Sensorische Zündsperren
Erst pusten, dann starten

Moderne Autos sind vollgestopft mit Sensoren. Doch nur ein Hersteller baut so genannte „Alcolocks“ ein, die vor folgenschweren Alkoholfahrten schützen sollen. So richtig auf Akzeptanz stoßen die Atem-Tester bei Autokunden allerdings nicht.
  • 2

Bergisch GladbachEinmal pusten bitte! Erst dann springt der Motor an - allerdings nur, wenn der Atemalkoholgehalt des Fahrers stimmt. Menschen, die wiederholt wegen Trunkenheit am Steuer aufgefallen sind oder dieser vorbeugen wollen, können sich einen sogenannten Alcolock in ihr Auto einbauen lassen. Plumpst der Fahrer nach einem Gelage in den Sitz, kann er es sich getrost bequem machen, doch den Wagen bekommt er dann nicht an.

Vorreiter bei den sensorischen Zündsperren ist Schweden. In dem skandinavischen Land darf ein Arbeitgeber im Arbeitsvertrag von Mitarbeitern die Nutzung eines Alcolocks verlangen. „Insofern gibt es eine rechtliche Grundlage“, sagt Volvo-Deutschland-Sprecher Olaf Meidt. Der Staat an sich verlange die Nutzung von seinen Bürgern allerdings nicht.

Volvo machte mit seinem entsprechenden Gerät, dem Alcoguard, früh auf sich aufmerksam. In Deutschland ist der rechtliche Rahmen noch nicht abgesteckt. „Es gibt immer noch einige Hürden zu nehmen“, sagt Simone Klipp von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt).

Die Wissenschaftlerin hat anhand von amerikanischen Studien die langfristige Wirkung der Alcolocks erforscht. Ihr Befund: „Die Studien haben gezeigt, dass man mit den Geräten gefährliche Alkoholfahrten wirksam unterbinden kann“, sagt Klipp und macht sich für eine verpflichtende Einführung in Deutschland stark. „Natürlich werden die Geräte nicht flächendeckend zur Pflicht werden, das ist auch gar nicht mit dem Grundgesetz vereinbar“, schränkt sie ein. Aber sie seien eine sinnvolle Ergänzung zu bereits vorhandenen Maßnahmen wie dem Führerscheinentzug oder der Fahreignungsprüfung.

Wer derweil auf freiwillige Selbstkontrolle setzt, kann auch in Deutschland beherzt nachrüsten. Als einziger Autobauer bietet zwar nur Volvo für rund 1.000 Euro werksseitig einen Promilletester. Doch Besitzer von Fahrzeugen anderer Marken können auf Drittanbieter wie Dräger oder ACS zurückgreifen. Deren Produkte sind allerdings noch teurer: 1.500 bis 2.000 Euro werden verlangt.

Seite 1:

Erst pusten, dann starten

Seite 2:

Kommentare zu " Sensorische Zündsperren: Erst pusten, dann starten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • und wer sagt, dass der der pustet hinterher auch fährt ? Seit dem Casus Käsmann und den/m virtuellen Mitfahrer ist da reichlich Skepsis angebracht !

  • "Bravo der Schwachsinn setzt sich überall durch. Nicht nur Banker Boni Rettungspakete Pseudorechtsstaat etc. nein die Autodeppen machen auch weiter mit. Mal angenommen sie fahren irgendwo in`s Grüne Picknick etc. Sie trinken etwas jetzt und es passiert ein Unfall der Fahrer verunglückt. Sie könnten noch Hilfe holen aber der Wagen springt wegen der Alkoholkontrolle nicht an. Na klickt es. Die Leute die so etwas ernsthaft erwägen sollten mal zu einem guten Psichiater gehen. Eventuell ist noch Hilfe möglich."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%