Porsche Macan S Diesel
Der Vernunft-Sportwagen

Es kommen Lebensphasen, da wird einem ein Sportwagen zu eng und unbequem. Sportlich darf es aber trotzdem noch zu gehen.
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Einerseits streitet sich Porsche mit Ferrari um den inoffiziellen Titel des berühmtesten Sportwagenherstellers. Andererseits montieren die Porsche-Werker inzwischen mehr SUV als Sportwagen. Neuerdings ist mit dem Macan eine zweite Baureihe hochbeiniger Praktiker am Start. Wobei auf den Macan weder hochbeinig noch Praktiker wirklich zutrifft.

Der kleine Bruder des Cayenne duckt sich fast schon auf die Straße, wirkt neben einer Mercedes M-Klasse oder einen Audi Q5 nachgerade flach und ungemein dynamisch. Dass er sich mit dem Audi wesentliche technische Gene teilt, sieht und merkt man ihm nicht an. Das gilt gerade auch für die Motorisierung, denn die hierzulande beliebteste Variante – der Diesel – stammt ebenfalls aus Ingolstadt.

Porsche und Diesel, das klingt inzwischen nicht mehr ganz so fremd, weil es einfach schon so viele Cayenne mit dem V6 gibt. Im Macan kommt ein Dreiliter zum Einsatz, der seine 190 kW/258 PS via Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die vier Räder verteilt. Der Motor wurde von Porsche optimiert, was sich nicht zuletzt akustisch bemerkbar macht.

Im kalten Zustand bei offenem Fenster kann er die Art seiner Verbrennung noch nicht leugnen, einmal unterwegs klingt der Diesel, wenn überhaupt, dann doch eher nach Sportmotor. Und zwar die moderne Variante eines Sportmotors, eine, der Kraft aus dem Drehzahlkeller hat und hohe Drehzahlen kann, aber nicht braucht. Immerhin 580 Newtonmeter machen sich bereits bei 1.750 Touren über die Räder her, vornehmlich übrigens über die Hinterräder. Dort kommt in der Regel knapp Zweidrittel des Drehmoments an. Sollten die Straßenverhältnisse oder die Abwesenheit einer Straße eine andere Verteilung erforderlich machen, geht das selbstverständlich unmerklich und elektronisch gesteuert. Den Allradantrieb hat Porsche übrigens nicht von Audi übernommen, sondern selbst entwickelt.

Da wir bereits erlebt haben, dass der Macan offroad ein fähiger Bursche ist, begnügten wir uns im Alltag, wie die meisten Porsche-Fahrer wohl auch, mit dem Befahren herkömmlicher Straßen, sehr gerne mit Kurven. Hier konnte das kleine SUV ein ums andere Mal beweisen, dass es ein echter Porsche und somit eigentlich ein Sportwagen ist. Die nicht immer ganz regelkonform erreichten Kurvengeschwindigkeiten auf Landstraßen waren jedenfalls ob ihrer Mühelosigkeit beeindruckend. Unser echter, aber alter Sportwagen der gleichen Marke hätte in machen Ecken tatsächlich Mühe zu folgen oder macht dabei hinterm Lenkrad mehr Arbeit.

Wer allerdings derart motiviert Macan fahren möchte wird sich eher für den 400-PS-Turbobenziner entscheiden als für die dieselige Vernunftvariante. Die spielt ihre eigentlichen Vorteile, den knauserigen Umgang mit Brennstoff, nämlich im Alltag bei normaler Fahrweise auf. Gibt man dem Macan auf der Autobahn die Sporen und nutzt die Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h aus, kratzt er an der 10-Liter-Marke, gelassen bewegt kamen wir auf einen Testverbrauch von 7,1 Liter, einen mehr als Porsche als Norm angibt. Auf limitierten Autobahnen blinkt im Bordcomputer auch mal eine sechs vor dem Komma auf.

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Üppige, aber teure Ausstattung

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