Rolls-Royce Silver Shadow
Der „Volkswagen“ der Superreichen

dpa/gms CREWE. Immer wieder gibt es Autos, die als typisch für eine bestimmte Gruppe von Menschen gelten. Die Ente von Citroën zum Beispiel wurde einst als eine Art Dienstwagen für Studierende angesehen. Auch für die Superreichen gibt es ein Standardgefährt.

Das hat einen mächtigen Kühlergrill, auf dem zwei ineinander verschlungene „R“ als Symbol für eine der bekanntesten Automarken der Welt stehen - Rolls-Royce. Im Laufe seiner mehr als 100-jährigen Geschichte hat das Unternehmen aus dem britischen Crewe eine Reihe luxuriöser Limousinen gebaut. Kaum eine erreichte allerdings den Bekanntheitsgrad des Silver Shadow. Dessen unvergleichliche Frontpartie macht ihn bis heute für viele zu dem Rolls-Royce schlechthin.

Feinste Lederbezüge, edles Wurzelholz und ein mächtiger Motor - das ist typisch für Rolls-Royce. Wofür der Name dagegen lange Zeit nicht stand, sind Etiketten wie modern oder wegweisend. Doch dann kam in den sechziger Jahren der Silver Shadow und brachte einige moderne Merkmale mit. Statt noch einmal ein Blechkleid auf einem darunter liegenden Rahmen festzuschrauben, baute man eine selbsttragende Karosserie. Während die zeitgemäße Bauweise für normale Autofahrer nichts anderes als einen Schritt nach vorne darstellte, dürfte sich so mancher Rolls-Royce-Fahrer mit dem Seidentuch schockiert den Schweiß von der Stirn getupft haben.

Nicht nur, dass die Bauart so ungewohnt modern war. Der Neue nahm der betuchten Klientel eine Möglichkeit, die bislang als selbstverständlich galt: Weil der Aufbau zuvor im Grunde nur aufgesetzt wurde, konnte man dem Wagen beim Karosseriebauer des Vertrauens ein ganz individuelles Blechkleid verpassen lassen. Das ist bei einer selbsttragenden Karosserie nicht möglich.

Unter dem Blech fanden sich moderne Dinge wie eine Einzelradaufhängung, Scheibenbremsen - und sogar eine Hydropneumatik nach Citroën-Vorbild hatte man als Niveauregulierung ins Federungssystem integriert. Die Anzahl an Neuerungen war derart ungewöhnlich für die Traditionsmarke, dass man die Kundschaft nicht ins kalte Wasser stürzen mochte. Für die Traditionalisten stellte man daher den 1965 eingeführten Silver Shadow nicht gleich als einzige Wahlmöglichkeiten in die Schauräume. Vielmehr baute man den Vorgänger vorsichtshalber noch ein Jahr weiter.

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