Smart im Gebrauchtwagen-Check Nicht ganz dicht

Kleiner ist keiner: Der Smart Fortwo ist erste Wahl für enge, überfüllte Innenstädte. Ganz billig war er nie - gemessen an seiner Größe. Doch als Gebrauchten gibt es den Kleinstwagen schon recht günstig.
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Groß geworden: Die zweite Generation des Smart Fortwo ging gegenüber dem 2,50 Meter langen Vorgänger um 20 Zentimeter in die Länge - bei der Parkplatzsuche blieb der Kleinstwagen jedoch ungeschlagen. Quelle: PR

Groß geworden: Die zweite Generation des Smart Fortwo ging gegenüber dem 2,50 Meter langen Vorgänger um 20 Zentimeter in die Länge - bei der Parkplatzsuche blieb der Kleinstwagen jedoch ungeschlagen.

(Foto: PR)

BerlinEin besonderes Augenmerk sollte bei der ersten Generation laut dem «TÜV Report 2014» auf die Steuerkette gelegt werden. Reißt diese, wie es zuweilen vorkommt, droht ein Motorschaden. Außerdem ist der bis 2007 gebaute Smart Fortwo nicht überall ganz dicht - weder an der Karosserie, noch am Motor und am Getriebe.

Auch der Turbolader war anfällig und es gab gelegentlich Defekte an Anlassern und Klimaanlagen. Die zweite Generation fällt dem Report zufolge nur mit Kleinigkeiten negativ auf, die überwiegend auf die eher nachlässige Verarbeitung zurückzuführen seien.

Welche Autos auch alt noch gut sind
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Je älter die Autos, desto höher ist die Mängelquote: Häufig verweigern die Prüfer die Plakette wegen Problemen mit der Beleuchtung - obwohl diese leicht zu erkennen sind. Laut dem aktuellen TÜV Report sind 63,9 Prozent der Autos mängelfrei zur Hauptuntersuchung vorgefahren, 12,5 Prozent hatten geringe Mängel. Basis sind 8,5 Millionen Hauptuntersuchungen; im Vorjahr lag die Quote mit 24,9 Prozent etwas höher.

Welche Autos als Gebrauchte besonders positiv und negativ beim TÜV auffallen, zeigt die folgende Bilderstrecke:

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Am besten schnitten Marken deutscher und japanischer Autobauer ab. Besitzer eines jungen Mercedes SLK, Audi A6 und Mercedes GLK haben bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) am wenigsten Ärger. Die durchschnittliche Mängelquote bei den zwei bis drei Jahre alten Gebrauchten liegt laut TÜV bei 8,4 Prozent.

MarkeModellQuote erheblicher MängelDurchschnittliche Laufleistung
Platz 1MercedesSLK2,426.000 km
Platz 2AudiA62,962.000 km
Platz 3MercedesGLK3,655.000 km
Platz 4Porsche9113,931.000 km
Platz 5BMWZ44,036.000 km

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Am besten schnitten Marken deutscher und japanischer Autobauer ab. Besitzer eines jungen Mercedes SLK, Audi A6 und Mercedes GLK haben bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) am wenigsten Ärger.

Bis zu dreijährige Exemplare des SLK haben demnach mit 2,4 Prozent die wenigsten erheblichen Mängel, wenn sie zum ersten Mal dem TÜV vorgeführt werden. Damit weist der Roadster die geringste Mängelquote auf, die der Technische Überwachungsverein je bei einem Fahrzeug gemessen hat.

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Sehr geringe Mängelquoten bei den HU-Untersuchungen lassen den TÜV-Experten zufolge auf eine gute Verarbeitungsqualität schließen, was wiederum für Gebrauchtwagenkäufer interessant sein kann. Beim Audi A6 beträgt die Mängelquote 2,9 Prozent, beim Mercedes GLK 3,6 Prozent.

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Auch die weiteren Top-Ten bei den zwei bis drei Jahre alten Gebrauchten belegen deutsche Marken: Porsche 911, BMW Z4, Mercedes E-Klasse Coupé, Audi Q5, Audi A3, Ford Focus, und Mercedes C-Klasse.

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Fahrzeuge bis drei Jahre

Dass es qualitativ auch anders geht, zeigt das Ende der Tabelle: Hier fällt auch in diesem Jahr der Dacia Logan negativ auf, mit einer Mängelquote von 15,7 Prozent. Das heißt: Jeder sechste muss in die Werkstatt, nachdem er das erste Mal bei der HU war.

Weitere Schlusslichter sind ...

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Die Verlierer in der Gruppe zwei- bis dreijährige Gebrauchte

Bei den Verlierern kommt kein Modell über eine Laufleistung von 50.000 Kilometern. Dennoch liegt die Mängelquote bei rund 15 Prozent. Darunter sind zwei Modelle aus dem Fiat-Konzern. Ford konnte auch bei der zweiten Generation des Ka dessen Fehleranfälligkeit nicht abstellen.

MarkeModellQuote der erheblichen MängelDurchschnittliche Laufleistung
Platz 125FordKa14,133.000 km
Platz 126CitroënBerlingo14,349.000 km
Platz 127FiatPanda14,834.000 km
Platz 128Alfa RomeoMito15,640.000 km
Platz 129DaciaLogan15,750.000 km

Der ADAC muss bei Smarts bis Baujahr 2008 recht häufig wegen defekter Wegfahrsperren ausrücken, und auch die Lichtmaschine macht zuweilen Ärger. Ab Baujahr 2009 wurde das Auto nach den Erfahrungen der Pannenhelfer aber deutlich besser, lediglich defekte Anlasser machten hier öfters Hilfe erforderlich.

