Porsche 718 Boxster
Vier schaffen das!

Porsche schickt den bisherigen Sechszylinder-Boxer kurzerhand aufs Altenteil: Ab Frühsommer 2016 fährt der Porsche Boxster nur noch mit vier Brennkammern vor. Reicht das für souveränen Fahrspaß?

Diese Nummer schrieb Geschichte! Mit dem Leichtbau-Porsche 718 gewann Wolfgang Graf Berghe von Trips Bergrennen, Edgar Barth fuhr den ersten Platz bei der Targa Florio ein und die Statistik führt noch viele weitere Rennerfolge auf. Das Beste aber: Der 718 war ein Rennwagen für die Straße, mit dem jedermann – entsprechende Solvenz vorausgesetzt – Spaß haben konnte: Als Cabrio und Roadster mit Vierzylinder-Boxermotor und bis zu 160 PS setzte der nur rund 500 Kilogramm schwere Porsche damals Maßstäbe.

Im Frühsommer 2016 feiert der Name 718 sein Comeback: Mit dem Facelift der dritten Boxster- und Cayman-Generation stellt Porsche die drei legendären Ziffern seinen Einstiegsmodellen voran. Wichtiger aber: Mit der Nummer kehrt auch der Vierzylinder zurück, der den bisherigen Sechszylinder-Boxer kurzerhand aufs Altenteil schickt. Den Job der beiden verlorenen Brennkammern übernimmt ein Turbolader. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mehr Kraft und weniger Verbrauch. Und gleichzeitig wird, ganz nebenbei, der Respekt-Abstand zwischen dem Heckmotor-Klassiker 911 und dem Einstiegsmodell mit Mittelmotor etwas vergrößert.

Untermotorisiert muss sich mit dem 718 aber niemand fühlen: Dort arbeitet zukünftig ein neu entwickeltes Hochleistungs-Aggregat mit Hightech-Injektoren, indirekter Ladeluftkühlung, verstellbarer Auslass-Nockenwelle, Trockensumpfschmierung und reichlich Technik-Schmankerl mehr, die das Ingenieursherz höher schlagen lassen. Für den Kunden zählt dagegen, was hinten raus kommt: Als Zweiliter entwickelt der Motor im Boxster 300 PS und 360 Newtonmeter Drehmoment, für den Boxster S wurde das Triebwerk auf 2,5 Liter Hubraum aufgebohrt und mit einem Lader mit variabler Turbinengeometrie (VTG) bestückt.

Das Ergebnis: 350 PS und 420 Newtonmeter. Die Kraft steht jeweils über ein weites Drehzahlband von rund 1.900 bis 4.500 Touren komplett zur Verfügung, die Verwaltung übernimmt entweder eine Sechsgang-Handschaltung oder ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe. Beim Einstiegsmodell zeigt der Tacho nach spätestens 5,1 Sekunden einen dreistelligen Wert an, im Boxster S passiert das eine halbe Sekunde eher; der schwächere schafft Tempo 275, der stärkere 10 km/h mehr.

Wie sich das anfühlt, konnten wir bislang nur auf dem Beifahrersitz erfahren. Doch selbst auf dem rechten Platz sprechen die Fliehkräfte für sich. Wenn die Kraft brachial über die Hinterachse herfällt und die Nadel des Drehzahlmessers bis an ihre Grenze bei hohen 7500 Touren schnellt, saugen einen die engen Sitze förmlich auf und scheinen gar nicht mehr loslassen zu wollen.

Wie beim Elfer, sorgt auch hier die Dynamic-Boost-Funktion dafür, dass der Ladedruck aufrechterhalten wird, wenn der Fahrer kurz vom Gas geht und – saugerähnlich – sofort wieder die volle Power zur Verfügung steht, sobald sich der rechte Fuß senkt. Zusätzlich kann für besonders knackige Zwischensprints die Sport-Response-Taste gedrückt werden, die mit einem Wimpernschlag alle Systeme für gut zwanzig Sekunden auf maximale Beschleunigung trimmt. Dazu brabbelt und brüllt der Boxster derart überzeugend, dass Außenstehende sicher keinen Vierzylinder-Turbo vermuten.

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