Selbstzünder wird bald kein Selbstläufer mehr sein
Der Diesel kommt ins Stottern

Mancher Diesel-Fahrer rieb sich Ende 2007 ungläubig die Augen: An einigen Tankstellen war der Treibstoff kurzzeitig so teuer wie Super geworden. Viele zweifelten plötzlich, ob sie sich für das richtige Auto entschieden hatten – denn Inspektion und KFZ-Steuer sind zudem teurer als beim Benziner. Der Preissprung war nach Einschätzung von Marktbeobachtern nur der Anfang.

DÜSSELDORF. Wolfgang Meinig, Leiter der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft, geht davon aus, dass Normalbenzin in naher Zukunft vom Markt verschwinden wird. Die Mineralölgesellschaften würden die Preise weiter vereinheitlichen, sagt Meinig. Aral hat schon den Anfang gemacht: Die Tankstellen bieten bei konventionellen Kraftstoffen nur noch Super und Diesel an – zu ähnlichen Preisen.

An Dauer-Niedrigpreise beim Diesel glaubt auch Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen nicht. „Wenn man den Steuervorteil abrechnet, ist Diesel heute schon teurer als Benzin“, sagt er.

Im vergangenen Jahr waren hierzulande 52 Prozent aller Neuwagen Benziner und 48 Prozent Diesel-Fahrzeuge. Das Verhältnis werde sich zwar noch weiter in Richtung Parität bewegen, aber ab dem Jahr 2010 wieder zugunsten des Benziners drehen, sagt Dudenhöffer. Nicht nur der Preis, sondern auch neue Motoren sollen den Benziner dann wieder wettbewerbsfähiger machen. Turboaufgeladene Direkteinspritzer mit geringem Hubraum könnten bald Verbrauchswerte wie beim Selbstzünder erreichen.

Eine weiteres Thema werde zudem der höhere Ausstoß von Stickoxiden sein, sagt Dudenhöffer. Zwar steuere dem die sogenannte „Adblue“-Technik entgegen, die mit einer biologisch abbaubaren Harnlösung arbeitet, doch dies wie auch Partikelfilter, neue Katalysatoren und andere Teile bei modernen Abgasreinigungssystemen machten die Autos teurer und wartungsintensiver.

Das ist auch den Herstellern klar, obgleich sie weiter am sauberen Diesel arbeiten. Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender von Audi, hat angekündigt, Direkteinspritzer an den Start zu bringen, die mit weniger Hubraum und Zylindern auskommen sollen. Auch Mercedes setzt weiter auf den Diesel. „Wir widmen beiden Motortypen unsere Aufmerksamkeit – inklusive einer uneingeschränkten Hybrid-Option für Diesel und Benziner“, sagt Herbert Kohler, Leiter Fahrzeugaufbau und Antrieb.

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