Rückrufaktionen
Toyota gibt Mängel zu - Chrysler zieht nach

Schlechte Nachricht der Autohersteller: Toyota muss in den USA gleich drei Automodelle aus mehreren Baujahren in die Werkstätten zitieren. Chrysler warnt Autobesitzer weltweit.
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Detroit/Torrance/Chicago/WashingtonToyota ruft in den USA mehr als 680.000 Fahrzeuge zurück. Beim Pickup-Truck Tacoma aus den Baujahren 2005 bis 2009 seien Probleme am Steuer aufgetreten, die einen der Fahrer-Airbags außer Kraft setzen könnten, teilte der japanische Autobauer am Mittwoch mit.

Knapp 500.000 der Fahrzeuge vom Typ Tacoma müssten in die Werkstätten zurück. Bei 70.500 Camry-Limousinen und 116.000 Venza-Geländewagen kann ein Problem mit dem Bremsleuchten-Schalter schlimmstenfalls den kompletten Wagen lahmlegen. Betroffene Fahrer würden informiert, erklärte Toyota am Mittwoch. Die Reparatur dauere jeweils rund eine halbe Stunde.

Die Defekte sind weit weniger dramatisch als bei der Pannenserie des Jahres 2010, als der japanische Hersteller Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale und fehlerhafter Bremsen zurückrufen musste. Seit der Pannenserie vor zwei Jahren ist Toyota sehr sensibel bei Fehlern und hat bereits mehrfach freiwillig Rückrufe gestartet. So soll ein Image-Schaden wie im Jahr 2010 vermieden werden.

Viele der gemeldeten Vorfälle von damals entpuppten sich zwar später als Fehler der Fahrer, doch bei Toyota brachen die Verkäufe ein. Hinsichtlich der neuerlichen Defekte seien keine Unfälle bekannt, versicherte Toyota.

Der Autobauer Chrysler rief seinerseits weltweit rund 267.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Grund seien mögliche Verätzungsprobleme an der Hinterachse, die durch Streusalz auf den Straßen ausgelöst werden könnten, erklärte Chrysler. Zurückgerufen würden Modelle des Jeep Liberty mit den Baujahren 2004 und 2005. Unfälle seien bislang nicht bekannt.

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  • Es ist vom Systemverständnis normal, dass in den USA mehr Rückrufe erscheinen. In den USA sind Haftungsrisiken und Haftungszahlungen um Galaxien höher ... bei ... gleichzeitiger viel höherer Freiheit in technischen Ausführungen. Streng genommen reguliert sich die fehlende Vorgaben- u. Gesetzeswut (was für den Erfindungsreichtum positiv ist; einfach mal machen)in den USA, durch ein beabsichtigtes, quasi erzwungenes, Mitdenken der Unternehmen. In Deutschland ist es (überspitzt gesagt) anders; hier wird übereguliert und eine Lawine an Vorschriften u. Gesetze erlassen - dafür fallen Haftungsrisiken und -zahlungen geringer aus.

    Wird in den USA nicht zurückgerufen, reagiert das vorgabenarme System schlicht sehr empfindlich, wenn etwas passieren sollte. Das kann dann auch sehr teuer werden.

    Beide Systemansätze haben Vor- un Nachteile.

  • Ergibt irgendwie Sinn, da die USA mit Abstand der größte Absatzmarkt für Toyota ist. Aber keine Angst: Auch in Europa wurden zahlreiche Toyoto zurückgerufen. Die schlechte Qualität von Toyota ist nicht auf Regionen beschränkt.

  • Offensichtlich ist die Qualitätssicherung dem schnellen Wachstum von Toyota im letzten Jahrzehnt nicht hinterhergekommen. Die Anzahl und vor allem die Schwere der Fehler (Bremse, Airbag) ist wirklich sehr bedenklich. Der Volkswagenkonzern daraus lernen und auf seinem Weg zur Spitze vorsichtiger sein und lieber etwas Wachstum der höheren Qualität opfern, sonst droht ein ähnlicher Absturz.

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