Sicherheit
Computersystem warnt Autofahrer vor Tieren

Pro Jahr kommt es auf deutschen Straßen rund 230 300 Mal zum Crash zwischen Mensch und Tier. Ein jetzt vorgestelltes Computersystem könnte die Zahl der schweren Wildunfälle deutlich verringern. Es besteht aus einem Netz von Sensoren, die Tiere erkennen, und einem Computer, der Autofahrer warnt.
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BERLIN. Das System besteht aus mehreren Schallsensoren, die am Straßenrand angebracht werden. Sie erkennen, wenn sich ein Tier der Straße nähert und melden das an einen Computer in einer Basistation. Dieser analysiert, aus welcher Richtung und wie schnell sich das Tier nähert und löst einen Alarm aus, etwa ein Warnlicht am Straßenrand. Dadurch sollen Autofahrer auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden.

Außerdem verfügt die Basisstation über GPS und eine Kamera, die die Tiere aufnimmt. Die Bilder werden zusammen mit Geodaten auf einen Webserver hochgeladen. Auf einer Weltkarte können Biologen zum Beispiel erkennen, welche Tiere sich in einem bestimmten Gebiet aufhalten. „Unser System hilft also nicht nur, Unfälle zu verhindern, sondern es dient auch dazu, die wild lebenden Tiere zu beobachten und zu überwachen“, so Hyon Lim, einer der Entwickler. Ein Solarpanel und eine Batterie versorgen die Basisstation mit Energie.

„Derzeit beschränkt sich unser System jedoch auf die Erkennung großer Tiere, da bei Unfällen mit diesen Tieren viele Menschen sterben“, sagt Lim. Die Entwickler wollen ihr System jedoch so erweitern, dass es in Zukunft Autofahrer auch vor kleinen Tieren warnt.

Die Idee zu dem System, mit dem die beiden Koreaner die Endrunde des von Microsoft organisierten Imagine Cup erreicht haben, sei ihnen gekommen, als sie einen Film über die vielen Unfälle mit Tieren sahen, sagt Lim. Allein in den USA fielen jeden Tag rund eine Million Wirbeltiere Autounfällen zum Opfer. Der Sachschaden betrage über eine Milliarde US-Dollar im Jahr. Auch in Deutschland verursachen die mehr als 230 000 Wildunfälle pro Jahr Sachschäden im dreistelligen Millionenbereich.

Um einen Kilometer Straßenrand zu überwachen, braucht man laut Lim eine Basisstation und 50 Sensoren, die knapp 1 000 Dollar kosten. Damit, so rechnet Lim vor, sei ihr System deutlich günstiger als andere Möglichkeiten, Tiere und Straßenverkehr effektiv voreinander zu schützen – etwa durch Über- oder Unterführungen.



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