Selbstzünder im PKW
Der Diesel feiert Jubiläum

Anfangs war er laut und lahm. Doch 75 Jahre nach seiner PKW-Premiere ist der Dieselmotor aus dem Auto nicht mehr wegzudenken. Er hat einfach mehr Kraft als der Benziner. Und die Entwicklung ist noch nicht zu Ende.
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StuttgartFast ein halbes Jahrhundert hat es gedauert, bis der Dieselmotor seinen Weg in den Pkw gefunden hat. Das ist nun 75 Jahre her, und längst ist der bereits 1892 von Rudolf Diesel erfundene Ölbrenner mit Selbstzündung aus Autos nicht mehr wegzudenken: Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts betrug der Zulassungsanteil im ersten Halbjahr 2011 in Deutschland 46 Prozent. In anderen Ländern Europas sind Dieselautos noch mehr gefragt.

Dieselmotoren kommen im Gegensatz zu Ottomotoren ohne Zündkerzen aus. Das liegt daran, dass Luft und Sprit nicht als Gemisch in die Brennkammern geleitet werden, sondern nacheinander. Erst wird Luft in den Zylindern stark verdichtet und heizt sich dabei auf mehrere hundert Grad Celsius auf. Dann folgt der Sprit, der in der heißen Luft durchzündet. Deshalb spricht man vom Selbstzünder.

Ihren Anfang nahm die Geschichte des Pkw-Diesels mit dem Mercedes 260D, sagt Marken-Sprecherin Birgit Pillkahn. Der Selbstzünder feierte seine Premiere 1936 auf der Internationalen Automobilausstellung in Berlin und rollte bis weit in die 50er Jahre vor allem als Taxi durch die Republik. Der Wagen war zwar laut und mit 90 km/h Spitzentempo nicht schnell. Doch sein Vierzylinder war mit rund 9 Litern Durchschnittsverbrauch sparsam. Benziner brauchten damals 13 bis 14 Liter. So schafften es Taxifahrer mit einer Tankfüllung bis zu 500 Kilometer weit.

Schier unzerstörbare Technik

Und über Werkstattaufenthalte mussten sie sich kaum Gedanken machen: "Schon damals galt der Diesel als Dauerläufer", sagt Mechaniker Michael Plag aus dem Classic Center von Mercedes, "der Motor war schier unzerstörbar."

In den 70er Jahren hat sich der Diesel im Pkw etabliert und eroberte etwa im VW Golf den Massenmarkt. "An Laufkultur und Fahrdynamik wie beim Ottomotor war noch nicht zu denken", erläutert Prof. Stefan Pischinger vom Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Das kam erst mit den Turbodieseln, die ab den 70er Jahren Daimler-Benz und Volkswagen im Pkw einbauten, berichtet Pischinger.

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  • Leider hat der Diesel-Motor einen ganz entscheidenden Nachteil: Die EXTREM schädlichen Emissionen in Form von Nanopartikeln.

    Erstmal muss man dazu Wissen, dass selbst bei der Abgasnorm Euro 6 (ab 2014) für Diesel-PKW ein Grenzwert von 600 MILLIARDEN Partikel pro Kilometer gilt. Und selbst dieser Wert ist extrem geschönt, da Partikel die kleiner als 23 Nanometer (Millionstel Millimeter) sind, völlig unberücksichtigt bleiben, weder bei Partikelanzahl noch bei Partikelmassen (siehe: http://www.dieselnet.com/standards/eu/ld.php)

    Schon länger ist bekannt, dass die Partikel das Immunsystem überwinden, via Lunge in den Blutkreislauf gelangen und sich u.a. in Gehirn ablagern, siehe:
    http://www.mpg.de/563231/pressemitteilung20080208

    In einer brandneuen Studie der Uni Edinburgh wurde jetzt NACHGEWIESEN, dass Diesel-Nanopatikel eine der HAUPTURSACHEN bei SCHLAGANFALL und HERZINFARKT sind:
    http://www.greencarcongress.com/2011/07/mills-20110714.html

    Damit gibt es erstmals eine Erklärung dafür, warum sich in den letzten 10 Jahren die Anzahl der Schlaganfälle nahezu verdoppelt hat (von 136.000 in 2000 auf 250.000 in 2010).

    Man darf also zu Recht davon ausgehen: DIESEL TÖTET ZIG-TAUSENDE ALLEIN IN DEUTSCHLAND!!

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