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Rekuperation: Wer bremst, gewinnt

Wer bremst, verliert - und zwar Energie. Moderne Technologie kann diese Verluste aber reduzieren, Experten sprechen von Rekuperation. Das Spritsparpotenzial ist dabei nicht unerheblich.

Beim Bremsen greift Rekuperationstechnik Quelle: dpa
Beim Bremsen greift Rekuperationstechnik Quelle: dpa

Hannover/LandsbergWenn Motoren arbeiten, wandeln sie die im Treibstoff gebundene chemische in mechanische Energie um: Sie bringen das Auto ins Rollen. Bremst der Fahrer, geht ein Teil dieser Energie in Form von Wärme wieder verloren, die Bremsen werden heiß. Es gibt aber technische Verfahren, Energieverlusten wie diesem vorbeugen.

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Der Fachbegriff dafür heißt Rekuperation. Er geht auf das lateinische "recuperare" zurück, was wiedererlangen oder wiedergewinnen bedeutet. Wer beim Autokauf über Spritspartechnik wie eine Start-Stopp-Automatik nachdenkt, stößt oft auf den Begriff Rekuperationsbremse. Denn beide Verfahren zur Effizienzsteigerung werden meist gemeinsam angeboten.

"Prinzipiell bedeutet Rekuperation, dass Bewegungsenergie wieder in elektrische Energie umgewandelt wird", erläutert Arnulf Thiemel vom ADAC Technik Zentrum. Rollt ein Auto, kann ein Generator angetrieben werden, der Strom erzeugt. Die elektrische Energie wird dann in einer Batterie gespeichert. Bei herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor ist der betreffende Akku die Starterbatterie, die über die Lichtmaschine als Generator geladen wird. In der Folge wird der Motor von der Aufgabe entlastet, den Ladezustand der Starterbatterie auf einem bestimmten Niveau zu halten, um zum Beispiel Heizung oder Klimaanlage zu betrieben.

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Allerdings brachte dieses Verfahren lange Zeit keine Effizienzsteigerung, wie Thiemel erklärt: "Vielfach wird irrigerweise angenommen, ein Generator laufe ja eh immer mit, so dass der dabei erzeugte Strom 'gratis' zur Verfügung steht." Prinzipiell minimiere die Lichtmaschine aber die Motorkraft. "Durch diese Energiewandlung entsteht eine Gegenkraft und somit ein Bremseffekt an der Welle", ergänzt Kolf vom Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität (IFM) beim TÜV Nord.

"Ein Generator kann unter Volllast 5 bis 7 PS Motorleistung schlucken", beziffert Thiemel den Effekt. Dadurch steige der Verbrauch. "Pro 100 Watt erzeugter elektrischer Leistung muss mit etwa 0,1 Liter Mehrverbrauch des Verbrennungsmotors gerechnet werden", heißt es in einem Bericht von "Gute Fahrt".

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