Reifenqualität

Der Mix macht’s

Bei der Herstellung von Reifen geht es fast zu wie in einer Küche. Wenn es am Ende schmecken soll, müssen die Zutaten stimmen, und Garzeiten eingehalten werden. Und Fingerspitzengefühl gehört auch dazu.
Kommentieren
Die wichtigsten Grundstoffe für einen Reifen im Überblick. So erklärt sich auch, warum die Hersteller von Pneus die Bezeichnung "Reifenbäcker" tragen. Quelle: MID

Die wichtigsten Grundstoffe für einen Reifen im Überblick. So erklärt sich auch, warum die Hersteller von Pneus die Bezeichnung "Reifenbäcker" tragen.

(Foto: MID)

Colmar Berg/LuxemburgBei der Herstellung von Reifen geht es fast zu wie in einer Küche. Wenn es am Ende schmecken soll, müssen die Zutaten stimmen, müssen Garzeiten eingehalten werden. Und Fingerspitzengefühl gehört auch dazu. Die Zutaten für Reifen heißen Kautschuk, Ruß, Silica und jede Menge chemische Stoffe und andere Substanzen.

Ein Pkw-Reifen besteht aus etwa 25 verschiedenen Bauteilen und wird in 15 unterschiedlichen Mischungen hergestellt, informiert Goodyear Dunlop. Für den Innerliner – der inneren Gummischicht, die den Reifenschlauch ersetzt und für die Dichtheit des Reifens sorgt – sind ganz andere Materialmischungen erforderlich als für die Seitenwand. Und der Laufflächengummi hat wiederum eine andere Zusammensetzung. Das Profil und die Rezeptur der Laufflächenmischung entscheiden über Reifeneigenschaften wie Nass- und Trockengrip, Abriebsverhalten und Rollwiderstand.

Das Mischen der Substanzen erfolgt in drei bis vier Schritten. Natürlicher und künstlicher Kautschuk bilden die Basis. Der zugesetzte Ruß erhöht die Haltbarkeit und steigert die Abriebsfestigkeit. Schwefel führt die Gummimoleküle während des Vulkanisierens zusammen. Bei besonders hochwertigen Reifen ersetzen Silica den Ruß, was den Rollwiderstand senkt und die Nasshaftung erhöht.

Die Mischung machts. Die Zusammensetzung der Grundstoffe bei der Reifenherstellung bestimmen die unterschiedlichen Eigenschaften des fertigen Produkts. Quelle: MID

Die Mischung machts. Die Zusammensetzung der Grundstoffe bei der Reifenherstellung bestimmen die unterschiedlichen Eigenschaften des fertigen Produkts.

(Foto: MID)

Wesentliche Teile des Herstellungsprozesses sind die Fertigung von sogenannten "Halbfabrikaten" mitsamt dem sogenannten "Kalandrieren" (die Cordfäden der Karkasse – das Gerüst des Reifens – erhalten eine Beschichtung mit Kautschuk) und dem Extrudieren. Dabei erhalten Seitenwände und Laufstreifen ihre Form durch Aufspritzen der Gummimischung.

Beim Bau eines Reifenprototypen erfolgt die Montage der einzelnen Komponenten von Hand. Quelle: MID

Beim Bau eines Reifenprototypen erfolgt die Montage der einzelnen Komponenten von Hand.

(Foto: MID)

Im weiteren Verlauf der Reifenproduktion entsteht zunächst ein Reifenrohling, der anschließend vulkanisiert wird. Hier erhält der Reifen unter Druck und Hitze sein Profil, aus der bislang plastischen Kautschukmischung entsteht dabei elastischer Gummi. In einer letzten Station passiert der Reifen die Endinspektion. Dabei schmeckt der "Reifenbäcker" quasi das Endprodukt ab.

Startseite

Mehr zu: Reifenqualität - Der Mix macht’s

0 Kommentare zu "Reifenqualität: Der Mix macht’s"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%