Sicherheitsstudie
ESP auf dem Vormarsch

Das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) wird immer bekannter. Das ergeben Studien des Meinungsforschungs-Institutes TNS Infratest, die von dem Automobilzulieferer Continental in Auftrag gegeben wurden. Schon sehr bald könnte das ESP ähnlich bekannt sein wie das Antiblockiersystem (ABS).

HB HANNOVER. Noch hat sich das ESP in den Köpfen der Autofahrer nicht ganz durchgesetzt: Jeder Dritte gab bei der Befragung an, auf das Sicherheitssystem verzichten zu wollen, wenn der Kaufpreis des Autos dadurch sinken würde. Zum Verleich: Auf ABS oder Airbag würde nur jeder Zwanzigste verzichten.

Die Continental-AG, die auch Fahrzeugsysteme herstellt, gibt sich besorgt. "Das Ergebnis zeigt, dass Fahrerassistenzsysteme insgesamt noch zu wenig bekannt sind", sagt Vorstandsmitglied Karl-Thomas Neumann. Seit vier Jahren gibt Continental die Sicherheitsstudie bei Infratest in Auftrag, bei der jeweils mehr als 1 000 Autofahrer befragt wurden. Viele Autofahrer, sagt Neumann, würden es nicht bemerken, wenn das ESP ins Fahrverhalten eingreift und Leben rettet - anders als beim ABS, bei dem man die Wirkung direkt spüren könne.

Doch ESP wird immer bekannter: Heute können bereits 55 Prozent der Befragten die Funktionsweise des ESP beschreiben, drei Jahre zuvor waren es kaum mehr als ein Drittel. Das ESP greift in kritischen Situationen in das Fahrverhalten ein, beispielsweise wenn der Wagen ins Schleudern gerät. Ein Computer vergleicht die Ausrichtung des Lenkrades mit der tatsächlichen Fahrtrichtung des Fahrzeuges. Weichen beide Werte zu stark voneinander ab drosselt das System den Motor und bremst gezielt einzelne Räder. Das System wurde von der Robert Bosch GmbH entwickelt und seit etwa einem Jahrzehnt auf dem Markt.

Sicherheit hoch im Kurs

Das ABS, der große Bruder des ESP, hat bereits mehr als 20 Jahre auf dem Buckel: Es verhindert, dass die Reifen bei einer Vollbremsung still stehen, damit das Fahrzeug nicht ins Schleudern gerät. In einer Continentalstudie aus dem Jahr 2004 gaben sechs von zehn Autofahrer an, sie hätten innerhalb eines Jahres eine oder mehrere Vollbremsungen gemacht - gerade junge Autofahrer gerieten laut Studie oft in diese Situation.

Die Akzeptanz der Sicherheitssysteme ist hoch: Zwei Drittel der Befragten fühlten sich bereits 2004 keineswegs entmündigt, wenn Sicherheitssysteme auch gegen ihrer Willen eingreifen, um einen Unfall zu verhindern. Mehr als 85 Prozent waren der Ansicht, je häufiger sie mit dem Auto unterwegs seien, desto mehr sollte man für Sicherheit investieren - gute Aussichten für das ESP.

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