So genanntes Downsizing macht Motoren spritzig und sparsam zugleich
Mehr Leistung aus weniger Hubraum

Hans-Georg Kusznir kennt das Vorurteil: „Downsizing klingt nach klein und schwächlich, dabei sind diese Motoren hocheffizient und sportlich.“ Der VW-Sprecher meint mit Downsizing ein einfaches Prinzip, das bei Motorentwicklern gerade in Mode kommt: Kleiner Hubraum, hoch aufgeladen.

DÜSSELDORF. Es muss nicht mehr die Sechszylinder-Maschine mit mindestens 2,5 Liter sein, wenn es auch ein Vierzylinder mit 1,8 Litern tut. Das spart Gewicht und verringert die Reibung des Motors. Auf der IAA stellt VW ein neues Aggregat mit 1,4 Litern und 122 PS vor. „Der neue TSI-Motor löst mittelfristig den 1.6 FSI mit 115 PS ab und senkt den Verbrauch um sechs Prozent, obwohl das Drehmoment um 30 Prozent zulegt“, erklärt Kusznir.

Maximale Kraft bei minimalem Verbrauch – diese Devise zieht Kreise. So stellt Fiat in Frankfurt den komplett neu entwickelten T-Jet-Motor für den Bravo vor: Die 1,4 Liter-Maschine leistet bei einem sportlichen Drehmoment 120 PS, eine weitere Variante 150 PS. Die Diesel werden demnächst mit zwei Turboladern angefeuert, womit das 1,9-Liter-Aggregat bereits die ab 2009 gültige Abgasnorm Euro 5 schafft.

Warum weniger mehr sein kann, erklärt Christof Schulz, Maschinenbau-Professor an der Uni Duisburg-Essen: „Herkömmliche Motoren erreichen die beste Effizienz im Bereich hoher Leistung. Gleichzeitig sind die Motoren so dimensioniert, dass sie meist nur im unteren Teillastbereich betrieben werden.“ So merkwürdig es klingen mag: Wer seiner Maschine nicht den ganzen Mumm abverlangt, betreibt sie unwirtschaftlich. „Downsizing spielt eine große Rolle, um Motoren in ihren häufigsten Betriebszuständen zu einer höheren Effizienz zu verhelfen – und trotzdem über Aufladung eine hohe Maximalleistung erreichen zu können“, erklärt der Motorspezialist.

Zulieferer Bosch hat dafür die Direkteinspritzung weiterentwickelt: „Mit unserer DI-Motronic bringen wir gerade bei niedrigen Drehzahlen mehr Frischluft in den Zylinder und erzeugen so mehr Drehmoment“,sagt Bosch-Entwicklungsmanager Rolf Leonhard. Beim so genannten Scavenging werden die Ein- und Auslassventile für einen Moment gleichzeitig geöffnet. Effekt: Im Brennraum entsteht ein Durchzug, der die Zylinder rasch mit Frischluft füllt. Erst nach dem Schließen der Ventile wird der Sprit direkt eingespritzt. Leonhard: „Kein Kraftstoff gelangt in den Abgastrakt, die Schadstoffemissionen sinken. In Verbindung mit einem reduzierten Hubraum senkt die Technik die CO2-Emissionen um zehn bis zwölf Prozent.“

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