Peugeot 307
Kleines Preisschild, lange Negativliste

In der hart umkämpften Kompaktklasse müssen Automodelle besonders überzeugende Kaufanreize mitbringen. Das gilt auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Der Peugeot 307 tut sich da etwas schwer.
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BerlinDer Peugeot 307 glänzt nicht gerade mit Zuverlässigkeit. Bei der Kfz-Hauptuntersuchung werden dem Franzosen häufig Verschleißerscheinungen und Mängel bescheinigt. Rost muss immerhin selbst bei elfjährigen Fahrzeugen laut dem «TÜV Report 2013» fast nie beanstandet werden. Doch die Negativliste ist lang: Sieben Rückrufaktionen gab es für den Peugeot 307, zum Beispiel wegen Brandgefahr in der Verkabelung der elektrischen Servolenkung.

Oft treten dem TÜV zufolge Getriebe- und Turboladerschäden auf, Achs- und Lenkgelenke verschleißen stark. Der ADAC zählt den 307 zu den «weniger pannensicheren Autos». Diesel bis zum Baujahr 2004 fielen dem Club oft mit abgerutschten Turboschläuchen auf. Allgemein seien gebrochene Auspuffrohre keine Seltenheit. Den Bremsscheibenverschleiß stufen ADAC und TÜV als sehr hoch ein.

Im Jahr 2001 kam der Peugeot 307 auf den Markt. Er löste den 306 ab. Angeboten wurden zunächst Schrägheckversionen mit drei und fünf Türen. Später folgten ein Coupé-Cabrio (CC) sowie die Kombiversionen Break und SW. Im 307 SW können bis zu sieben Personen mitfahren.

2005 gönnte Peugeot dem Kompakten eine Modellpflege, bei der vor allem Front- und Heckpartie überarbeitet wurden. Als 308 kam 2007 der Nachfolger des 307 auf den Markt, der noch rund ein Jahr parallel weiter gebaut wurde. Die CC-Version gab es zuletzt 2009 neu zu kaufen.

Unter der Motorhaube arbeiten ausschließlich Reihenvierzylinder. Die im Lauf der Bauzeit eingesetzten Benziner leisten zwischen 55 kW/75 PS und 130 kW/177 PS, wobei die Kombis mit dem Top-Aggregat nicht angeboten wurden. Die Diesel kommen je nach Baujahr auf 50 kW/68 PS bis 100 kW/136 PS.

Gebrauchtwagenkäufer bekommen den Peugeot 307 nach Angaben des Branchendienstes Schwacke ab rund 2.000 Euro. Für diesen Betrag sollte ein 307 75 Presence mit 55 kW/75 PS von 2002 aufzutreiben sein (durchschnittliche Laufleistung: 128.000 Kilometer).

Wer einen 103 kW/140 PS starken 307 140 Sport von 2007 sucht, muss dafür noch gut 7.800 Euro einplanen (68.000 Kilometer). Ein 307 HDi SW 110 Tendance mit 80 kW/109 PS von 2008 wird mit 8.100 Euro geführt (88.400 Kilometer). Das Cabrio 307 CC 180 Platinum mit 130 kW/177 PS aus dem Baujahr 2007 kostet noch etwa 11.600 Euro (68.000 Kilometer).

 

Kommentare zu " Peugeot 307: Kleines Preisschild, lange Negativliste"

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  • Ich habe meinen Peugeot 307 109PS Diesel Limousine BJ 08/2005 jetzt seit ca. 2 Jahren und ca. 45.000km.... Der Wagen hat bis auf Verschleißteile keinerlei Mucken gemacht... Man kann mit jedem Auto Probleme haben... Ich finds immer wieder peinlich, dass auf die französischen Marken herumgehackt wird... dabei war mein letzter VW keinen Stück besser... Ihr könnt alle erzählen, was ihr wollt, aber ein neuerer Peugeot ist keinen Deut besser oder schlechter als z.B. ein VW neueren Baujahrs... Außerdem wer möchte denn noch bitte eine oberlangweilige überteuerte Golf Limousine, die es wirklich an jeder Ecke gibt (Schnarch)noch fahren ??

  • @black

    Also ich habe nicht die Absicht mir alle 5 Jahre einen neuen Franzosen zu kaufen oder irgendein anderes Auto. Ich erwarte bei einem Neuwagenkauf ein Fahrzeug, welches ich mindestens 300.000 Kilometer ohne nennenswerte Probleme fahren kann. Weniger finde ich nicht akzeptabel.Bisher hat das bei allen 5 Peugeot die ich besessen habe funktioniert. Anstatt mein Geld dauernd für neue Autos auszugeben, fahre ich lieber mit meiner Familie öfter in den Urlaub, davon habe ich persönlich mehr als wenn ich mir Technikwunder mit 30 verschiedenen Assistenzsystemen kaufe, die ich überhaupt nicht haben will. Aber dazu kann natürlich ein jeder seine eigene Meinung haben.

  • egal was man fährt; letztendlich sind das alles nur Blechkisten auf Gummibereifung.
    Ich bin kein Fan französischer neuer Autos und bewundere jedesmal den "Nationalstolz" in Paris; aber wenn ich mir den letzten Getriebezirkus von VW und den Premiumzirkus a ´la " ausgeleierten Gurt und undichte Lampeneinheiten " bei BMW anschaue; kann man sich eigentlich auch alle 5 Jahre ´n neuen Franzosen kaufen.

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