Pannensichere Pneus
Keine Angst vorm Plattfuß

Reifen sind rund, schwarz, aus Gummi und haben in der Mitte ein Loch. Es gibt welche für den Winter und den Sommer, es gibt teure und billige und manchmal machen sie schlapp. Das galt bisher. Doch die Reifenindustrie hat den Pneu längst neu erfunden.

DÜSSELDORF. Der Autoreifen der Zukunft ist intelligent. Reifenpannen und Radwechsel - das war einmal. Die Hersteller haben die ersten Reifen entwickelt, mit denen Fahrer trotz Plattfuß noch 200 Kilometer fahren können - allerdings mit gedrosselter Geschwindigkeit. Allenfalls 80 Kilometer pro Stunde sind erlaubt. Der Wegfall des Ersatzreifen schafft Platz im Kofferraum, die Gewichtseinsparung senkt den Verbrauch.

Und das ist nicht alles. Künftig wird es Reifen geben, die den Reifendruck der Beschaffenheit der Fahrbahn anpassen, je nachdem, ob es über Kopfsteinpflaster oder Traumasphalt geht. Mit einem Chip ausgestattete Reifen senden Signale an den Bordcomputer, um Bremsen, Fahrverhalten und Verbrauch zu optimieren.

Zwei technische Systeme konkurrieren um die Führerschaft in der neuen Reifenwelt. Auf der einen Seite kämpft der französische Hersteller Michelin und seine Verbündeten Goodyear, Pirelli und Sumitomo. Sie bringen es im Geschäft mit Reifen, in dem zuletzt jährlich weltweit 71 Milliarden Euro umgesetzt wurden, auf einen Marktanteil von 45 Prozent. Die Franzosen möchten ihr so genanntes Pax-System als Weltstandard durchsetzen. Verliert der Reifen Luft, wird der Mantel von einem Stahlring so abgestützt, dass eine Weiterfahrt bei gedrosseltem Tempo möglich ist. Eine spezielle Verbindung verhindert, dass der drucklose Reifen von der Felge springt.

Damit es erst gar nicht zur Panne kommt, überwacht ein hinter dem Ventil sitzender Sensor ständig Luftdruck und Temperatur. Stimmt etwas nicht, schlägt der Bordrechner Alarm. Zusätzlich ist es den Michelin-Ingenieuren gelungen, den Rollwiderstand des Pneus um zehn Prozent zu reduzieren. Das senkt den Benzinverbrauch. Nachteil der Michelin-Erfindung: Die Pax-Reifen können nicht nachträglich ans Auto geschraubt werden, da sie spezielle Felgen benötigen. Die Reifenrevolution läuft also nur pneu à pneu über Neuwagen.

Beim Renault Scénic gibt es die Reifen seit 2004 in Serie, auch der Audi A8 wird auf Wunsch mit den nicht plattzukriegenden Reifen ausgeliefert. Auch beim neuen Rolls-Royce soll das Pax-System Standard werden.

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