R1234yf Tests zum "Killer-Kältemittel" unzureichend?

Die Vollständigkeit der amtlichen Tests des Kraftfahrtbundesamtes zur Untersuchung des umstrittenen Klimaanlagen-Kältemittels R1234yf bezweifeln Experten noch vor dem Abschlussbericht der Behörde.
Update: 06.08.2013 - 20:32 Uhr Kommentieren
Experten zweifeln die Tests des KBA zum Kältemittel R1234yf an. Nachdem bei einem 40 km/h-Crash die Leitungen der Mercedes A-Klasse intakt blieben, sei ein notwendiger erneuter Test nicht erfolgt. Quelle: PR

Experten zweifeln die Tests des KBA zum Kältemittel R1234yf an. Nachdem bei einem 40 km/h-Crash die Leitungen der Mercedes A-Klasse intakt blieben, sei ein notwendiger erneuter Test nicht erfolgt.

(Foto: PR)

HamburgDie EU-Kommission will die Crashtests des deutschen Kraftfahrtbundesamts (KBA) zur Sicherheitsüberprüfung der umstrittenen Klimaanlagen-Kältemittels R1234yf genauer unter die Lupe nehmen. Die Kommission habe entschieden, dass Gutachter des Joint Research Center die laufenden Tests untersuchten, sagte der Sprecher von EU-Industriekommissar Antonio Tajani in Brüssel. Das Expertengremium solle auch die Untersuchungen des Ingenieursverbands SAE und die Crashtests mehrerer Autohersteller begutachten, um mehr Klarheit über das ab 2017 zwingend in allen Autos vorgeschriebene Kältemittel zu bekommen.

Derzeit herrsche bei Autokäufern und Herstellern Unsicherheit über unterschiedliche Testergebnisse mit dem Kältemittel. Daimler hat es - entgegen EU-Vorschriften - wegen Sicherheitsbedenken aus einigen Mercedes-Neuwagen verbannt und provoziert damit ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen Deutschland. Die EU-Experten könnten technische und wissenschaftliche Hilfe leisten, sofern über die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen und die Crash-Versuche Uneinigkeit herrsche. "Die Tests des KBA werden dadurch aber nicht ersetzt", sagte der Kommissions-Sprecher.

Das Kraftfahrtbundesamt hatte Anfang Juni damit begonnen, die von Daimler im Spätsommer 2012 aufgeworfene Brandgefahr des Kältemittels R1234yf selbst zu untersuchen. Die Flensburger Behörde begrüßte das Vorhaben der EU. Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn Fachleute weitere Tests für notwendig hielten, sagte ein Sprecher. Die Tests seien wie geplant durchgeführt worden und inzwischen abgeschlossen, die Erkenntnisse würden "zu gegebener Zeit" an das Bundesverkehrsministerium und die EU-Kommission weitergeleitet. Aus Regierungskreisen verlautete, erst Ende September sei mit den "offiziellen" Ergebnissen zu rechnen. In dem schon Monate tobenden Streit hat die Bundesregierung noch Zeit bis Mitte August, um ein Vertragsverletzungsverfahren der EU abzuwenden.

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