Sicherheit im Auto: Die Kopfstütze denkt mit

Sicherheit im Auto
Die Kopfstütze denkt mit

Sensorgesteuerte Kopfstützen-Halterungen verbessern die passive Sicherheit im Fahrzeug.
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HB DÜSSELDORF. Was die Wirbelsäule des Autoinsassen mitmacht, wenn ein Aufprall von hinten erfolgt, ist extrem: Zuerst wird der Fahrgast in den Sitz gepresst, dann nach vorne in den Gurt und anschließend wieder in den Sitz geschleudert. Und am oberen Ende der Wirbelsäule peitscht der Kopf hin und her und vervielfacht durch die Hebelwirkung sein Gewicht.

Allein beim Zuschauen kann einem schon angst und bange werden, wenn auf einer Crashtestanlage ein Heckaufprall simuliert wird - ein Unfallszenario, wie es sich täglich rund 500-mal in Deutschland ereignet.

"Die Kopfstütze hat Schlimmeres verhindert", stellt Axel Malczyk bei der Begutachtung des Unfallopfers fest. Er ist mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn in diesem Fall nur eine Puppe ihren Kopf hinhalten musste. Seit über fünf Jahren beschäftigt sich der Berliner Unfallforscher, der am Verkehrstechnischen Institut der Deutschen Versicherer arbeitet, speziell mit der Schutzwirkung von Autositzen.

Die richtige Position der Kopfstützen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie kann das Risiko eines Wirbelsäulenschadens wie das gefürchtete Schleudertrauma bei einem Auffahrunfall deutlich reduzieren. Vorausgesetzt, die Kopfstütze verhindert das peitschenartige Zurückschleudern des Kopfes.

"Die Autohersteller haben in der Vergangenheit mit Gurt und Airbag vor allem auf schwere Verletzungen des Rumpfes reagiert", sagt Malczyk. Jetzt kümmerten sie sich auch mehr um die Verbesserung der Kopfstützen.

Volvo gehört auf diesem Gebiet zu den Pionieren. Bereits 1998 baute der schwedische Hersteller unter dem Namen "Whips" einen Sicherheitssitz in den Volvo S 80 ein. Seit fünf Jahren gibt es den Sitz serienmäßig in allen Volvo-Modellen. "Whips" besteht aus einer dicht am Kopf anliegenden, hohen Kopfstütze. Bei einem Heckaufprall bewegt sich der obere Teil der Rückenlehne in Sekundenbruchteilen nach oben und vorn, um so die Halswirbelsäule und den Kopf zu fixieren.

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