Skoda Octavia 1.6 TDI Greenline
Spar-Spaß vs. Schleich-Frust

Mit dem Octavia 1,6 TDI Greenline hat Skoda jetzt ein Öko-Modell im Programm, dass sich mit 3,2 Litern Diesel begnügt. Theoretisch. In der Praxis ist der grüne Tscheche durchaus sparsam. Wenn man es nicht eilig hat.
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Die gestressten Ingenieure in den Entwicklungsabteilungen der Autokonzerne sind sicher gut bezahlt, aber alles andere als zu beneiden. Da kämpfen sie um jeden Zehntel Liter des kostbaren Treibstoffs, um jedes Gramm weniger CO2 und um jede noch so kleine Verbesserung des Luftwiderstandes.

Und zu guter Letzt müssen sie darauf hoffen, dass später einmal ein ihnen vollkommen unbekannter Autofahrer mit alledem auch richtig umgeht und sich als Virtuose auf dem Gaspedal erweist. Denn ohne die Frau oder den Mann hinterm Lenkrad geht nun mal gar nichts beim Spritsparen.

Die Macht der Kunden war sicher auch den Schöpfern der neuen Sparversion des Skoda-Bestsellers Octavia bewusst. Mit der 110-PS-Limousine schafften es die Tüftler, den Verbrauch auf 3,2 Liter Diesel pro 100 Kilometer zu drücken und auch beim CO2-Ausstoß mit nur 85 Gramm pro Kilometer einen Spitzenwert zu erreichen. Aller Ehren wert, auch wenn die Maßnahmen nicht überraschen.

Da griffen die tschechischen Techniker ins Konzernregal, entschieden sich für das bekannte Start-Stopp-System, die Rückgewinnung der Bremsenergie und die kleine Anzeige in der Armaturentafel, die zum Hoch- oder Runterschalten einlädt.

Außerdem wurde an manchen Stellen des Oktavia abgespeckt, der Unterboden geglättet, das Getriebe besonders fein justiert oder die Spoiler verfeinert. Eben viele kleine Schritte zum großen Sparerfolg auf dem Prüfstand.

Und jetzt setzt sich ein Mensch ohne Skoda-Hausausweis hinters Steuer eines schneeweiß lackierten Octavia mit dem Schriftzug Greenline, um das Ergebnis zu überprüfen. Der 1,6-Liter-Vierzylinder meldet sich so, wie man es von den TDI-Triebwerken seit Jahren kennt, nicht flüsternd, aber auch nicht nervig nagelnd.

Die Strecke führt dann durch die Weinberge rund um Ingelheim bei Mainz. Bergauf wechselt mit bergab, enge Gassen mit gut ausgebauten Landstraßen, Stop-and-Go-Verkehr mit freier Fahrt. Keine Laborbedingungen mehr, sondern das richtige Leben.

Die Verbrauchsanzeige zwischen Tacho und Drehzahlmesser ist unbestechlich. Fleißig schalten, auch mal in der Ebene bei Tempo 50 den 6. Gang bemühen. Dann ist es im Öko-Tschechen kein Problem, die Ziffer 5 zu unterbieten. Nur den 1,3-Tonnen-Viertürer nicht mit Spurts quälen.

Das quittiert die nüchterne Digitalanzeige sofort mit einem Höhenflug. Umgekehrt wechselt der Verbrauchswächter in den Countdown-Mode, wenn es abwärts geht und zählt erfreulich flott ebenfalls nach unten. Der gelbe Pakettransporter mit den drei Buchstaben wird ungeduldig und überholt den rollenden Albino. Lassen wir ihn ziehen.

Bei derart schonender, nicht auf frühes Ankommen angelegter Fahrweise meldet das kleine Mäusekino hinterm Lenkrad tatsächlich nach 25 Kilometern eine 4,6. Ein sehr guter Wert, denn schließlich waren ja auch Anhöhen zu erklimmen. Ein Verkehrshindernis war der Skoda dabei nicht, auch wenn fast alle um ihn herum schneller waren oder sein wollten, aber wegen des Gegenverkehrs nicht konnten.

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Keine Mogelpackung trotz 9,2 Liter Verbrauch

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