Porsche Boxster S: Der Porsche für mutige Männer

Porsche Boxster S
Der Porsche für mutige Männer

Der Porsche Boxster hat seinen Ruf weg – als Hausfrauen-Porsche. Mit der neuen Generation soll das alles anders werden. Breiter, länger, sportlicher ist er. Wie maskulin er sich wirklich fährt, klärt unser Test.
  • 11

Düsseldorf„Warum denn den Frauen-Porsche?“ Diese Frage musste ich mir von Kollegen und Freunden erstaunlich oft anhören, als es um meinen neuen Testwagen ging. Ja, der Porsche Boxster und sein Ruf, oft als Wagen für die gut betuchte Hausfrau verspottet. Doch mit der neuesten Generation rückt der Mittelmotor-Sportwagen ein ganzes Stück näher an den 911er. Gilt das alte Klischee also noch? Oder ist der neue Boxster endlich ein Auto, dass auch ein Mann fahren kann?

Auf den ersten Blick hat sich der Boxster anno 2012 von den rundlichen Formen seines Vorgängers größtenteils verabschiedet. Da der Wagen etwas breiter geworden ist und auch beim Radstand zugelegt hat, wirkt er mit den kurzen Überhängen richtig schön sportlich.

Dass der Boxster keine Sänfte ist, zeigt sich auch beim Einsteigen. Die adaptiven Sportsitze lassen sich perfekt anpassen, kosten aber leider 3.600 Euro extra. Aufpreis-Phobiker sollten sich im Innenraum nicht allzu sehr umsehen - fast jedes Teil, das Spaß macht, kostet extra. Neben den bereits erwähnten Sportsitzen wären das unter anderem das Doppelkupplungsgetriebe (2.800 Euro), das Sport Chrono Paket - wichtig wegen der „Sport Plus“-Taste - für 1.600 Euro oder das Navi für 3.150 Euro.

Selbst ein relativ unscheinbares Sport-Design-Lenkrad mit Alu-Optik statt schwarzem Kunststoff kostet mehr als 400 Euro. Ohne Multifunktionstasten. Dieses Lenkrad kostet nochmals einen Hunderter mehr.

Dazu kommen noch zunächst unsichtbare, aber für den Fahrspaß effektive Extras wie das Porsche Torque Vectoring, nochmals 1.300 Euro. Oder das einstellbare Fahrwerk PASM für 1.400 Euro. So lässt sich der Preis eines Boxster S mit 315 PS schnell von 59.000 Euro wie bei unserem Testwagen auf 86.000 Euro steigern. Spielereien wie die Keramik-Bremse für 7.300 Euro sind da noch nicht einmal angekreuzt.

Was aber auffällt: Die Verarbeitung im Innenraum ist im Gegensatz zu der des Vorgängers endlich der Preisklasse angemessen. Die Kunststoffe und das je nach gewählter Ausstattung großzügig verbaute Leder fassen sich sehr hochwertig an. Die Bedienung ist mit Ausnahme der Klimaanlage sehr gut.

Aber ist das alles sein Geld wert? Immerhin haben wir es ja laut der weit verbreiteten Meinung nicht mit einem echten Porsche zu tun - für Puristen zählt nur der 911er.

Ein Dreh am Zündschlüssel - bei den Stuttgartern gibt es keinen modernen Start-Knopf - und sofort ist das Porsche-Feeling da. Der 3,4 Liter große Boxermotor klingt im Stand fast wie sein großer Bruder. Nahe des Begrenzers bei 7.200 U/min ist der Motorensound im Boxster sogar präsenter als im 911. Klar, der Motor liegt direkt hinter dem Fahrer und wird nicht noch von zwei Notsitzen extra abgeschirmt.

Und er fährt auch fast so. Beim Spurt auf 100 km/h verliert der Boxster S auf das 350 PS starken 911 Carrera Cabrio gerade einmal 0,2 Sekunden. Den Unterschied merkt man in der Praxis nicht.

Wo sich der Boxster aber von dem über 40.000 Euro teureren Elfer ohne Dach abhebt, ist das Fahrwerk. Der allgemeine Trend, dass neue Autos immer größer und breiter werden, hat hier seine Vorteile. Dank breiterer Spur vorne und hinten und einem längeren Radstand liegt der Boxster richtig satt auf der Straße.

Übrigens: Dem Trend zu mehr Gewicht widersetzt sich der Porsche. Dank viel Aluminium und anderen intelligenten Lösungen - der Verzicht auf einen klassischen Verdeck-Kasten spart zum Beispiel zwölf Kilo - hat der intern 981 genannte Wagen sogar bis zu 30 Kilo abgespeckt.

Das alles spielt natürlich dem Fahrverhalten in die Karten - und wie. Als 2011 der neue 911 auf den Markt gekommen ist, kam er dem Boxster und seinem Schwestermodell Cayman in Sachen Agilität sehr nahe. Bis Porsche mit dem Boxster nachgelegt hat.

