Renault Trafic Trophy
Der schärfste Expressfrachter der Republik

Sie jagen über die linke Spur, parken in der zweiten Reihe und sind mit der Sackkarre im Treppenhaus schneller als mancher Jogger - wer Pakete ausliefert, ist immer in Eile. Der Renault Trafic "Trophy" wäre in dem Fall genau das Richtige.
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dpa-infocom HAMBURG. Zwar diskutieren Politiker und Verkehrsexperten über ein Tempolimit für Lieferwagen, doch zumindest dieses Auto will davon nichts wissen: Der Renault Trafic "Trophy", der in einer Nacht- und Nebelaktion zum Renntransporter umgebaut wurde. Während das Stichwort Nutzfahrzeuge sonst für nüchterne Kastenwagen, nackte Fahrgestelle, Pritschen und Kleinbusse im Rampenlicht steht, rast über eine einsame Rennstrecke in der Eifel der vielleicht schärfste Expressfrachter der Republik.

Schnapsidee mit Hintersinn

Hinter dem Projekt steckt Bernd Hütter, der bei Renault in Deutschland den Motorsport koordiniert. Inspiriert von Rennserien für Lieferwagen in England und Portugal hat er den Trafic mit einem kleinen Team binnen weniger Wochen zu einem veritablen Sportwagen umgebaut. Was klingt, als wäre es aus einer Bierlaune geboren, hat allerdings einen tieferen Sinn: Weil die Straßenzulassung beim Umbau erhalten bleibt, wäre der rund 35 000 Euro teure Eilfrachter deshalb der ideale Renntransporter für all jene Renault-Fahrer, die am Wochenende mit Clio oder Mégane über die Rennstrecke jagen. Die Anhängerkupplung jedenfalls hat Hütter dafür schon mal ans Heck geschraubt.

Obwohl Zeit und Geld ausgesprochen knapp waren, ist der Trafic gründlich umgebaut worden. Von außen nur an den vielen bunten Aufklebern und der etwas reduzierten Bodenfreiheit zu erkennen, blickt man innen in einen waschechten Rennwagen. Der Laderaum ist nach der Demontage aller Kleinteile und dem Ausbau der schweren Schiebetüre eine nackte, dunkle Höhle, und von der Fahrerkabine ist nicht viel mehr geblieben als das Armaturenbrett - und selbst aus dem ragt ein kleines Rennlenkrad mit Schnellverschluss heraus.

Schalensitz statt Komfortsessel

Wer den Trafic "Trophy" fahren will, muss durch einen Überrollkäfig klettern, sich in stramme Schalensitze zwängen und danach die Hosenträgergurte festzurren. Dann genügt ein Griff zum Zündschlüssel und das Spektakel beginnt: Der 2,5 Liter große Dieselmotor brüllt auf und klingt deutlich lauter als in der Serie. Weil er einen neuen Chip hat, steigt seine Leistung um etwa 20 Prozent auf 132 kW/180 PS. Und auch wenn der Wagen noch gar nicht auf dem Prüfstand war, merkt man bei der ersten Testfahrt schnell, dass hier mehr als die serienmäßigen 320 Nm zu Werke gehen.

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