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Sparen beim Youngtimer-Unterhalt

Der verhältnismäßig niedrige Anschaffungspreis ist oft einer der Gründe, warum sich Autokäufer für einen Youngtimer entscheiden. Immerhin ist mancher junge Klassiker schon für wenige Tausend Euro zu haben.

dpa/gms MÜNCHEN/HAMBURG. Der verhältnismäßig niedrige Anschaffungspreis ist oft einer der Gründe, warum sich Autokäufer für einen Youngtimer entscheiden. Immerhin ist mancher junge Klassiker schon für wenige Tausend Euro zu haben.

Hohe Unterhaltskosten können die Ersparnis aber rasch zunichte machen, wenn der Wagen normal zugelassen wird. Doch es gibt Möglichkeiten, zu sparen.

Da in Deutschland eine schadstoffbezogene Kfz-Steuer gilt, sind Youngtimer im Nachteil: Wegen ihrer schlechten Abgaswerte ist laut Manfred Groß vom Adac-Technikzentrum im bayrischen Landsberg für sie der höchste Steuersatz fällig. Für nicht schadstoffarme PKW mit Benzinmotor liegt dieser bei 25,36 Euro, für Diesel-PKW bei 37,58 Euro pro Jahr je 100 Kubikzentimeter Hubraum. Bei schadstoffarmen Euro-4-Benzinern sind es nur 6,75, bei Euro-4-Dieseln 15,44 Euro.

Daher ist es günstiger, einen Youngtimer als Oldtimer zuzulassen. Halter eines Wagens mit H-Kennzeichen - „H“ für historisch - zahlen laut TÜV Süddeutschland in München nur eine Jahrespauschalsteuer von 191,73 Euro. An die Vergabe des H-Kennzeichens sind jedoch Auflagen geknüpft: Das Auto muss laut TÜV „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ und mindestens 30 Jahre alt sein.

Bei Youngtimern hat die Oldtimer-Zulassung daher oft einen Haken: „Von dem Alter sind viele Youngtimer noch ein bisschen entfernt“, so Groß. Stichtag ist laut Maik Hirschfeld vom Bundesverband Deutscher Motorveteranen-Clubs (Deuvet) in Berlin, das Datum der Erstzulassung. Liegt das noch keine 30 Jahre zurück, gibt es die Möglichkeit, ein rotes Dauerkennzeichen zu beantragen. Dieses wird schon für 20 Jahre alte Fahrzeuge vergeben und ist mit der gleichen Steuer verbunden wie das H-Kennzeichen. Der Nachteil: „Es gilt nur für die Teilnahme an Oldtimer-Veranstaltungen, Probe- und Werkstattfahrten“, so Groß.

Doch auch Halter, die Youngtimer im Alltag nutzen wollen, können sparen - wenn sie sie mit Saisonkennzeichen zulassen. Dabei gelten laut TÜV die gleichen Voraussetzungen wie bei der normalen Zulassung. Nur legen die Halter selbst fest, in welchem Zeitraum sie fahren. Vorteil gegenüber der normalen Zulassung ist, dass sich die Steuer anteilig berechnet: Wird das Auto für nur sechs Monate zugelassen, ist nur die Hälfte fällig. Da der Wagen „automatisch“ zugelassen ist, entfallen die Kosten für An- und Abmeldungen. „Das Saisonkennzeichen ist dauerhaft die kostengünstigste Variante“, sagt daher Michael Möller, Vorsitzender des Fiat 124 Spider Clubs aus Hamburg.

Bei manchen Youngtimern mit Benziner lässt sich die Steuerlast zusätzlich reduzieren, indem sie mit einem geregelten Katalysator nachgerüstet werden. „Das ist zum Beispiel dann zu überlegen, wenn bis zur möglichen Erteilung eines H-Kennzeichens noch einige Jahre überbrückt werden müssen“, sagt Adac-Technikexperte Manfred Groß.

Für Kosten ab etwa 700 Euro lassen sich so nicht schadstoffarme Modelle auf die Abgasstufe Euro 1 oder Euro zwei hochstufen. „Das rechnet sich nach drei Jahren“, sagt Groß. Immerhin gilt für Euro-1-Benziner ein ermäßigter Steuersatz von 10,84, für Euro-2-Benziner von 7,36 Euro. Ähnliches Sparpotenzial gibt es auch bei der Versicherung: Spezialanbieter haben für Autos ab 20 Jahren Policen, die deutlich günstiger sind als übliche Kfz-Versicherungen.

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