraucht-Check: Hoffnungsträger made in Rüsselsheim

Er gilt als Vorzeigemodell der Opelaner. Mit dem Insignia wollten die Rüsselsheimer beweisen, dass sie in der Lage sind, gute Autos zu bauen. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt zeigt sich: Sie können es.

Besser als sein Vorgänger Vectra: Der Opel Insignia ist nicht besonders pannenanfällig, so das Urteil von TÜV und ADAC. Quelle: PR
Besser als sein Vorgänger Vectra: Der Opel Insignia ist nicht besonders pannenanfällig, so das Urteil von TÜV und ADAC. Quelle: PR

BerlinIn der seit Jahren schwelenden Opel-Krise war er plötzlich da: der Insignia. Mit dem Mittelklassemodell verbanden die Rüsselsheimer Hoffnung im Gerangel mit der Konzernmutter General Motors. An dem gespannten Verhältnis vermochte das Modell zwar nichts ändern, doch wenigstens können die Opelaner für sich in Anspruch nehmen, ein recht gutes Auto auf die Räder gestellt zu haben. Gegenüber seinem etwas anfälligen Vorgänger Vectra hat der im Stammwerk gefertigte Insignia an Qualität zugelegt.

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150 Jahre Opel Nähmaschinen, Laubfrosch und Raketenantrieb

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"Das Modell fällt nicht besonders negativ auf", schreibt der ADAC mit Blick auf seine Pannenstatistik und attestiert dem Auto «durchschnittliche Zuverlässigkeit». Auf dem Prüfstand bei der Hauptuntersuchung (HU) überwiegen die positiven Eigenschaften: Rost sei beim Insignia kein Problem, Bremsen lieferten bis dato gute Ergebnisse - insgesamt überzeuge der Insignia, heißt es im "TÜV Report 2013".

Aber kein Auto bleibt pannenfrei: Der ADAC diagnostiziert bereits ab dem zweiten Betriebsjahr Batterieprobleme. Zudem bekämen es die ersten Exemplare von 2008 vergleichsweise häufig mit Defekten an Generatoren und gerissenen Antriebsriemen zu tun. Anfällig sind demnach vor allem die Diesel: Turbolader-Probleme (2009) sowie Störungen des Motormanagements und der Ladedruckregelung (alle Baujahre) sind typische Macken.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

  • Fahrzeugbesichtigung

    Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

  • Papiere prüfen

    Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

  • Blick unter die Haube

    Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

  • Rostsuche

    Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

  • Lack-Check

    Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

  • Systemtest

    Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

  • Probefahrt

    Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

  • Tachostand

    Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

  • Sachverständiger

    Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

  • Seriösen Anbieter erkennen

    Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

2008 kam der Opel Insignia als Stufenhecklimousine und als Schrägheckmodell mit fünf Türen auf den Markt. 2009 reichte Opel den Sports Tourer genannten Kombi nach. Der Insignia heimste einige Auszeichnungen ein, darunter den "red dot design award". Mit dem Start der neuen Mittelklasse bei Opel wurde der Vectra eingestellt.

Selbst für ein Kernmodell ist das Angebot an Motoren riesig beim Insignia. Das Spektrum der gebauten Benziner reicht vom Vierzylinder mit 85 kW/115 PS bis zum V6 mit 239 kW/325 PS. Die Diesel, alles Vierzylinder, decken eine Spanne von 81 kW/110 PS bis 143 kW/194 PS ab. Seit Sommer 2012 im Angebot ist eine LPG-Variante für den Betrieb mit wahlweise Autogas oder Benzin, die auf 103 kW/140 PS kommt. In den beiden Jahren davor hatte Opel für den Insignia eine auf Bio-Ethanol ausgelegte, 162 kW/220 PS starke Motorvariante im Programm.

Die neuen Kombis Lust auf Ladung

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Als Gebrauchter ist der Opel laut dem TÜV recht günstig zu haben. Die Schwacke-Liste weist für den Insignia 1.6 Selection mit Fließheck von 2008 (85 kW/115 PS) mit 9.700 Euro den niedrigsten Richtpreis aus, bei einer angenommenen Laufleistung von 67.200 Kilometern. Für ein gleich altes Fahrzeug können aber auch rund 16.100 Euro anfallen - etwa für den Insignia 2.8 V6 Turbo Sports Tourer 4x4 Cosmo mit 191 kW/260 PS (76.800 Kilometer).

Jünger und günstiger ist der Insignia 2.0 CDTI Sports Tourer Selection mit 81 kW/110 PS von 2011, den Schwacke mit 14.850 Euro listet (44.850 Kilometer). Ein Insignia 2.0 Turbo Bio-Ethanol Edition mit Stufenheck kostet noch um die 15.950 Euro (43.200 Kilometer).

Quelle: dpa
  • 12.05.2013, 19:48 UhrHarryx

    Nicht das es mir wirklich was angeht, aber das ist der Grund warum wohl Bochum zu geht: Opels würden wegen den unbegründeten Negativen Medienberichten weniger gekauft. Das jetzt Opel durch Bochum mit ins Grab gezogen werden will ist wohl nur Eigennutz. Sorry. Das in einer Marktwirtschaft bei Verluste auch Teil zugemacht werden ist ja eher normal...leider. Was nicht drin ist kann man nicht raus holen

  • 12.05.2013, 15:09 UhrSANTOS

    AUS SOLIDARITÄT ZU DEN OPELANER IN BOCHUM...

    die wegen der falsche Politik von General Motors schon bald ihren Arbeitsplatz verlieren werden...

    KAUFT MAN GAR KEINEN OPEL oder AUCH KEINEN CHEVROLET MEHR !

    ERST WENN GENERAL MOTORS SEINE WERKSCHLIESSUNG IN BOCHUM ZURÜCK NIMMT...erst dann darf man wieder einen Opel kaufen.

    So wie General Motors nicht in Bochum BEI SEINE JAHRELANGE TREUE WERKER investieren will um dort die Arbeitsplätze zu erhalten...GENAUSO WENIG DARF MAN DIE FALSCHE POLITIK VON GENERAL MOTORS IN ANDERE GEBIETE ODER MARKEN UNTERSTÜTZEN...MAN BOYKOTTIERT GENERAL MOTORS ÜBERALL...nur diese Sprache verstehen die große Wirtschaftsbosse...dann spricht eben der Verbraucher aus was nicht einmal Gewerkschaften auszusprechen wagen.






  • 12.05.2013, 12:25 UhrCyberF

    Wenn der Insignia tatsächlich besser als der Vectra ist .... kaufe ich mir wieder einen OPEL. Hatte vor meinem Signum (1.9 CDTI; vernünftige Alufelgen geändertes Fahrwerk und dann hat der Schuh auch gepasst;-)) nie einen OPEL sondern stetig Fahrzeuge aus dem VAG-Konzern. Der letzte Wagen war ein sehr zuverlässiger SEAT LEON TopSport TDI. Jetzt nach 168 tkm mit meinem ersten OPEL kann ich nur positives berichten. Die Verschleisteile sind wesentlich günstiger als für ein VAG-Fahrzeug (ca. 1/3). Die Wartungen sind einfach, man hat sich Gedanken gemacht. Vom P/L/Q-Verhältnis absolut unschlagbar (was da alles rein passt) "und" zusammengbaut in Germany.

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