Renommierter Oldtimer-Sammler
Das kleine Schwarze

Ralph Lauren sammelt Autos - am liebsten elegante Zweisitzer. Seine Oldtimer-Kollektion gewinnt jeden Schönheitswettbewerb.

Sein unbedingter Wille zur Perfektion ist legendär – besser: Ralph Laurens unbedingter Wille, von Perfektem umgeben zu sein, und sein Gespür für die unscheinbaren Details, haben nicht nur seine Mode, sie haben ihn selbst zu einer Legende der Modegeschichte gemacht. In seinem Imperium bleibt nichts der Beliebigkeit überlassen. Selbst seinen Kaffeeköchen ist eine Farbskala verordnet, mithilfe derer sich abgleichen lässt, in welchen Beigetönen ein Frapucchino noch dem Lauren-Stil entspricht – und ab wann er zu milchig gerät.

Die Detailversessenheit des 67-Jährigen hat neben der bald drei Jahrzehnte währenden Erfolgsgeschichte seines Modekonzerns auch eine der renommiertesten Automobilsammlungen der Welt hervorgebracht: Als das Museum of Fine Arts in Boston im letzten Sommer eine Auswahl seiner prächtigsten Stücke präsentierte, gab es zwar einen kurzen Streit unter amerikanischen Kunstkritikern, ob die Autosammlung eines Modeschöpfers in ein Kunstmuseum gehört – aber ein Gang durch die Ausstellung machte rasch klar: Und ob!

Die mehrheitlich raren, oftmals nur noch von alten Fotografien bekannten Modelle standen dort auf Hochglanz poliert und wie fabrikfrisch unter den Galerie-Strahlern. Es muss ihn viele Millionen gekostet haben, diese teils vergessenen Klassiker in den Zustand zu restaurieren, wie er sich in Boston bestaunen ließ.

Ralph Laurens Mode ist frei vom Verdacht, nostalgisch zu sein – es geht um Klassiker. Er sagt: „Ich bin bekannt für zeitlose Klassiker. Stücke, die mit der Zeit sogar immer besser werden. Mein Publikum ist anspruchsvoll. Sie wollen Zeitlosigkeit; aber bitte keine Langeweile.“ Ebenso sind die polierten Karossen: keine Museums-Stücke, keine Ausgrabungs-Exemplare, an denen noch malerisch der Staub des letzten Jahrhunderts klebt, sondern tatsächlich Kunstwerke. Auch wenn der Großteil der Sammlung aus europäischen Klassikern besteht, finden sich auch einige Ikonen der amerikanischen Automobilgeschichte: Ein Holzflanken-Ford von 1948 sowie ein „Willys“ aus den 50ern – der Jeep, verewigt in dem Film und der Fernsehserie MASH.

Obwohl Lauren nicht nur wegen des intensiven Gebrauchs des Sternenbanners als Inbegriff des amerikanischen Lifestyles gilt, lässt er sich privat von seinem Chauffeur Carrington in einem Bentley fahren – der aber ist perfekt, heißt: komplett schwarz. Bis auf die Türgriffe gibt es daran kein verchromtes Teil zu entdecken.

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