Serienreife ab 2007
Airbag erkennt Unfall am Geräusch

Autozulieferer Siemens VDO hat einen neuen Airbagsensor entwickelt, der auf Geräusche reagiert und die Airbags nahezu doppelt so schnell auslösen kann, wie dies mit bisher eingesetzten Systemen möglich ist.

HB DÜSSELDORF. Der so genannte Crash Impact Sound Sensor erkennt Körperschallwellen, die bei Verformung der Karosserie entstehen. Anhand von definierten Charakteristika werden Unfallstärke und Notwendigkeit der Aktivierung des Airbags ermittelt. "Für den Sensor sind bestimmte Frequenzen und mit menschlichen Ohren nicht hörbare Geräusche Ausschlag gebend, die typischerweise dann auftreten, wenn sich Metall verbiegt", erklärt Siemens VDO-Sprecher Enno Pflug. In den heutigen Automobilen kommen verschiedene Sensoren zur Unfallerkennung zum Einsatz. Während Sensoren in der Stoßstange bei einem Unfall eine Deformierung erkennen, messen Drucksensoren in der so genannten "B-Säule" des Autos, die Boden und Dach in der Mitte der Fahrgastzelle verbindet, die Intensität eines Seitenaufpralls. Zusätzlich ermitteln Beschleunigungssensoren anhand der Bremskraft und der daraus resultierenden Vibration im Fahrzeug die Stärke des Crashs. Dabei nimmt der Sensor akustische Schwingungen bis zu 400 Hertz wahr.

Während die bisherige Sensorik so vom Aufprall bis zur Airbag-Aktivierung 30 Millisekunden braucht, benötigt der neue Sensor je nach Unfallart nur die halbe Zeit. Er verarbeitet neben den Vibrationen im unteren Bereich zusätzlich Frequenzen bis zu 16 Kilohertz. In nur 15 Millisekunden registriert der Sensor die Unfallstärke, ermittelt mit Hilfe der Informationen aus den erfassten Beschleunigungssignalen das genaue Bild vom Unfallhergang und aktiviert die Airbags und den Gurtstraffer.

Die neue Entwicklung soll bereits im nächsten Jahr Serienreif sein. Dann soll auch der erste Wagen mit dem System ausgestattet sein. Um welches Auto es sich dabei handelt, wollte Pflug nicht verraten. Er geht davon aus, dass in den kommenden Jahren kontinuierlich mehrere Autos mit dem akustischen Sensor ausgestattet werden. Preislich werde sich gegenüber aktuell verwendeten Lösungen nichts ändern.

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