Porsche Cayenne und VW Touareg
Hybrid-SUVs: Dickschiffe mit Verspätung

Kritikern gelten Geländewagen längst als lästiges Überbleibsel der automobilen Evolution. Zu groß, zu schwer und zu durstig werden sie zu Sauriern gestempelt, die besser heute als morgen aussterben sollten.

dpa-infocom HAMBURG. Deshalb hat gerade bei den deutschen Autobauern ein Sinneswandel eingesetzt. Um ihre CO2-Ziele zu erreichen, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen und die Fahrer vor zu hohen Treibstoffkosten zu verschonen, schicken sie ihre schluckfreudigen SUVs auf Sparfahrt. Nachdem BMW und Mercedes bereits einen Hybridantrieb für X6 und M-Klasse angekündigt haben, rückt mit Porsche Cayenne und VW Touareg nun das nächste Doppel auf Diät ins Blickfeld. Auch diese beiden Allradler werden bald zu Teilzeitstromern, die bis zu 30 Prozent weniger verbrauchen und trotzdem Spaß machen sollen. Die Leistung eines Achtzylinders mit dem Verbrauch eines Vierzylinders, lautet ihr Friedensangebot.

Teamwork zwischen Verbrenner und Stromer

Dabei setzen die Ingenieure von Porsche und VW auf die Kombination eines 245 kW/333 PS starken V6-Benziners mit Kompressor und Direkteinspritzung und eines 38 kW/52 PS starken Elektromotors. Dieser ist gemeinsam mit einer Trennkupplung als 14 Zentimeter dicke Scheibe zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe montiert. Gespeist wird er aus einer Nickel-Metallhydrid-Batterie unter dem Kofferraum, die beim Bremsen und im Teillastbetrieb geladen wird.

Auf leisen Sohlen durch die Stadt

Die Regie über das Zusammenspiel führt eine Elektronik, die auf maximale Effizienz getrimmt ist. Nur wenn der Fahrer Vollgas gibt, arbeiten deshalb beide Motoren zusammen. Dann bringen sie es auf 275 kW/374 PS und stellen schon kurz nach dem Leerlauf ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmetern bereit. Beim Anfahren wirkt das wie ein Tritt ins Kreuz. Lässt es der Fahrer dagegen gemächlich angehen, starten Cayenne und Touareg rein elektrisch und surren auf leisen Rädern durch die Stadt. Im besten Fall schaffen die Hybridversionen so Tempo 50 und kommen mit einer Akkuladung bis zu 2,5 Kilometer weit.

Im Segelflug auf die Überholspur

Weil Elektrischfahren zwar gut für die Psyche und das Gewissen, aber nicht immer optimal für den Verbrauch ist, meldet sich der V6 oft schon viel früher zu Wort. Allerdings bringt ihn die Hybrid-Steuerung schneller auf Touren und näher an den optimalen Betriebspunkt, so dass der Verbrauch sinkt. Außerdem geht der Motor an der roten Ampel aus und beim Losfahren wieder an. Völlig neu ist der "Segelbetrieb". Sogar wenn man auf der Autobahn den Fuß vom Gas nimmt, wird der Benziner abgekoppelt und ausgeschaltet, so dass man wie in einem Segelflugzeug nur noch das Rauschen des Windes hört. Sobald der Fahrer aber wieder beschleunigt, meldet sich der V6-Motor zurück und startet so komfortabel, dass man es nur am Drehzahlmesser, an der Geräuschkulisse sowie an den Diagrammen im Cockpit erkennt.

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