Porsche 911 Cabrio
Wundermittel gegen Winter-Depression

Im März liefern die Schwaben die ersten Modelle des neuen 911 Cabrio an die Kunden aus. Im sonnigen Spanien konnte vorab schon mal getestet werden, worauf sich die Käufer des offenen Elfers freuen dürfen.
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Gran Canaria/SpanienLassen in Deutschland die Temperaturen noch niemand an Cabrios denken und geschweige denn mit geöffnetem Dach durch die Landschaft fahren, macht Porsche schon einmal richtig Lust auf den Frühling. Auf der Sonneninsel Gran Canaria mit rund 20 Grad Lufttemperatur präsentiert der Stuttgarter Sportwagenhersteller sein neuestes Kind, den offenen Elfer in der normalen Version mit 257 kW/350 PS und PDK-Getriebe.

Da steht er vor uns der Elfer mit dem Stoffverdeck. Noch ist es geschlossen und die Silhouette des Cabrios unterscheidet sich in keiner Weise vor der seines Bruders mit dem festen Blechdach. Selbst die Fahrzeughöhe ist die gleiche. Wir wollen aber offen das Porsche-Fahrgefühl erleben.

Schon bevor wir den Innenraum entern, können wir per Knopfdruck am Fahrzeugschlüssel das Dach verschwinden lassen. Lediglich 13 Sekunden dauert der Vorgang bis zur Herrlichkeit, in der die Stoffmütze in ihren vorgegebenen Platz hinter den beiden Rücksitzen verschwindet. Das Verdeck mit einer gewichtsarmen Leichtmetallkonstruktion faltet sich dabei Z-förmig zusammen.

Eine weitere Besonderheit sind die vier Magnesium-Platten, die in geschlossenem Zustand eine feste Fläche bilden, um die sich das Stoffdach spannt. Jetzt aber einsteigen, den Sechszylinder-Boxer im Heck starten, den Wahlhebel des Doppelkupplung-Getriebes in die entsprechende Position schieben und los gehts: Zur Freiheit, zur Sonne.

Schon auf den ersten Metern zeigt sich, mit welcher Sorgfalt die Porsche-Techniker das Cabrio der Elfer-Reihe bearbeitet haben. Die für ein offenes Auto unabdingbaren Verstärkungen der Karosseriestruktur sind so umfassend ausgefallen, dass sie nicht die geringsten Anzeichen von Verwindungen zeigt.

Selbst auf den inzwischen unter die Räder genommenen Landstraßen mit üblen Bodenwellen erweist sich das Sport-Cabrio als souverän. Hier knarzt und arbeitet auch wirklich nichts, was sich bei einem Cabrio und einen Sportwagen nicht verwinden soll. Und trotz der spürbar verbesserten Stabilität wiegt der neue offene Elfer 60 Kilogramm weniger als sein Vorgänger.

Die Strecke führt jetzt in die Berge mit engen, schmalen und verwinkelten Sträßchen. Und je kurviger das Geläuf wird, desto wohler fühlt sich der Hecktriebler. Er liegt wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Nein, der offene Elfer klebt förmlich auf der Piste. Die Lenkung arbeitet präzise, leichtgängig und trotzdem kommt auch nicht für den kleinsten Moment das Gefühl auf, nicht über das hundertprozentige Gefühl für die Straße zu verfügen.

Das automatisierte Getriebe schaltet schnell und immer im richtigen Moment in die nächste Fahrstufe der sieben Vorwärtsgänge und beim Abbremsen vor engen Kurven mit Zwischengas gekonnt runter. Wer den Sportmodus wählt, hat nicht nur kürzere Schaltzeiten, ein agileres Ansprechen auf Gaspedalbefehle und eine nochmals präziser arbeitende Lenkung, sondern auch eine Soundkulisse aus der Sportauspuffanlage, wie sie sich für einen echten Sportwagen aus dem Stuttgarter Industrievorort Zuffenhausen gehört.

Der Sechszylinder-Boxer brabbelt, hüstelt und trompetet, dass es nur so eine Freude ist. Ungehindert lassen wir die 257 kW/350 PS-Maschine über 7.000 Touren drehen und die Gehörgänge mit seinem kernigen Sound durchpusten. Ein per Knopfdruck ausfahrbares Windschott schützt bei hohem Tempo vor unnötigen Windverwirbelungen im Inneren des Elfer Cabrios. Im geöffneten Zustand bietet der Zuffenhausener Frühjahrsbote also alles, was das Herz begehrt. Aber wir wollen auch wissen, wie es sich mit geschlossenem Dach anfühlt.

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