Porsche 911 Turbo
Dicke Hose

Jan Jassner, Juniorchef des Unterwäscheherstellers Bruno Banani, schnuppert im Porsche 911 Turbo Cabrio Rennluft und hat dann doch Respekt - ausfahren will er den Sportwagen lieber nicht. Was bleibt, ist ein überwältigender Eindruck vom Design und von der Fahrleistung des Stuttgarters.

Es ist schon ein bisschen her, dass ich mich das letzte Mal mit einem Auto blamiert habe. Wir haben mit der Firma mal Trabis verlost - und ich hab vorher natürlich eine Runde damit gedreht. Die Dinger fahren sich nicht nur völlig anders mit dieser Lenkradschaltung. Meine Leute haben mich auch gleich noch nach dem Kühlwasser schauen lassen. Spätestens damit hatte ich mich dann wohl als Wessi geoutet ... Nun ja: Mal sehen, was mich heute so erwartet. Porsche bin ich nämlich ebenfalls noch nicht gefahren."

Anderes Auto, ähnliches Outing: Auch im 911 Turbo Cabrio nutzt Jan Jassner, Vertriebschef des Chemnitzer Designer-Unterwäsche-Labels Bruno Banani, gleich mehrere Chancen, um seine Unwissenheit unter Beweis zu stellen. Erst sucht er das Zündschloss auf der rechten Seite und greift ins Leere. Dann fragt der Unternehmer sich, ob man mal in den Motorraum sehen könnte - wo doch unter der Fronthaube neben dem Kofferraum allenfalls die Batterie zu begutachten ist. Der erste beherzte Tritt in die Bremsen offenbart: Hier ist ein Fuß am Werk, der an normalen Tagen in einer Familienkutsche sein Werk verrichtet. Und der Blick auf den Tacho - irritiert.

"Eine Geschwindigkeitsanzeige bis 350 km/h ist zumindest mal gewöhnungsbedürftig. Die Nadel bewegt sich ja kaum, bis man mit 100 Sachen fährt. Und bei 180 bin ich gerade mal halb rum - beim gleichen Tempo fängt mein Passat an, mich zu warnen. Da ist es schon hilfreich, dass es dazu noch diesen digitalen Tacho gibt. Und, nebenbei bemerkt, schön, dass man in Deutschland auch noch mal ein bisschen schneller fahren darf."

Jassner neigt nicht zur Übertreibung. Denn hinter "ein bisschen schneller" steckt zwar nicht das allerallerschnellste Fahrzeug seiner Klasse - hier sind der Ferrari F 430 Spider und der Lamborghini Gallardo Spyder derzeit eine Winzigkeit voraus. Aber jenseits der 300er-Marke erweist sich dieser Potenzvergleich ohnehin als untauglich: Welcher Autofahrer hat schon je den Irrsinn gewagt, mit einer Rennmaschine unterm Stoffdach solche Grenzen auszuloten?

Porsche weiß nach mittlerweile 21 Jahren Turbo-Cabrio-Historie immerhin, worauf die Kundschaft wartet. Und das ist offensichtlich das Gefühl, jederzeit zu können: Wer in der Historie des jungen Klassikers zurückblättert, misst dem Wort Evolution jedenfalls eine neue Bedeutung bei: 300 PS hatte der "930" zu bieten, als die Ingenieure zum ersten Mal wagten, das Dach trotz Turbo einfach wegzulassen. 2004 zeigte man dann schon einen Bullen mit 420 PS oben ohne. Beim aktuellen "997 Turbo Cabrio" stehen nun 480 PS und 620 Newtonmeter Drehmoment in den Büchern.

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