Test + Technik

Ein Spießer auf Abwegen

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Mit 16,5 Zentimetern Bodenfreiheit soll der Alltrack locker über Holperpisten rollen. Quelle: Sebastian Schaal
Mit 16,5 Zentimetern Bodenfreiheit soll der Alltrack locker über Holperpisten rollen. Quelle: Sebastian Schaal

Eine lange Liste mit teuren Extras

Natürlich war der Testwagen, den uns VW zur Verfügung gestellt hatte, gespickt voll mit Assitenzsystemen. Schließlich will man zeigen, was alles geht. Insbesondere die Kombination aus Tempomat und automatischer Distanzregelung macht das Leben leichter - und das Fahren fast schon zu einfach. Auf der Autobahn wird der Tempomat auf eine bestimmte Geschwindigkeit programmiert, dazu noch der Abstand zum Vordermann festgelegt – und schon beschleunigt und bremst der Wagen von alleine. Das lässt sich durchaus über lange Strecken durchhalten. Nur Lenken muss der Fahrer noch selbst.

Volkswagen-Modelle

Die Technik an Bord hat selbstverständlich ihren Preis. Das beweist kleiner Auszug aus der langen Liste der Sonderaustattungen: Parklenkassistent „Park Assist“ (305 Euro), Rückfahrkamera „Rear Assist“ (385 Euro), Spurhalteassistent „Lane Assist“ mit Spurwechselassistent „Side Assist“ (1.080 Euro), Automatische Distanzregelung „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion (1.210 Euro).

Dazu kamen in unserem Testwagen noch die erwähnte Lederausstattung (2.565 Euro), Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht (1.430 Euro), das Radio-Navigations-System (2.055 Euro), ein Soundsystem mit einer Leistung von 600 Watt (1.200 Euro) und weitere Extras gegen Aufpreis.

Für den Passat Alltrack mit dem 140-PS-TDI wird Volkswagen den Allradantrieb nur optional im Programm haben. Hier bleibt es für die breite Masse beim Frontantrieb. Quelle: Sebastian Schaal
Für den Passat Alltrack mit dem 140-PS-TDI wird Volkswagen den Allradantrieb nur optional im Programm haben. Hier bleibt es für die breite Masse beim Frontantrieb. Quelle: Sebastian Schaal

Der 2-Liter-Diesel mit 170 PS kostet in der Basisversion 40.075 Euro. Für einen üppig ausgestatteten Alltrack, wie wir ihn getetest haben, müsste man schon 56.290 Euro hinblättern. Allein die Sonderausstattung kostet so viel wie anderswo ein kompletter Kleinwagen.

Und wie steht es mit dem Wertverlust? Für den Passat Alltrack 2.0 TDI 4Motion in der Basisversion errechnet das Prognoseinstitut Bähr & Fess Forecasts einen Restwert nach vier Jahren von genau 50 Prozent oder 20.037,50 Euro. Zum Vergleich: Das Konkurrenz-Modell Audi A4 Allroad 2.0 TDI verliert laut Bähr & Fess bei gleicher angenommener Laufleistung etwas mehr an Wert, der Opel Sports Tourer 2.0 CDTI hat einen geringeren Wertverlust (siehe Tabelle auf der nächsten Seite).

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Fazit: Wenn Sie Förster oder Landwirt oder Vorstadt-Cowboy sind, dann ist der Alltrack eine gute Wahl. Ansonsten steigen Sie lieber in den stinknormalen Variant. Der ist mindestens genauso solide, kostet weniger und verbraucht weniger Sprit. Stehen Sie dazu - seien Sie ein Spießer. Und wenn es mal sein muss: Klamotten wechseln geht auch im normalen Passat.

  • 14.06.2012, 15:31 UhrPositiv_Denken

    "Nur der Winkel zum Automaten ist etwas ungünstig. Sie lösen den Anschnallgurt, um sich zum Ticketautomaten zu strecken." Sehr geil. Kein Kommentar. Dass die Funktion des Deaktivierens der Start-Stop-Automatk Sinn macht, ist ihnen wahrscheinlich während des Schreibens auch gekommen - sie wollten die Passage vermutlich nur nicht mehr entfernen.

    Ich liebe den wöchentlichen Test - Weiter so.

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