Sparsamer Autofahren
Spritspar-Technik: Elektronik gegen Bleifuß

Andreas Metzmaier ist frustriert. "Wir könnten das Auto neu erfinden, noch so viel Gewicht sparen und noch so effiziente Motoren einbauen. Aber solange der Fahrer nicht mitspielt, hinkt die Verbrauchseinsparung immer hinterher."

dpa/tmn INGOLSTADT/OFFENBACH. Dies sagt der Entwickler von Audi in Ingolstadt. Deshalb denken die Hersteller zunehmend über Leichtlaufreifen, Leichtbaukarossen, Spardiesel oder Hybridantrieb hinaus und nehmen den Fahrer ins Visier. Mit elektronischen Helfern wollen sie notorische Bleifüße kurieren und das Sparpotenzial der Technik besser ausschöpfen. "Mit einer Schaltanzeige alleine ist es da nicht getan", sagt Metzmaier.

Das prominenteste und zugleich ungewöhnlichste Beispiel für diesen Trend ist der "Eco Assist" im neuen Honda Insight. Wie in einem Computerspiel können Fahrer dabei mit einem besonders sparsamen Fahrstil Punkte sammeln und auf einer Anzeige im Cockpit Blumen sprießen lassen. Wer zu forsch fährt, sieht die Blumen verschwinden und die Beleuchtungsfarbe der Armaturentafel von Grün zu Blau wechseln. Der Spartrainer registriert nicht nur einzelne Fahrten, sondern meldet sich nach mehreren tausend Kilometern auch zur Endabrechnung: Sparsamen Fahrern winkt dann die Grafik eines Öko-Pokals, Spritsünder werden mit dem Bild einer vertrockneten Blume gerügt.

Was wie eine Spielerei klingt, hat einen ernsten Hintergrund, sagt Honda-Sprecher Alexander Heintzel in Offenbach: "Wir hatten bei unseren Hybridfahrzeugen oft Beschwerden, dass Real- und Testverbrauch zu weit auseinander lagen", sagt er. Doch kaum jemand habe verstanden, dass man bei einem Hybridauto den Fahrstil ändern und besonders vorausschauend fahren müsse. Deshalb haben die Japaner nicht nur spezielle Kurse eingerichtet, sondern auch das neue Assistenzsystem entwickelt. Ist der Öko-Trainer aktiviert, würden durchschnittlich etwa zehn Prozent Benzin gespart.

Doch laut Audi-Entwickler Andreas Metzmaier ist damit nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten ausgeschöpft: "Zwischen dem sparsamsten und dem verschwenderischsten Fahrer liegen auf derselben Strecke bis zu 30 Prozent." Das zeigten die Ergebnisse seiner Untersuchungen. Um Bleifüße zur Räson zu bringen, hat Audi jetzt ein spezielles Effizienzprogramm für den Bordcomputer entwickelt.

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