Preis macht Abstriche in der B-Note akzeptabel
Dacia Sandero: Der günstige Renault

Dacia ist für Renault ein Glücksgriff. Nicht nur in den aufstrebenden Schwellenländern, sondern auch im vermeintlich wohlhabenden Westen haben sich die Autos der rumänischen Billig-Tochter bestens verkauft.

dpa-infocom HAMBURG. Dabei ist der Logan mit seiner kantigen Karosserie und dem konservativen Stufenheck alles andere als ein gefälliges Gefährt. Und der Kombi MCV hat mit einem Lifestyle-Laster etwa soviel gemein wie die Schwarzmeerküste mit der Côte d"Azur. Doch bei einem konkurrenzlos günstigen Preis nimmt man ein paar Abstriche in der B-Note gerne in Kauf.

Aber damit ist jetzt Schluss. Denn seit dem Sommer verkaufen die Renault-Händler als dritten Dacia den Sandero. Der ist zwar in der Basisversion 300 Euro teurer als der Logan, muss nun aber den Designvergleich mit anderen Kleinwagen aus der unteren Preisklasse nicht mehr scheuen. Die altbackene Stufe für den riesigen Kofferraum ist einem schrägen Heck mit großer Klappe gewichen, und das Diktat der Kante ist vorbei.

Stattdessen trägt der Sandero ein freundliches Gesicht mit einem zaghaft lächelnden Kühlergrill und weit in die Kotflügel gezogenen Scheinwerfern. Im Profil zeigt er ausgestellte Radkästen und einen geschwungenen Dachbogen, und am Heck funkeln große, klare Rückleuchten. Natürlich sind Autos wie der neue Ford Fiesta, der Peugeot 207 oder der Opel Corsa mit mehr Liebe zum Detail gezeichnet. Doch mit den einstigen Preisbrechern aus Korea kann es der vom letzten Renault Clio abgeleitete Sandero allemal aufnehmen.

Innen bietet der Sandero Platz statt Prunk

Das gilt auch für den Innenraum: Klavierlack und Leder wird man zwar an Bord nicht finden, doch zumindest haben die Franzosen das triste Grau mit ein paar netten Zierblenden, einem schmucken Cockpit und ansprechenden Sitzbezügen aufgewertet und den Sandero so mindestens auf das Niveau der Asiaten gehoben. Und viel freundlicher sieht auch die Basisausstattung eines Skoda Fabia nicht aus. Viel wichtiger als das Ambiente ist aber das üppige Platzangebot: Obwohl der Sandero nur wenig länger ist als vier Meter und damit in einer Liga mit Corsa, Polo oder Fiesta spielt, ist er innen beinahe so geräumig wie Golf, Astra oder Focus. Vorn wie hinten gibt es genügend Platz für Knie, Kopf und Schultern. Und der Kofferraum ist riesig. Dafür wirken die Sitze weich und dünn, und an der Isolierung wurde auch gespart.

Wo sonst Elektromotoren surren, ist Handarbeit gefragt

Apropos sparen: Viel Luxus darf man bei einem Kampfpreis von 7 500 Euro freilich nicht erwarten. Wo bei anderen Autos Elektromotoren die Arbeit übernehmen, ist im Sandero Handarbeit gefragt: Zumindest in der Basisversion gibt es weder eine Servolenkung, noch elektrische Fensterheber oder gar eine ferngesteuerte Zentralverriegelung. Wer darauf partout nicht verzichten will, kann all das ebenso wie die Klimaanlage als Extras bestellen und kommt selbst mit dem stärksten Motor und allem Zubehör nur schwerlich über 12 000 Euro. Dafür gibt es bei Polo und Corsa gerade das Basismodell.

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