Renault Clio im Fahrtest
Ein Kleiner mit großen Ambitionen

Sportliches Design, sparsame Motoren und ein innovatives Innenleben - so will Renault mit dem neuen Clio das dicht besetzte Feld der Kleinwagen aufmischen. Zu Preisen ab 12.800 Euro, - und mit einem neuen Dreizylinder.
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BerlinIm Ringen mit Konkurrenzmodellen wie VW Polo, Opel Corsa oder Ford Fiesta setzen die Franzosen mit dem neuen Clio vor allem auf ein markantes Design. War der Kleinwagen zuletzt fast eine graue Maus, wird die vierte Generation nun zum Blickfang: Das Heck ist knackig wie bei einem Coupé. Die Flanke erinnert an einen Sportwagen - dank der weit ausgestellten, hinteren Kotflügel, der im Fensterrahmen versteckten Türgriffe zum Fond und des schwarz gefärbten Seitenschwellers. Einprägsam ist auch das neue Gesicht mit der Raute auf schwarzem Grund. Dazu gibt es auffällige Farben und Aufkleber für die Karosse, wie man sie etwa vom Fiat 500 kennt.

Modeschmuck statt Einerlei, doch wenig Hightech

Auch innen machen die Franzosen Schluss mit der Beliebigkeit: Wie bei Mini und Co. gibt es zur Individualisierung verschiedenfarbige Kunststoffkonsolen und bunte Sitzbezüge. Außerdem protzen alle Varianten mit Chrom und Klavierlack.

Markant ist die Mittelkonsole: Sie erinnert an einen Tablet-Computer und hat in den gehobenen Varianten einen Touchscreen für Navigation und Bordcomputer. Und weil heute alle Welt in App-Stores einkauft, hat auch Renault zwei Dutzend Zusatzprogramme vorbereitet, die man bald ins Auto laden kann - etwa um vom Steuer aus zu twittern oder E-Mails zu verschicken.

Die klassischen Disziplinen der Interieur-Gestaltung sind dabei allerdings etwas ins Hintertreffen geraten. Zwar wirkt der neue Clio innen geräumiger, als es der marginale Zuwachs von drei Zentimetern Länge und jeweils einem guten Zentimeter Breite und Radstand vermuten lassen. Zudem ist die Verarbeitungsqualität besser denn je. Doch zwischen all den Schmuckelementen gibt es noch viel schlichtes Hartplastik.

Auf der Ausstattungsliste klaffen zudem ein paar große Lücken: Sicherheitssysteme wie die automatische Notbremse für den Stadtverkehr oder einen Spurwechselassistenten bietet der neue Clio nicht - ebenso wenig wie einen simplen Tempomaten.

Nummer Vier fährt mit drei Zylindern

Unter der Haube beginnt dafür eine neue Ära: Zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte bietet jetzt auch Renault einen Dreizylinder an. Der Benzindirekteinspritzer hat zwar nur 0,9 Liter Hubraum. Aber dank eines Turboladers kommt er trotzdem auf 66 kW/90 PS.

Laut und vernehmlich, aber mit angenehmem Klang, treibt er den Clio mit seinen maximal 135 Newtonmetern Drehmoment zügig durch die Stadt und über die Landstraße. Nur auf der Autobahn braucht einen langen Atem, wer man das Spitzentempo von 182 km/h tatsächlich ausreizen will. Und selbst wenn man es dort langsamer angehen lässt, wünscht man sich einen sechsten Gang für niedrigere Drehzahlen und mehr Ruhe auf langen Strecken. Doch diesen bietet Renault in der ganzen Baureihe nicht.

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Kleiner Knauser

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