Skoda-Fahrvorstellung
Yeti in Sülze

Was tut der Yeti im Wald? Er vermehrt sich. Den Eindruck kann man zumindest im Bergischen Land gewinnen, wo auf einmal die nach dem mythischen Zottelwesen benannten Skoda-SUV reihenweise durchs Unterholz brechen.
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DüsseldorfEs geht vom Düsseldorfer Flughafen aus zunächst über Autobahn und Landstraße Richtung Bergisches Land. Hier gilt es zu erkunden, was er im Gelände kann, der von Skoda jüngst technisch und optisch überarbeitete Yeti, der zur Gattung der Kompakt-SUV zählt, und den die tschechische VW-Konzerntochter schon rund 281.000 mal verkauft hat.

Schon bald lotst das Navi die Testfahrer auf Straßen unterster Kategorie, und durch winzige Ortschaften namens Hüttchen, Sträßchen und Sülze. Hier gibt es keine Gäste-, sondern immer noch Fremdenzimmer im Hotel, das natürlich "Zur Post" heißt, und keinen Internetanschluß bietet.

Hier liegt aber auch, gut versteckt im tiefen Herbstwald, das prächtige Gut Forkscheid, das sozusagen den feuchten Traum aller SUV-Fahrer anzubieten hat: Einen ernstzunehmenden Offroad-Parcours, auf dem man unter fachkundiger Anleitung sein Gefährt mal so richtig dreckig und nass machen darf, meist in Superzeitlupe.

Hier lassen sich Offroad-Fahrtechniken üben und verfeinern, Fahrzeugassistenten auf engen, extrem abschüssigen und rutschigen Pisten testen, den Unterfahrschutz in der Verschränkungsstrecke sanft auf den Waldboden aufsetzen, oder in waghalsiger Seitenlage das Herbstlaub aus dem geöffneten Fahrerfenster heraus mit der Hand vom Boden aufsammeln.

Und natürlich geht es auch steil bergauf über Felsbrocken, Wurzeln und losen Schotter und durch eine rund 30 Zentimeter tiefe Flussquerung. Und das alles mit einem Skoda Yeti, den wir doch eher aus dem normalen Straßenbild kennen, und nicht von der Rallye Dakar oder exotischen Seidenstraßen-Abenteuertouren.

Aber er schlägt sich wacker, der Tscheche, den es nun in zwei Varianten gibt. Vorausgesetzt, man sitzt in der Outdoor-Version, hat einen der beiden größeren Turbodieselmotoren unter der Haube hat, und unterstützt den permanenten 4x4-Antrieb durch den automatischen Offroad-Assistenten. Dann klappt das auch mit dem Vorankommen, wenn die Straße längst zu Ende ist.

Bei den Antrieben des Yeti gab es keine Veränderungen und die optischen Neuerungen fallen dezent aus, dafür bietet Skoda ab dem Verkaufsstart 7. Dezember 2013 mehr Serienausstattung und Extras an, sowie die Aufteilung des Yeti in eine elegantere Version für die Stadt und eine robustere Variante in Gelände-Optik.

In der Basisausstattung Active kostet das SUV mit dem 1,2-Liter-Benzinmotor (77 kW/105 PS) mindestens 18.990 Euro. Der günstigste Diesel ist ein 2,0-Liter mit 81 kW/110 PS zu 21.890 Euro. In der optisch auf Offroad-Aussehen aufgerüsteten Outdoor-Variante werden jeweils 200 Euro mehr fällig.

Die 81-kW- Motorisierung gibt es nicht in Kombination mit DSG, sie wird in 6 Gängen per Hand geschaltet. Überzeugt hat mich dieser kleine Selbstzünder nur auf den gemütlich angegangenen Landstraßen-Etappen. Er dieselt im Stand ein wenig laut und lässt in zahlreichen Fahrsituationen Souveränität vermissen. Er arbeitet wilig, müht sich aber dabei. Seine Leistung lässt er sich eher ungern und zäh abringen, lediglich im schmalen Drehzahlband zwischen 3.000 und 4.000 Touren stimmt mit diesem Motor alles.

Am anderen Ende der Preisliste findet man den 2,0-Liter-Diesel mit 125 kW/170 PS, Allradantrieb, DSG-Getriebe und der höchsten Ausstattungsstufe L&K, benannt nach Vaclav Klement und Vaclav Laurin, den Gründervätern von Skoda, für selbstbewusste 35.690 Euro. Hier zeigt sich, dass die Tschechen durchaus die Kunst der Konzernmutter verstehen, für Sonderausstattungen und Extras kräftig beim Kunden zuzulangen.

Andererseits scheint im direkten Vergleich zu den beiden kleineren Dieselvarianten das Triebwerk allein einen kräftigen Preisaufschlag wert zu sein. Dieseltypisch mit kräftigem Drehmoment schon im untersten Drehzahlband ausgestattet, gefällt gerade diese Variante auch im Offroad-Parcours.

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