Scheibenwischer sind bei Exemplaren der Baujahre 2007 bis 2009 anfällig für Fehler, das Sonnenrollo löst sich bis zum Baujahr 2009 gerne aus seiner Halterung und bis 2008 gehen die Schlösser an der Fahrertür häufiger kaputt.

So klein der Smart Fortwo der ersten Generation (1998 bis 2007) außen auch ist, so großzügig zeigt er sich dennoch im Innenraum - natürlich nur für zwei Personen. Querparken wurde ab der zweiten Generation zum Problem, weil die Länge von 2,50 Metern auf 2,70 Meter wuchs. Dafür wechselt das automatisierte Schaltgetriebe etwas flotter die Gänge. Die Materialqualität blieb einfach.

Das Motorenangebot für den Smart Fortwo war überschaubar. Zunächst gab es einen 0,6 Liter großen Dreizylinder mit 33 kW/45 PS bis 45 kW/61 PS, dessen Hubraum später auf 0,7 Liter vergrößert wurde. Ab 1999 kam ein 0,8 Liter großer Diesel dazu (30 kW/42 PS) und ein vom Tuner Brabus veredeltes Modell, das 55 kW/75 PS leistet.

Diese Minis sorgen für Wirbel
Der Twingo setzt auf neue Technik
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Eine ganze Riege von Kleinstwagen tritt in Genf an, die Herzen junger Käufer zu erobern. Knackige Abmessungen, ein niedliches Gesicht und vor allem mannigfaltige Individualisierungsmöglichkeiten mit Karosseriefolien und Zubehör-Accessoires zeichnen etwa die dritte Generation des Renault Twingo aus.

Französischer Stadtflitzer: Renault bringt den Twingo in Neuauflage. Foto: Renault
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Neben diesem bunten Allerlei der Knirpse wirkt das Angebot an Luxusfahrzeugen ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Zwar fehlt mit dem Smart Fortwo das – zumindest aus deutscher Sicht – wohl wichtigste neue 2014er-Modell der Kleinstwagenklasse, doch mit dem Renault Twingo ist zumindest schon mal der nächste Verwandte des Stuttgarter Stadtflitzers vor Ort.

Der Franzose teilt sich die Technik mit der neuen Smart-Familie und scheint so wieder einen Charme entwickeln zu können, der beim Übergang von der legendären ersten zur biederen zweiten Generation verloren gegangen war.

Knackige Abmessungen, ein niedliches Gesicht und mannigfaltige Individualisierungsmöglichkeiten mit Karosseriefolien und Zubehör-Accessoires zeichnen die dritte Generation des rund 3,60 Meter langen Fünftürers aus. Hinzu kommt die vom Smart übernommene Heckantriebs-Bauweise, die vor allem viel Platz im Innenraum verspricht.

Der Peugeot 107 wird zum 108
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Nicht weniger individualisierbar gibt sich das Trio der baugleichen Modelle Toyota Aygo, Citroen C1 und Peugeot 108. Letzteren kann man sogar mit Hahnentritt-Muster auf dem Blech bestellen, alle drei gibt es künftig zudem auch mit modischem Rolldach.

Hinten gibt es wieder eine schwarze Heckklappe
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Citroens C1: Hinten gibt es wieder eine schwarze Heckklappe. Ließ sich beim C1 bisher wenig mehr als die Lackfarbe ändern, wartet die neue Generation mit Zweiton-Lackierung, farbenfrohen Innenraum-Optionen und bis zu 15 Zoll großen Alu-Felgen auf.

Die Front im Stil neuer Citroen-Modelle wie C4 Picasso und C4 Cactus setzt ihn zudem von seinen beiden Modellgeschwistern ab, die jeweils ihre eigene Markenidentität über den Kühlergrill transportieren wollen.

Opel legt den Adam in einer Crossover-Version auf
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Das hat auch der Opel Adam Rocks für sich entdeckt, zusätzlich zu jeder Menge SUV-Insignien, die den Stadtflitzer auf kernig trimmen.

Der Suzuki Celerio debütiert in Genf
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Und selbst der etwas kargere Suzuki Celestio, das neue Kleinwagenmodell der Japaner, trägt in Genf etwas Offroad-Beplankung für die optische Wirkung. Ähnlich macht es Peugeot mit dem 108, der den Grill des 208 übernimmt.

Toyota stellt den Aygo vor
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Toyota Aygo: Passend zur optischen Modernisierung gibt es ein neues Cockpit, das nun wie im 208 von einem großen Touchscreen beherrscht wird, über den sich Radio und Fahrzeugeinstellungen steuern lassen.

Auch die Einbindung von Smartphones soll nun möglich sein. Obwohl der Kleinstwagen um nur knapp vier Zentimeter auf 3,46 Meter Länge gewachsen ist, soll im Innenraum nun mehr Platz herrschen. Das Gepäckabteil wächst auf 196 Liter.

Die zweite Generation fährt mit einem 1,0-Liter-Benziner mit 45 kW/61 PS bis 75 kW/102 PS in der Brabus-Version. Der Diesel leistete bis zu 40 kW/54 PS. Seit 2012 ist auch ein Elektromodell mit inzwischen 60 kW/82 PS starkem Antrieb erhältlich.

Frühe Exemplare des Smart sind schon für um die 1.900 Euro zu haben. Dafür bekommt man laut dem Branchendienst Schwacke ein City Coupé von 2002 mit 33 kW/45 PS und einer durchschnittlichen Laufleistung von 117.000 Kilometern.

Ein jüngeres Exemplar des beliebten Cabrios aus dem Baujahr 2008 in der Ausstattung Pure ist mit 5.100 Euro gelistet (63.000 Kilometer). Ein Diesel-Smart von 2012 mit elektrischem Verdeck in der Softouch Passion genannten Ausführung kostet laut Schwacke noch rund 10.100 Euro (26.650 Kilometer).

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