Renault Mégane GT im Fahrtest
GTI mit mehr Gefühl

Renault nimmt einen neuen Anlauf in der Kompaktklasse und bringt im März die vierte Generation des Mégane in den Handel. Der Grundpreis und der Name bleiben unverändert. Ansonsten übernimmt der Neue nichts vom Vorgänger.
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Sie haben beim Generationswechsel das Format geändert und den Fünftürer flacher und länger gezeichnet. War der Vorgänger nach dem sehr experimentellen Mégane der Jahrtausendwende zum Langweiler geraten, schlägt das Pendel jetzt wieder in die andere Richtung: Knackige Proportionen, muskulöse Formen und eine schnittige Linie machen ihn zum Schauläufer in der Kompaktklasse und rücken ihn näher an den VW Scirocco als an den Golf.

Dazu gibt es ein paar Details, die den Mégane im dichten Feld von bis zu 40 Konkurrenten unverwechselbar machen sollen: Die Renault-Raute ist groß wie bei einem Lastwagen. Die LED-Signatur mit den weißen Sicheln vorn und dem roten Bumerang hinten fällt auf.

Mit Gefühl gegen die deutsche Sachlichkeit

Während der Mégane außen den Sportler gibt, überrascht er innen mit einer kuscheligen Wohlfühlatmosphäre. Er bietet dank seiner neuen Abmessungen mehr Freiheit für Knie und Schultern. Außerdem lockt er mit bequemen Massage-Sitzen, einem aufgeräumten Digitalcockpit und einer ebenso eigenwilligen wie faszinierenden Bedienung.

Zwar patzt das R-Link2-System auf dem senkrechten Touchscreen bei der Smartphone-Integration, und manche Funktionen muss man ein bisschen suchen. Doch die Navigation ist auf dem neuesten Stand und die Ambiente-Einstellung wirkungsvoller inszeniert als bei allen Wettbewerbern und konterkariert so die deutsche Sachlichkeit.

Denn auf Knopfdruck ändern sich nicht nur die Anzeigen und die Farben der LED-Beleuchtung. Sondern im Komfortmodus startet gleich auch noch die Sitzmassage, und im Sport-Betrieb klingt der Motor kerniger und die Klimaautomatik bläst ein bisschen fester.

Im Top-Modell Mégane GT steckt unter der Haube der stärkste von drei Dieseln und vier Benzinern. Statt der mageren 74 kW/101 PS des Basis-Benziners wollen einem hier 151 kW/205 PS mächtig einheizen. Sehr drehfreudig und von einer siebenstufigen Doppelkupplung nur pro forma im Zaum gehalten, feilt er mit bis zu 280 Nm an der Fahrbahn und bringt den Sportler in der Familie flott in Fahrt.

Zwar kommt er weder mit den 7,1 Sekunden für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h an VW Golf GTI heran, noch mit seinen 230 km/h Spitze. Doch macht er trotzdem einen lebendigeren, leidenschaftlicheren Eindruck als der Power-Primus aus Wolfsburg.

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Mit Allradlenkung zur Kurvenhatz

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