Special Autotechnik und Sicherheit
Lichte Momente

Halogen- und Xenon-Birnen gehören bald der Vergangenheit an, die Zukunft strahlt per LED. Das Beispiel zeigt: Auto-Zulieferer müssen permanent in Forschung und Entwicklung investieren, sonst manövrieren sie sich selbst ins Aus.

Am oberen Rand des Frontscheinwerfers sitzen drei Module mit gelben Leuchtdioden (LED), das Blinklicht. Darunter ein Diodenstrahler, der beim Abbiegen die Kurve ausleuchtet. Sechs Einheiten aus Hochleistungs-LED bilden das Abblendlicht, drei weitere erzeugen das tageslicht-ähnliche Fernlicht. Das Ganze wird umrahmt von einer schicken, schmalen Leiste mit weiteren Leuchtdioden: Ein energiesparendes Tagfahrlicht, das für mehr Sicherheit sorgen soll.

Mit einem herkömmlichen Frontscheinwerfer hat der Prototyp des neuen Voll-LED-Scheinwerfers nicht mehr viel gemein. Seit sechs Jahren erst gibt es weiße LEDs, davor konnten die langlebigen und energiesparenden Dioden nur farbig leuchten. Bereits 2003 präsentierte Hella den ersten Frontscheinwerfer, in dem ausschließlich LED erstrahlten. Inzwischen ist der Sieg der Leuchtdioden über Halogen- und Xenon-Birnen beschlossene Sache. Der Audi R8 und der Lexus LS 600H sind bereits mit LED-Scheinwerfern auf deutschen Straßen unterwegs, weitere Hersteller werden im kommenden Jahr nachziehen.

Viel früher als von Experten erwartet brachte Hella die LED-Leuchten zur Marktreife. Trotz eines Sparprogramms, das der Geschäftsführende Gesellschafter Jürgen Behrend dem Konzern verpasst hatte, konnte mit Hochdruck an den neuen Scheinwerfern weitergearbeitet werden. Denn das Budget für Forschung und Entwicklung wurde nicht angetastet: "Wir halten das F&E-Budget bei acht Prozent vom Umsatz", sagt Hella-CEO Rolf Breidenbach. "Das geht auch gar nicht anders. Die Innovationsleistung muss gesichert sein." Was aber nicht heiße, so Breidenbach, dass nicht auch im Entwicklungsbereich die Prozesse "schlank und effizient" gestaltet würden. "Aber wir verstehen uns als Technologieführer, und das müssen wir mit Innovationen untermauern."

Dass Automobilzulieferer innovativ sein müssen, um am Markt zu bestehen, sei "eigentlich eine Binsenweisheit", meint Vinzenz Schwegman, Managing Director bei der auf Turn-arounds spezialisierte Unternehmensberatung Alix Partners. "Umso unverständlicher" sei es, wie viele Unternehmen die Weichen immer noch falsch stellten, indem sie Forschung und Entwicklung vernachlässigten.

Mit fatalen Folgen: Nach einer aktuellen Studie von Alix Partners sind zahlreiche Zulieferer, die ihre Entwickler über Jahre mit weniger als zwei Prozent des Umsatzes abspeisen, in ihrer Existenz bedroht. Das müsste nicht sein. Den innovativen Zulieferern, die fünf Prozent ihres Umsatzes und mehr in Forschung und Entwicklung investieren, geht es gut wie seit Jahren nicht mehr. Sie stehen - entgegen der landläufigen Meinung - sogar besser da als die meisten Fahrzeughersteller. "Das soll nicht heißen, dass hohe Ausgaben für Innovation zwangsläufig den Erfolg sichern", sagt Schwegmann. "Aber ohne Mut zur Innovation - auch in Zeiten, in denen es dem Unternehmen mal nicht so gut geht - haben die Unternehmen kaum eine Chance."

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