Saab 9-3 Cabriolet
Schicker Schwede für die heißen Tage

Zu den schwedischen Exportschlagern gehören zweifelsohne Ikea, Pippi Langstrumpf und Knäckebrot. Doch auch das neue Saab 9-3 Cabriolet mit dem Zweiliter-Bioethanol-Motor schickt sich an, ein solcher zu werden.

dpa-infocom HAAR. Der jüngste Schweden-Zögling besticht durch eine neue Optik für die gesamte Baureihe. Die unverwechselbare Frontpartie des Saab wurde vom Konzeptfahrzeug Aero X inspiriert und soll den sportlichen Charakter des 9-3 Cabriolets hervorheben. Vervollständigt wird die geänderte Front durch neue Scheinwerfergehäuse in „Eyebrow“-Optik.

Weniger umweltschädliches CO2

Seit Anfang 2006 geht Saab mit dem Flexifuel-Triebwerk im 9-5 2.0t Biopower neue Wege bezüglich des verwendeten Kraftstoffs. Neben Benzin können die Biopower-Aggregate wahlweise auch mit Bioethanol E85 angetrieben werden. Bioethanol wird durch Gärung und anschließende Destillation aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Der Vorteil: Dadurch kann der CO2-Ausstoß deutlich verringert werden.

Mehr Leistung durch Bioethanol

In der Praxis entstehen durch den 200 PS starken Bioethanol-Motor mit einem Hubraum von zwei Litern gegenüber einem herkömmlichen Verbrennungsmotor mit Benzin oder Diesel kein Nachteil. Im Gegenteil: Im Alkoholbetrieb bietet er eine um 14 Prozent höhere Maximalleistung (200 statt 175 PS) und ein um 13 Prozent gestiegenes Drehmoment (300 gegenüber 265 Newtonmeter). 8,2 Sekunden verstreichen, ehe der Saab die 100-km/h-Grenze knackt, um dann bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h zu beschleunigen.

15 bis 20 Prozent mehr Verbrauch

Saab gibt keinen Normverbrauch an, weil es für Bioethanol noch keine standardisierten Messverfahren gibt. Als Richtlinie wird aber ein um 15 bis 20 Prozent gesteigerter Verbrauch gegenüber dem Betrieb mit Benzin genannt. Erste Fahrten ergaben einen ungefähren Durchschnittsverbrauch von 11,5 Litern, ein Liter Bioethanol kostet derzeit etwa 89 Cent. So lässt sich eine Ersparnis von ungefähr 3,67 Euro pro hundert Kilometer bei einem Preis von 1,39 für den Liter Super plus errechnen. Somit amortisiert sich der Mehrpreis des Biopower-Antriebs von 1 000 Euro ab einer Laufleistung von etwa 27 200 Kilometer. Dabei ist die geringere Steuer noch nicht berücksichtigt. Einziges Problem ist die noch verhältnismäßig schlechte Abdeckung mit Tankstellen, die den umweltfreundlichen Treibstoff führen.

Flotter Schwede neigt sich nicht

Ansonsten kann der offene 9-3 durch ein sportlich straffes Fahrwerk überzeugen, das ausgezeichnet mit dem Motor harmoniert. In flotten Kurven neigt sich der Schwede kaum zur Seite. Der Preis dafür ist, dass man stets über die jeweilige Fahrbahnbeschaffenheit informiert ist. Beim starken Beschleunigen hebt sich zudem die Front des Fahrzeugs, und die ansonsten leichtgängige und präzise Lenkung will etwas härter angepackt werden, um den Wagen in der Spur zu halten.

Ab Tempo 70 zieht es

Das Herzstück des Cabrios - das Stoffdach - schirmt in geschlossenem Zustand das Interieur gut vor Wind- und Motorgeräuschen ab. Das Öffnen des Deckels dauert bei laufendem Motor 20 Sekunden. Ab Tempo 70 zieht es trotz geschlossenen Fenstern und Windschott im Innenraum spürbar.

Fazit: Sportliches Cabriolet mit umweltfreundlichem Biopower-Motor

Obwohl sich Saab selbst als Premium-Marke bezeichnet, ist das 9-3 Cabriolet 2.0t Biopower mit 37 200 Euro für die Version mit Schaltgetriebe relativ günstig. In Deutschland gilt der Saab häufig als etwas bieder. Doch das neue 9-3 Cabriolet beweist das Gegenteil. Die sportliche Optik macht den offenen Saab zum Hingucker. In Kombination mit dem umweltfreundlicheren Biopower-Motor und dessen agilen Fahreigenschaften entpuppt sich das Cabrio als echte Alternative zur durchweg teureren Konkurrenz. Allerdings bleibt zu bemängeln, dass es im Innenraum ab Tempo 70 zieht.

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