Seite 1:

Der Porsche für mutige Männer

Seite 2:

Von handzahm bis bissig ist alles drin

Kommentare zu " Porsche Boxster S: Der Porsche für mutige Männer"

Alle Kommentare
  • Joop. Mein Boxster S ist einfach nur Fett. Ich hab auch son Arme Leute Auto (75.000 €) Verdienen die meisten im halben Jahr :-). Achso ich hab übrigens das 911 s cabrio getestet. Ich erreiche nur die selben Werte von 0 auf 100 wie mit meinem. Frage wozu 50.000 € mehr ???

  • @911er und Ferrari
    Na da haben sich ja die 2 beiden richtigen getrefft : )

  • Als überzeugter Cayman S - Fahrer schicke ich Ihnen zwei
    Zitate von wirklichen Experten über das "Frauenauto mit festem Dach".

    Walter Röhrl, Porsches "Chefabstimmer" sagte anlässlich
    der Pressevorstellung im Sommer 2005 über den neuen Cayman S:
    "Das ist der Porsche zum Autofahren, aber wer kauft schon einen Porsche, um Auto zu fahren."
    Erschienen in der ÖS-Automobilrevue 8 oder 9/2005

    Und Gerd Hack (damaliger Cheftester der AMS) schloß seinen ausführlichen Testbericht über neuen Cayman S im Oktober 2005 mit dem Satz: " Für viele gilt er als Porsche für Arme, in Wahrheit ist er der Porsche für Kenner. "

    Boxster und Cayman haben vs. Carrera das modernere Technik-Konzept. Die Heck-Mittelmotor-Anordung in flacher Boxerauslegung ermöglicht einen optimalen, tief zentrierten Schwerpunkt. Zum Schutz der "Ikone" müssen deshalb die "jüngeren Wilden" immer einen gewissen Leistungsabstand einhalten.

  • Einer hat mal zu meinem 987er "Frauenauto" gesagt. Ich habe ihm gesagt, dass der Wagen mir Porsche genug ist. Sicher gibt es immer einen, der sich noch mehr leisten kann. Fährst du einen Carrera S, dann hat jemand anderes einen Turbo. Und ein Anderer einen Carrera GT. Der "Frauenauto"-Kritiker fährt selbst einen Golf. Ich habe ihm noch gesagt: "Neid muss man sich erkämpfen und Mitleid bekommst du geschenkt." Ich fühl mich nicht wichtig oder reich mit dem Boxster. Ich freue mich, dass ich mir den Wagen leisten kann und habe einfach nur Spaß daran das Teil zu fahren. Ich glaub mit einem Golf, kommt man auch ans Ziel. Hat man darin auch Spaß? Bestimmt genauso viel, wie in einem Toyota oder Nissan oder, oder... (Oh da bin ich gerade bei der Aufzählung eingeschlafen...)

  • Porsche ist mir so ziemlich schnuppe, wollte eigentlich nur einen richtig konzipierten Mittelmotor Sportwagen und kein abgewandeltes Sport Coupé auf Limousinen Plattform wie bei einigen Konkurrenten in der Preisklasse fahren.
    Bin jetzt keine Hausfrau und der 911er ist für mich auch kein Thema, zur Performance meines Cayman (gleiche Plattform wie der alte Boxster 987) auf Berg- und Landstraßen fällt mir jedoch nur der Begriff „genial“ ein.
    Der neue Boxster wartet hier nochmals mit einer Steigerung auf, Prestige hin oder her, der neue Boxster ist im Hause Porsche der unumstrittene Preis- Leistungssieger mit einem Maximum an Fahrspaß.
    Am besten Kritiker und Neider überzeugen sich selbst einmal bei einer Probefahrt davon, wegen möglicher anschließender rapider Steigerung des Neidfaktors bei einigen ist jedoch davon dringend abzuraten.

  • Als ich "Hausfrauenporsche" las, dachte ich kurz, Porsche habe den Boxster auf Frontantrieb umgestellt.

    Da dem nicht so ist, neige ich dazu, mit dem Titel "Hausfrauenporsche" eher den Cayenne auszuzeichnen.

  • Der Boxster; ein Hausfrauenporsche ? - Vielleicht damals der erste Boxster 986, spätestens ab dem 987 traf dies nicht mehr zu.
    99 % alle Neider sind beides noch nie gefahren, erlauben sich aber gerne ein Urteil.
    Vorredner 911erdriver hat recht. Der 911 ist der Klassiker, der Boxster leicht sportlicher.
    Beide machen Spass

  • schande oder neid? typisch deutsche mentalitaet.. ich selbst war auf der hauptschule bin erfolgreicher unternehmer und fahre porsche unter der sonne floridas im wunderschoenen miami. F... raechtschreipung ! noch frohes schaffen :0))

  • Achtung, Radfahrer!

  • Eine Schande, dass Menschen mit so einer Rechtschreibung zwei Porsche in der Garage hat. Naja, nach eigener Aussage halt...

Serviceangebote